Klimawandel: Die Rolle der konventionellen Landwirtschaft

Dünger, Pestizide und Massentierhaltung

Wenn es in öffentlichen Diskussionen um die Ursachen des Klimawandels geht, richtet sich der Blick in erster Linie auf die weltweit durch Stromproduktion, Industrie und Verkehr entstehenden Treibhausgase. Doch auch die Landwirtschaft gehört zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Bis zu einem Drittel der Treibhausgase weltweit stammen aus der Landwirtschaft. Der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, die Massentierhaltung und die Abholzung von Regenwald bzw. Trockenlegung von Mooren und Feuchtgebieten zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen tragen maßgeblich zur Erderwärmung bei. Allein durch eine Umstellung auf eine biologische Landwirtschaft könnten 20 Prozent der Treibhausemissionen eingespart werden.

Deichbau Bangladesch
Deichbau in Bangladesch, einem der Länder, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind.

Klimawandel bedroht Ernährungssicherheit

Gleichzeitig ist insbesondere in den Ländern des Südens die Landwirtschaft selbst massiv durch den Klimawandel bedroht. Insbesondere Kleinbauern und -bäuerinnen sind von den Folgen der Erderwärmung betroffen. Denn Dürren, Wassermangel, Überschwemmungen und ausgelaugte Böden führen zu Ernterückgängen. Falls keine Maßnahmen gegen den Klimawandel unternommen werden, prognostizieren Experten in den nächsten Jahrzehnten einen Anstieg der Zahl der Hungernden um 600 Millionen Menschen.

INKOTA fordert klimafreundlichen Landbau

Die landwirtschaftliche Produktion verursacht nicht nur Treibhausgase, sondern hat das Potenzial, riesige Mengen Kohlenstoff zu binden und so zu einer CO2-Reduzierung in der Atmosphäre beizutragen. Hierzu muss es einen Wandel weg von der industriellen Landwirtschaft hinzu regional angepassten Anbaumethoden geben. Hierzu gehört auch:

  1. ein Stopp der Entwaldung zur Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen;
  2. die Reduzierung des Einsatzes von Kunstdüngern;
  3. die Verringerung der Fleischproduktion;
  4. der Humusaufbau der Ackerböden zur Speicherung von Kohlenstoff.

Als VerbraucherInnen können auch Sie durch ihr Konsumverhalten aktiv dazu beitragen, die Klimabilanz der Landwirtschaft zu verbessern. Die Verringerung des Fleischkonsums oder die Umstellung auf eine vegetarische Ernährung kann die landwirtschaftliche Produktion beeinflussen und den Ausstoß von Treibhausgasen vermindern.

Klimabilanz verschiedener Nahrungsmittel