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Datensammelwut auf dem Acker

Wie die Digitalisierung in der Landwirtschaft neue Abhängigkeiten schafft

Smart Farming, Drohnen, selbstlenkende Traktoren, die Nutzung von Wetter- und Bodendaten durch Big Data oder die Anwendung von synthetischer Biologie: Die Agrar- und Lebensmittelindustrie preist die Digitalisierung der Landwirtschaft gern als Wundermittel an, um Hungerkrisen und den Verlust der Biodiversität zu beenden und den Klimawandel einzudämmen.

Dabei argumentieren die Hersteller, dass mit Hilfe digitaler Technik im Ackerbau Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge frühzeitig erkannt und mit geringeren Pestizidmengen bekämpft werden könnten. Farm-Managementsysteme sollen Verwaltungsabläufe für LandwirtInnen erleichtern und die digital gestützte präzisere Ausbringung von Düngern soll dazu beitragen, Nährstoffüberschüsse in der Umwelt zu minimieren.

Doch hinter den gebetsmühlenartig in Aussicht gestellten Effizienzsteigerungen und Nachhaltigkeitsversprechen geht es im Kern um das massenhafte Sammeln und Auswerten von Daten: Sämtliche Details über Höfe und Anbauverfahren –  und über VerbraucherInnen und LandwirtInnen werden gespeichert. Agrarunternehmen wie Bayer und Deere, aber auch Internetkonzerne wie Amazon und Google sind längst dabei, sich die Hoheit über die Digitalisierung der Landwirtschaft anzueignen.

Durch Unternehmenszusammenschlüsse konsolidieren sie ihre Dominanz im Agrarsektor sowie über entscheidende Teile der Agrarlieferkette. So kaufte der Gensaatgut- und Glyphosathersteller Monsanto (heute eine Bayer-Tochter) bereits vor Jahren verschiedene Technikhersteller, Softwarefirmen und Datenanalyseunternehmen auf. Die Bemühungen der Konzerne werden durch politische EntscheidungsträgerInnen in Deutschland und anderswo unterstützt, die vor allem die Vorteile der Digitalisierung betonen und Investitionshemmnisse aus dem Weg räumen wollen.

Eine kritische Betrachtung kommt bislang zu kurz: Wer sind die zentralen Akteure im Digitalisierungs-Geschäft? Was bedeutet die Digitalisierung explizit für kleinbäuerliche ErzeugerInnen und Arbeitende in Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie weltweit? Inwieweit und mit welchen politischen Maßnahmen kann die Digitalisierung für den Umbau hin zu einer sozial und ökologisch gerechten Landwirtschaft genutzt werden?

INKOTA hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, den weltweiten Großtrend zur Digitalisierung der Landwirtschaft kritisch zu begleiten, Analysen zu liefern und sich für die Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern stark zu machen.

Zentrale Fragen und Zusammenhänge der Digitalisierung werden in der Studie „Blocking the Chain“ von Pat Mooney (ETC Group und Träger des Alternativen Nobelpreises), herausgegeben von GLOCON, INKOTA und der Rosa-Luxemburg-Stiftung, im Detail beleuchtet.

Studie „Blocking the Chain“ kostenfrei bestellen oder herunterladen

Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, von der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie aus Mitteln des evangelischen Kirchlichen Entwicklungsdienstes gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.