Weg frei für die Großen – TransMilenio in Bogotá (Schnellbussystem)

Mobilitätswende: Best Practice

Foto: Claudio Olivares Medina CC BY-NC-ND 2.0

Hard-Facts:

  • Im Jahr 2000 eingeführtes Schnellbussystem mit eigenen Express-Fahrspuren
  • Reduzierung der Fahrzeiten von PendlerInnen seit Beginn des Projekts 2001 um 32%
  • Abbau von Barrieren und Steigerung der Fahrgastzahlen von 116 Mio. (2001) auf 560 Mio. BenutzerInnen (2015)
  • Reduzierung der Arbeitszeiten für BusfahrerInnen von 14 auf 8 Stunden

Bogotá ist gut vernetzt mit dem Schnellbussystem TransMilenio. Kommunale Busverbindungen, Fahrradschnellrouten und Park&Ride-Plätze werden so miteinander verbunden, die Innenstadt ist schnell erreicht. TransMilenio-Busse sind nicht vom dichten Stadtverkehr betroffen, da eigene Schnellbusspuren ausgebaut wurden. Die roten TransMilenios sind im Stadtbild durch ihr einheitliches Erscheinungsbild einfach erkennbar.

Innerhalb des 87 km langer Korridors in Bogotá ist ein kostenloser Umstieg für alle NutzerInnen jederzeit möglich. Somit fahren BürgerInnen im Nahverkehr nicht nur schnell, sondern auch kostengünstig. Mittlerweile gilt das System des TransMilenios als Vorbild für weitere Schnellbussysteme einiger Großstädte weltweit, wie zum Beispiel für die chinesische Stadt Guangzhou oder für die Projekte TransJakarta in Indonesien und Metrobús in Mexiko-Stadt.

Die Stadt Bogotá verfolgt einen 4-Punkte-Plan zur strategischen Umstellung zur autofreien Mobilität. Innerhalb dieses Programms wird der Bau von Fahrradschnellrouten gestärkt, autofreie Tage für Privatfahrzeuge organisiert, ein 17 km langer Fußweg als Verbindung verschiedener Stadtteile gebaut und festgelegte Fahrzeiten für Privatfahrzeuge durch gerade bzw. ungerade Endungen der Nummernschilder erreicht. Reduzierte Emissionswerte zeigen den Erfolg des Schnellbussystems, denn immer mehr BewohnerInnen steigen vom PKW auf die Busse um. Das spart nicht nur CO₂, sondern auch große Mengen an Rohstoffen für private PKW.