Mehr Raum für Alternativen – Auto-Maut in Londons Innenstadt

Mobilitätswende: Best Practice

Mehr Raum für Alternativen – Auto-Maut in Londons Innenstadt. Foto: CC BY-SA 2.0, Autor: mariordo59

Hard-Facts:

  • Innenstadtmaut und Schadstoffabgaben reduzierten das innerstädtische Verkehrsaufkommen von 2003 bis 2007 um ca. 20%
  • Staureduktion um 30 bis 40%
  • Reduktion durchschnittlicher Fahrzeiten von 15%
  • Erhebliche Investitionen in Modernisierung und Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs

Eine Möglichkeit, den Auto-Verkehr zu beschränken ist die Innenstadtmaut. In einigen Großstädten, wie beispielsweise Stockholm, Oslo und Mailand gibt es sie schon. Ein bekanntes Beispiel ist London: AutofahrerInnen zahlen eine sogenannte Staugebühr („Congestion Charge“) in Höhe von 13€ für das Befahren des Zentrums. Autos mit besonders schadstoffreichen Abgasmengen müssen die sogenannte Giftmaut („Toxicity charge“) zahlen.

Die Kosten für Umweltschäden zahlen jetzt die FahrerInnen selbst. - Dadurch gab es in der Londoner Innenstadt innerhalb von vier Jahren schon 20 % weniger Autoverkehr. Seit der Einführung kann die Stadt London als erfolgreiches Beispiel einer Mobilitätswende gesehen werden. Hohe Preise für AutofahrerInnen alleine sind natürlich nicht sozial – daher setzt London auch auf eine umfangreiche Erneuerung der Busflotte und die Errichtung eines Schnellbussystems (ähnlich zu TransMilenio in Bogotá) sowie den Neubau des städtischen crossrail-Bahnnetzes als Ergänzung zum Regional- und U-Bahnverkehr.

Der Erfolg gibt der Stadt recht: 20 % weniger Verkehr allein in den ersten fünf Jahren, 30 – 40 % weniger Stau und 15% kürzere Fahrtzeiten kommen allen BürgerInnen zugute. Die anfängliche Kritik an der Verkehrspolitik der Stadt London ist abgeklungen und mehr und mehr Menschen befürworten seither die Innenstadtmaut. Zum Londoner Vorbild gehört aber auch ein umfangreicheres Konzept. Falschparker werden besser kontrolliert, Geschwindigkeitsbeschränkungen werden besser durchgesetzt. Das Straßennetz, das ursprünglich auf Autofahren ausgelegt war, wird nun umgebaut und macht Platz für Radstreifen. London ist damit definitiv ein Vorbild auf dem Weg zu einer gerechten Verkehrswende!