Partizipation verbindet – Ein gemeinschaftliches Beispiel aus Hessen

Mobilitätswende: Best Practice

Foto: Vorfahrt für Jesberg e.V.

Hard-Facts:

  • Vorfahrt für Jesberg e.V. zeigt 10 Alternativen einer Mobilitätswende
  • Genutzt von rund 70 Mitgliedern aus mehr als 60 Haushalten im Jahr 2018
  • Erhöhung des Mobilitätsangebotes und Reduzierung des privaten Fahrzeugbestandes in der Gemeinde
  • ehrenamtliche FahrerInnen bieten innerhalb eines Nachbarschaftsnetzwerks Fahrdienste an

Vorfahrt für Jesberg! Eine Bürgerinitiative wird zu einem festen Bestandteil des Mobilitätskonzeptes einer ganzen Gemeinde. Mitglieder des Vereins Vorfahrt für Jesberg e.V. ergriffen die Initiative und setzten auf gemeinschaftlich nutzbare Fahrzeuge. Heute bietet der Verein neben gemeinschaftlichen Autos auch Lastenräder und Elektrofahrräder zum Verleih. Ein Nachbarschaftsnetzwerk übernimmt ehrenamtlich Fahrdienste für hilfsbedürftige BürgerInnen. Mitfahrbänke wurden in der Gemeinde als Sammelort für Mitfahrsuchende aufgestellt.

Das Mobilitätskonzept wurde von der Gemeinde in das allgemeine Förderprojekt zur Dorfentwicklung aufgenommen, die Initiative bietet somit eine Antwort der BürgerInnen auf die zunehmende Landflucht an. Neben Mitgliedsbeiträgen und Nutzungsgebühren für die jeweiligen Leihfahrzeuge finanzieren Spenden die angebotenen Alternativen. Besonders lokale Sponsoren helfen bei der finanziellen Umsetzung.

Engagierte BewohnerInnen in der nordhessischen Ortschaft Jesberg setzen sich für ihre Visionen einer mobilitätsgerechten Gemeinde ein, binden mobilitätseingeschränkte Menschen und MigrantInnen in ihr Netzwerk ein. Besonders diese Mischung macht gemeinschaftliche Mobilität für die BewohnerInnen und BesucherInnen Jesbergs so attraktiv. BewohnerInnen der Gemeinde berichten von einem neuen Gefühl des Zusammenwachsens.
Auch die Gemeindeverwaltung ist von dem Erfolg des Vereins angetan und setzt – mittlerweile als Vereinsmitglied – verstärkt auf die Nutzung des Sharing-Fuhrparks. Der Parkplatz eines der Sharing-Fahrzeuge ist vor den Gebäuden der Gemeindeverwaltung. Die geschaffenen Angebote in Jesberg sind ein gutes Vorbild für eine intermodale Entwicklung von Mobilität im ländlichen Raum.