Zurück zu alten Mustern – Die Wiedereinführung der Straßenbahn in Casablanca

Mobilitätswende: Best Practice

Foto: CC BY-NC 2.0, Autor: Artevia

Hard-Facts:

  •  Infrastruktureller Umbau der Verkehrswege für 4 Straßenbahnen- und 2 Schnellbuslinien von 2015 bis 2020 und gleichzeitiger Rückbau von Autoinfrastruktur
  • Steigerung der Fahrgastzahlen von 2013 bis 2017 um 71% (von 22 Mio. auf 34 Mio.)
  • Steigerung der Ticket-Abonnements im gleichen Zeitraum um 175%
  • Kostengünstige und flächendeckende Mobilität für alle

Die Straßenbahn war historisch immer der Motor der Entwicklung marokkanischer Großstädte, wie Casablanca, Rabat und Salé.  Erst in den 1930er Jahren mussten sie der autogerechten Stadt weichen. Seitdem dominierten Autos, Busse und LKW das Stadtbild, eine immer größer werdende Blechlawine schob sich durch die Straßen.

Der marokkanische Staat rief daher ein Programm zu Verbesserung der Mobilität aus. Besonders in den Großstädten an der Küste sollte der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit dem Schlüsselelement der Straßenbahnen gefördert werden. So kam die Straßenbahn zurück nach Casablanca, eine 31 km lange Linie, die die Stadtlandschaft verbessert und die Lebensqualität der BewohnerInnen langfristig steigert. Bis 2020 soll der öffentliche Nahverkehr weiter ausgebaut werden, eigene Busspuren eingeweiht und mehr Busse angeboten werden.

Und die BürgerInnen nutzen das Angebot: Seit 2013 steigerten sich die Fahrgastzahlen der Straßenbahn von 22 Mio. auf 34 Mio. Passagiere.
Für die Steigerung der Lebensqualität setzt die Kommune ihre Entwicklungsziele klar auf Mobilität für alle und den infrastrukturellen Ausbau. Eingebunden in zukünftige Stadtentwicklungsprogramme Casablancas ist das Mobilitätskonzept ein Grundpfeiler für eine lebenswertere Stadt.