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INKOTA-Protest gegen Agrarkraftstoffe

Biosprit macht Hunger

Unter dem Motto „Biosprit macht Hunger” hat INKOTA seit 2008 mit zahlreichen Aktionen, Veranstaltungen und Publikationen deutlich gemacht, dass Agrarkraftsstoffe auf vielfältige Weise zur Verschärfung der Hungerkrise beitragen. Steigende Nahrungsmittelpreise, Verknappung von fruchtbarem Land, Umweltzerstörung - angesichts dieser Folgen bleibt nicht mehr viel übrig vom grünen Image des „Biosprits”. 

Was seit der Einführung von Biosprit passiert ist und was INKOTA zusammen mit seinen UnterstützerInnen unternommen hat, um dem Trend „volle Tanks und leere Teller” entgegen zu wirken, sehen Sie hier:

  • 2006: Bundestag beschließt Biokraftstoffquotengesetz und damit die Beimischung von Agrarkraftstoffen zu fossilen Kraftstoffen. Das Gesetzt sieht vor, den Anteil bis 2015 linear auf 8 Prozent zu erhöhen.
  • 2007: Auf der Kabinettsklausur der schwarz-roten Bundesregierung wird der Beschluss gefasst, den Anteil von Biokraftstoffen in Deutschland bis zum Jahr 2020 verpflichtend auf 17 Prozent zu erhöhen. Die Bundesregierung möchte bereits ab 2009 an Tankstellen E10 anbieten. Bundesumweltminister ist zu diesem Zeitpunkt Sigmar Gabriel (SPD).
  • Juni 2007: Flor Martínez von der INKOTA-Partnerorganisation ODESAR in Nicaragua kritisiert während ihres Besuches anlässlich des G8-Gipfels 2007 die Verwendung von Agrarkraftstoffen in deutschen Autotanks. Vor mehreren zehntausend BesucherInnen des Konzerts „Music & Messages” sagt sie: „Wir haben leere Mägen und ihr habt volle Tanks!” INKOTA greift den Appell der Partnerorganisation aus Nicaragua auf und beginnt mit der Planung einer Kampagne gegen die Beimischung von Agrarkraftstoffen.
  • 2008: In über 30 Ländern kommt es zu teilweise gewaltsamen Protesten, weil die Preise für Grundnahrungsmittel explodieren. Wissenschaftliche Studien geben der Ausweitung der Nutzung von Agrarkraftstoffen eine maßgebliche Mitschuld für die steigenden Nahrungsmittelpreise am Weltmarkt.
  • 16. April 2008: Über 120 Menschen kommen am 16. April in einen Berliner Club, um gemeinsam mit INKOTA den Auftakt der Kampagne „Biosprit macht Hunger” zu begehen. Mit einer Unterschriftenaktion adressiert an Sigmar Gabriel fordert INKOTA:
    -> Beenden Sie die Zwangsbeimischung von Agrokraftstoffen in Deutschland. Auch die geplante Nachhaltigkeitsverordnung verhindert nicht die negativen Effekte auf Mensch, Natur und Umwelt.
    -> Setzen Sie sich auf EU-Ebene für die Rücknahme sämtlicher Quotenziele und für ein sofortiges Moratorium für den Import von Agrokraftstoffen ein.
    -> Anstatt im Kampf gegen den Klimawandel auf eine Ausweitung von Agrokraftstoffen zu setzen, soll der öffentliche Personennahverkehr und eine Steigerung der Energieeffizienz im Mobilitätsbereich gefördert werden.
    Am selben Tag veröffentlicht INKOTA in der TAZ eine Zeitungsbeilage unter dem Titel „Biosprit macht Hunger”.
  • 17. April 2008: INKOTA-AktivistInnen protestieren am internationalen Tag der Landlosen mit Großpuppen, Transparenten und Samba-Band an einer Tankstelle gegen Agrarkraftstoffe. In 20 Meter Höhe entrollen die AktivistInnen ein riesiges grünes Transparent, dass in weißen Buchstaben die Warnung: „Biosprit macht Hunger” trägt. Über die Aktion berichten zahlreiche Medien.
  • 12.-14. Mai 2008: INKOTA-AktivistInnen protestieren gegen Agrarkraftstoffe anlässlich der UN-Konferenz zu Biodiversität in Bonn.
  • 1. Juni 2008: INKOTA-AktivistInnen protestieren gegen Agrarkrafstoffe beim Berliner Umweltfestival.
  • 16. Oktober 2008: Über 50 AktivistInnen von INKOTA, Attac, Rettet den Regenwald, Bund der deutschen Pfadfinder, FIAN und der BUNDJugend demonstrieren am Welternährungstag gegen Agrarkraftstoffe und ziehen vor das Bundesumweltministerium. Das ZDF heute Journal berichtet über die Demonstration.
  • 3. Dezember 2008: INKOTA überreicht 20.000 Protestpostkarten an den damaligen Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Am selben Tag kritisiert auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Umweltfragen, dass die Beimischung von Agrarkraftstoffen zu Benzin und Diesel nicht nachhaltig sind: „Der WBGU empfiehlt den raschen Ausstieg aus der Förderung von Biokraftstoffen zumindest in Industrieländern und insbesondere ein sofortiges Einfrieren von Beimischungsquoten. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahren sollten außerdem die derzeitigen Beimischungsvorgaben von Biokraftstoffen zu fossilen Kraftstoffen ganz zurückgenommen werden.”
  • 2009: INKOTA-ReferentInenn informieren auf Duzenden Workshops, Infoveranstaltungen und Podiumsdiskussionen über die Auswirkungen der Agrarkraftstoffpolitik auf die Menschen in den Entwicklungsländern und die Welternährungssituation.
  • 2009: Das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union stellen eine neue Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen vor. In der Regelung wird weiterhin an dem Ziel festgehalten, bis 2010 20% der Primärenergie mit erneuerbaren Energiequellen zu decken und zudem den Anteil der Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen am Normalkraftstoffverbrauch auf 10% zu erhöhen. Darunter fallen in erster Linie die so genannten „Biokraftstoffe”, aber auch Wasserstoff oder ökologisch erzeugter Strom für Elektroautos. Erstmals legt die Richtlinie Kriterien an, wie Agrokraftstoffe hergestellt werden sollen. Ungeachtet dessen, wo die Rohstoffe angebaut werden, müssen sie gewisse Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Die Bundesregierung verabschiedet die Biokraftstoffnachhaltigkeitsverodnung und legt Kriterien fest, unter welchen ökologischen Standards Agrarkraftstoffe auf Biomassequoten angerechnet werden können. Soziale Kriterien werden nicht in die Verordnung aufgenommen.
  • November 2009: Anlässlich des Welternährungsgipfels in Rom macht INKOTA als eine der ersten deutschen Organisationen auf den Zusammenhang zwischen der Agrarkraftstoffpolitik und dem Phänomen Land Grabbing aufmerksam.
  • 17. April 2010: INKOTA veröffentlicht in der TAZ die Zeitungsbeilage „Nein zum Ausverkauf von Afrika”. Partnerorganisationen aus Mosambik berichten in der Beilage, dass Land Grabbing durch die Europäische Agrarkraftstoffpolitik beschleunigt wird.
  • 27. Oktober 2010: INKOTA kritisiert in einer Pressemitteilung die Pläne der Bundesregierung, im Jahr 2011 Benzin mit einem Anteil von bis zu zehn Prozent Bioethanol (E10) anzubieten.
  • Januar 2011: Die Bundesregierung erkennt die erste Zertifizierungsstellen für Agrarkraftstoffe an und führt als eines der ersten EU-Länder den so genannten E10-Kraftstoffen an Tankstellen ein.
  • 08. März 2011: INKOTA-AktivistInnen protestieren anlässlich des so genannten „Benzin-Gipfels” der Bundesregierung gegen den Verkauf von E10-Kraftstoffen. In einer Pressemitteilung begrüßt INKOTA, dass AutofahrerInnen den Kraftstoffen an Tankstellen boykottieren.
  • Juni 2011: INKOTA sammelt beim Evangelischen Kirchentag in Dresden und mit einer Online-Aktion über 3.000 Unterschriften gegen die Beimischungsquoten und für eine sofortige Abschaffung des E10-Kraftstoffs.
  • August 2011: Anlässlich des Tags der offenen Tür der Bundesregierung machen INKOTA-AktivistInnen mit „Unsichtbarem Theater” auf die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen von Agrarkraftstoffen aufmerksam. Beim Fest des Umweltministerium spielen die AktivistInnen Szenen, die zwar nicht als Theater erkennbar sind, aber dazu führen, dass sich MitarbeiterInnen des Ministeriums und die BesucherInnen angeregt über Vor- und Nachteile von Agrarkraftstoffen unterhalten. 
  • Januar 2012: 23.000 Menschen demonstrieren in Berlin für eine gerechtere Agrarpolitik. Auch die negativen Auswirkungen von Agrarkraftstoffen auf die Ernährungssicherheit sind ein Thema auf der Demonstration. INKOTA-AktivistInnen sind mit einer Aktion dabei!
  • April 2012: INKOTA-Referentin Evelyn Bahn veröffentlicht das Buch „Land Grabbing – Der globale Wettlauf um Agrarland” und  berichtet über den Zusammenhang der Europäischen Agrarkraftstoffpolitik und dem großflächigen Ausverkauf von Ackerland in Entwicklungsländern.
  • Juli 2012: In einer Stellungnahme zu den Grenzen und Möglichkeiten der Nutzung von Bioenergie kommt die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zu dem Schluss, dass Bioenergie als nachhaltige Energiequelle für Deutschland heute und in Zukunft keinen quantitativ wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieressourcen wie der Photovoltaik, der Solarthermie und der Windenergie verbrauche Bioenergie mehr Fläche und sei häufig mit höheren Treibhausgasemissionen und Umweltbeeinträchtigungen verbunden. Zudem konkurriere Bioenergie potenziell mit der Herstellung von Nahrungsmitteln. Vorrang solle der Einsparung von Energie sowie der Verbesserung der Energieeffizienz gegeben werden.
  • August 2012: Angesichts global ansteigender Weltmarktpreise für Getreide spricht sich Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) dafür aus, den Verkauf von Benzin mit einem zehnprozentigen Anteil von Biokraftstoffen (E10) an Tankstellen auszusetzen. INKOTA sieht in dem Vorschlag des Entwicklungsministers einen ersten wichtigen Schritt, fordert jedoch eine generelle Aussetzung der gesetzlichen Beimischungsquoten.