Großfusionen im Agribusiness

Großfusion Bayer Monsanto
Hochzeit aus der Hölle: Protest gegen die Fusion von Bayer und Monsanto vor der EU-Kommission in Brüssel. Foto: Friends of the Earth Europe (CC BY-NC-SA 2.0)

Wenn nach den Zusammenschlüssen von Dow-DuPont und ChemChina-Syngenta im Frühjahr 2018 auch die Fusion von Bayer und Monsanto genehmigt wird, bestimmen in Zukunft drei Megakonzerne, was auf den Äckern der Welt angebaut wird und was auf unseren Tellern landet. Die Machtkonzentration hätte vor allem für Kleinbäuerinnen und –bauern im globalen Süden verheerende Folgen.

Welche Bedeutung haben die Fusionen?
Die Zusammenschlüsse der sechs großen Saatgut- und Pestizidkonzerne würden die ohnehin schon konzentrierte Marktmacht des Agribusiness noch weiter verstärken: Wenn alle drei Fusionen wie geplant umgesetzt werden, kontrollieren in Zukunft drei Konzerne rund 70 Prozent des globalen Pestizidmarktes und mehr als 60 Prozent des kommerziell gehandelten Saatguts. Die Übernahme von Monsanto durch Bayer geht als größte Übernahme durch ein deutsches Unternehmen in die Geschichte ein – mit einer Vertragssumme von 63,5 Milliarden Euro.

Warum stellen die Zusammenschlüsse eine Bedrohung dar?
Die Fusionen hätten schwerwiegende Folgen für Umwelt, menschliche Gesundheit, Bauern und Bäuerinnen sowie VerbraucherInnen weltweit. Durch die Patentierung genetischer Ressourcen würde der Zugang zu sowie der Tausch und Nachbau von vielfältigem, lokal angepasstem Saatgut weiter beschränkt. Das bedroht die Ernährungssicherheit vor allem in ländlichen Regionen des globalen Südens, die ohnehin schon am stärksten von Hunger und Armut betroffen sind. Auch sind höhere Saatgutpreise und womöglich steigende Lebensmittelpreise für VerbraucherInnen absehbar.

Schließlich hätte der zunehmende Einsatz von Pestiziden fatale Auswirkungen auf Biodiversität, Qualität von Wasser und Böden sowie auf die Gesundheit von VerbraucherInnen und von LandarbeiterInnen, die den Pflanzengiften direkt ausgesetzt sind. Ökologische und soziale Kosten würden dabei weiter auf die Zivilgesellschaft abgewälzt.

Was macht INKOTA?
Wir machen Druck, um die drohenden Mega-Fusionen von Agrar- und Chemiekonzernen zu stoppen.

Wir rufen die EU-Kommission auf, die ausstehenden Fusionen nicht zu genehmigen. Wir adressieren die Konzerne direkt - zum Beispiel auf der BAYER-Hauptversammlung am 28.04.2017 und bei einer Protestaktion vor der Bayer-Hauptzentrale in Leverkusen am 06.09.2017.
Außerdem haben wir die zivilgesellschaftliche Initiative „Konzernmacht beschränken“ mit ins Leben gerufen, die sich gegen die Konzentrationsprozesse in verschiedenen Wirtschaftsbranchen richtet und eine schärfere Fusionskontrolle fordert.

Durch unsere Bildungs- und Informationsarbeit machen wir auf die Gefahren der Machtkonzentration aufmerksam und versuchen, politischen Einfluss zu nehmen, z.B. in Form von Pressegesprächen, Workshops, Publikationen und Vorträgen.

Gleichzeitig setzt sich INKOTA aktiv für die Förderung einer sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft in Nord und Süd ein. Dafür wollen wir die Konzepte der Agrarökologie und Ernährungssouveränität weiter verbreiten, engagieren uns im Berliner Ernährungsrat und kooperieren mit Partnern wie dem Kleinbauernverband UNAC in Mosambik, der wichtige Arbeit zur Erhaltung der Saatgutvielfalt leistet.

Weiterlesen:

Factsheet „Too big to fail? Nicht mit uns! Wegmarken für eine starke Fusionskontrolle”

Dossier „Bayer & Monsanto – bleibt uns vom Acker. Was Megafusionen für die Welternährung bedeuten“

„Nein zu Baysanto!“ (Artikel im Südlink-Magazin)


Diese Aktivität wurde mit finanzieller Unterstützung von Brot für  die Welt – Evangelischer Ent- wicklungsdienst, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Berliner Senats, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Europäischen Union gefördert. Für den Inhalt der Aktivität ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des/der Zuwendungsgeber wieder.