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Schluss mit der Zockerei!

Warum man mit Essen nicht spielt

„Investitionen an den Agrar-Terminbörsen nützen der Landwirtschaft weltweit und tragen nicht zum Hunger bei“, sagt Jay Ralph, Mitglied im Vorstand der Allianz. Pikant nur: Der Konzern ist der größte deutsche Player im Geschäft mit dem Hunger. Denn auch wenn es Vorstand Ralph nicht öffentlich zugeben will: Die Spekulation seines Konzerns trägt dazu bei, dass es immer wieder enorme Preissprünge bei Nahrungsmitteln gibt. Millionen von Menschen rund um den Globus müssen zwischen 60 und 80 Prozent ihres Einkommens für Essen ausgeben. Für sie sind größere Preissprünge kaum zu verkraften.

© DIE.PROJEKTOREN – Jörg Farys/Oxfam Deutschland

Nahrungspreise auf Achterbahnfahrt

Seit Jahren befinden sich die Preise für wichtige Grundnahrungsmittel wie Weizen und Mais auf Achterbahnfahrt. Banken, Hedgefonds und Versicherungen investieren riesige Summen an den Warenterminbörsen. Sie wetten auf steigende oder fallende Preise, mit dem Ziel, Profite zu erwirtschaften. Für sie sind die Warenterminmärkte nur eine neue Anlageform. Mit ihren Aktivitäten sind diese Akteure mitverantwortlich für stärkere Preisschwankungen. Zugleich können sie Preistrends verschärfen und so zur Bildung von Preisblasen beitragen. Ihr Tun hat mit dem realen Handel von Nahrungsmitteln und der Versorgung der Menschheit mit genügend Essen nichts zu tun.

Finanzmarktgesetze gelten nun auch für Terminmärkte

Die Finanzmarktjongleure dominieren zunehmend die reguläre Funktionsweise der Warenterminmärkte. Nicht mehr Faktoren wie Angebot und Nachfrage, Lagerbestände, Ernteprognosen oder Wettervorhersagen, sondern Herdenverhalten und Gewinnerwartungen bestimmen das Geschehen – und somit die Preise für das Essen.

Menschenrecht auf Nahrung verletzt

Besonders für arme Menschen sind die Folgen katastrophal. Allein im Jahr 2008 brachen in 61 Ländern wegen explodierender Nahrungsmittelpreise Hungerproteste aus. Im Sommer 2012 sind die Preise für wichtige Nahrungsmittel zum dritten Mal innerhalb von nur fünf Jahren förmlich explodiert. Menschen, die einen hohen Anteil ihres Einkommens für Essen aufwenden müssen, können Preissprünge kaum verkraften und werden einem höheren Hungerrisiko ausgesetzt. Ähnlich geht es Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Sie bilden das Rückgrat des Ernährungssystems im globalen Süden. Bei extrem schwankenden Preisen für Nahrungsmittel geht jegliche Planungssicherheit verloren; ihre Lebensgrundlagen sind somit gefährdet.

Verbindliche Regeln müssen her!

INKOTA fordert von den großen deutschen Playern wie der Deutschen Bank und der Allianz aus dem Geschäft mit dem Hunger auszusteigen. Zugleich müssen verbindliche Regeln eingeführt werden. Die EU und die Bundesregierung sind in der Pflicht die Zockerei zu beenden. Dazu zählen z.B. echte Positionslimits ohne Schlupflöcher. Bestimmte Formen des Handels wie beispielsweise der Hochfrequenzhandel sollten komplett verboten werden. Darüber hinaus muss mehr Transparenz an den Börsen her.

INKOTA aktiv für ein Ende der Spekulation

Im Bündnis mit weiteren Kampagnen- und Entwicklungsorganisationen wie Misereor, Oxfam, Campact und Attac fordert INKOTA unter dem Slogan „Mit Essen spielt man nicht!“ ein Ende der exzessiven Spekulation mit Nahrungsmitteln.