Landraub

Ackerland im Visier von Investoren

Seit einigen Jahren verhandeln VertreterInnen aus Ländern wie Mosambik, Äthiopien oder dem Sudan und vielen weiteren mit WirtschaftsvertreterInnen aus dem In- und Ausland sowie Investmentbankern Kauf- oder Pachtverträge über Millionen Hektar von Land aus. Auf dem Land wollen die Investoren Nahrungsmittel oder Energiepflanzen meist für den Export anbauen. Auch Banken, Investmentfonds oder Pensionsfonds haben Ackerland ins Visier genommen und nutzen es schlichtweg als Spekulationsobjekt.

Die Dimensionen der Landkäufe sind gigantisch. Je nach Statistik wurden inzwischen mindestens 50 Millionen und bis zu mehr als 200 Millionen Hektar meist fruchtbares Ackerland an Großinvestoren verkauft oder verpachtet.

Kleinbauern werden von ihren Feldern verdrängt. Filmszene aus "Das grüne Gold"
Kleinbauern werden von ihren Feldern verdrängt. Filmszene aus "Das grüne Gold" © Neue Visionen Filmverleih

Während die Investoren mit den Landgeschäften ihre Gewinne maximieren, ist die lokale Bevölkerung die Verliererin dabei. Betroffen sind vor allem Länder im globalen Süden, in denen die Besitzrechte für die lokale Bevölkerung schwach und die Sicherheiten für Investoren hoch sind. Doch auch Bäuerinnen und Bauern in Europa bleiben davon nicht verschont. Hauptleidtragende sind sowieso schon marginalisierte Bevölkerungsgruppen wie Kleinbauern und -bäuerinnen, HirtInnen, FischerInnen, LandarbeiterInnen oder nomadische lebende Gruppen.

Die Menschen verlieren durch die Land Deals den für ihre Ernährungsgrundlage wichtigen Zugang zu Land und Wasser, Armut verschärft sich. Die betroffene Bevölkerung empfindet den Landrausch der oftmals ausländischen Investoren als ein "Grapschen oder Krallen", denn ihnen wird der Boden schlichtweg unter den Füßen weggerissen. Damit erklärt sich auch der englische Begriff "Land Grabbing". In vielen Fällen werden Menschen gewaltsam von dem Land, dass sie über viele Jahre bewohnt und/oder bewirtschaftet haben, vertrieben..

Die Politik ist aufgefordert Land Grabbing endgültig einen Riegel vorzuschieben. Dazu müssen unter anderem die internationalen Leitlinien zu Land und natürlichen Ressourcen verbindlich in allen Ländern umgesetzt werden. Das bedeutet, dass die Einhaltung der Leitlinien Bedingung für Agrarinvestitionen deutscher Unternehmen, Banken und Pensionskassen im Ausland sein muss. Außerdem muss sich die Bundesregierung für die Stärkung der Rechte von Bäuerinnen und Bauern bei der Erarbeitung einer Erklärung zu den Rechten von Bäuerinnen und Bauern Menschen in ländlichen Regionen im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen einsetzen.

In Mosambik beobachtet die INKOTA-Partnerorganisation ORAM diese Entwicklung mit großer Sorge: Denn auch in Mosambik wird Ackerland zunehmend an ausländische Investoren verpachtet. Damit nicht noch mehr Menschen ihr Land und damit ihre Lebensgrundlage verlieren, hilft ORAM den Bauern und Bäuerinnen bei der Registrierung ihres Lands. Mit dem Landtitel erhalten die Menschen Rechtssicherheit und können sich und ihre Familien dauerhaft mit Nahrungsmitteln versorgen. INKOTA unterstützt ORAM bei diesem wichtigen Vorhaben.

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