Nein zum Ausverkauf von Afrika!

Investoren auf der Jagd nach Ackerland

Fast unbemerkt haben in den letzten Jahren staatliche und private Investoren mehrere Millionen Hektar Ackerland in Asien, Afrika und Lateinamerika unter ihre Kontrolle gebracht. Wer sind diese Investoren? Woher kommen sie? Und welche Ziele verfolgen sie?

Die Gruppe der Investoren kann in drei Hauptakteure unterteilt werden:

Die Grenze zwischen den Akteuren kann nicht immer eindeutig gezogen werden, jedoch verbergen sich hinter den Investitionen jeweils konkrete Motive.

Schwellenländer streben nach Unabhängigkeit vom Weltmarkt

Die staatlichen oder halbstaatlichen Akteure, die sich an der Landnahme beteiligen, verfolgen die langfristige Versorgung der eigenen Bevölkerung mit Nahrung und Agrarrohstoffen. Darunter fallen vor allem Akteure aus den Schwellenländern, die zukünftig stark von Nahrungsmittelimporten und damit von den globalen Märkten und Preisschwankungen abhängig sein werden.

Insbesondere Länder wie China, Indien und Südkorea mit rapide steigendem Bedarf an Nahrungsmitteln, Futterpflanzen und Agrarrohstoffen sowie die Golfstaaten mit begrenzten Land- und Wasserressourcen verfügen über unzureichende landwirtschaftliche Produktionsflächen, um ihre Bevölkerung autark zu versorgen. Die extremen Preisschwankungen im Zuge der Nahrungsmittelkrise 2007/2008 und die Exporteinschränkungen von Grundnahrungsmitteln einiger Länder haben das Vertrauen in die Märkte erschüttert.

Durch den Aufkauf von Ackerland in den Entwicklungsländern wollen die auf Nahrungsmittelimporte angewiesenen Länder größere Unabhängigkeit von den internationalen Märkten erlangen.

Energiekonzerne grabschen nach Land

Auch Energiekonzerne - insbesondere aus den Industrieländern, aber zunehmend auch aus den Schwellenländern - eignen sich riesige Flächen an, um darauf Energiepflanzen für den Export anzubauen. Der Mangel an verfügbaren Flächen im eigenen Land und die günstigeren Produktionskosten und -bedingungen in Afrika und anderen Regionen machen Land Grabbing zu einem lukrativen Geschäft. Die politische Förderung von Agrarkraftstoffen in der EU und den USA sowie die steigenden Ölpreise haben den "Run" auf Ackerland noch beschleunigt.

Ackerland: Grünes Gold für Investmentfonds

Recht neu ist das gewaltige Interesse von Investmentfonds an großflächigen Land Deals. Seit der Finanzkrise sind Investitionen in Land, Wasser und Nahrungsmittel Trendprodukte auf den internationalen Finanzmärkten. Angesichts einer steigenden Weltbevölkerung und zunehmender Probleme mit dem Klimawandel spekulieren Fonds mit der Wertsteigerung des Landes durch eine Flächenverknappung und erwarten erhebliche Renditen.

Während die Investoren wirtschaftliche und geostrategische Interessen verfolgen, wird den Kleinbauern vor Ort, oft mit Hilfe der einheimischen Eliten, ihre Lebensgrundlage entzogen.

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