Es brodelt: Der Politische Suppentopf hat Feuer gefangen!

Workshops: Kochend die Welt verändern

Klicken Sie auf ein Bild, um in die Bildergalerie zu gelangen.

Was sind die großen Herausforderungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Ernährung in der Stadt und auf dem Land? Welche Initiativen gibt es schon heute in Dresden und Umland, die Pfade in die Zukunft der Städte von morgen beschreiten? Was muss sich verändern?

Am Sonntag, 1.12.2013 trafen sich in Dresden mehr als 40 Menschen – urbane GärtnerInnen, EssensretterInnen, solidarische LandwirtInnen, ImkerInnen, SaatgutretterInnen, junge BäuerInnen, TauschnetzlerInnen, AktivistInnen, Engagierte und Interessierte – in der Motorenhalle des riesa efau, um gemeinsam an Visionen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu basteln, Ideen zu schmieden und deren Umsetzung zu planen. Natürlich wurde nicht nur eifrig diskutiert und genetzwerkt, sondern auch gemeinsam mit Kochaktivist Wam Kat und der Fläming Kitchen regionales Gemüse geschnippelt, ein Viele-Gänge-Menü zubereitet und anschließend gemeinsam verspeist.

Ein weiter so ist keine Option!

Jan Urhahn vom INKOTA-netzwerk führte uns den globalen Kontext vor Augen: Die Industrialisierung und Globalisierung unserer Landwirtschaft führen uns weltweit in eine Sackgasse. Die natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Wasser, Biodiversität werden ausgebeutet, das Klima überlastet – gleichzeitig leidet immer noch jeder achte Mensch an Hunger und die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Zu den großen Herausforderungen unserer Zeit gehören neben Klimawandel und Biodiversitätsverlust, Landnahme, Nahrungsmittelspekulation, Saatgutmonopole und Lebensmittelverschwendung. Klar ist: Ein Weiter so ist keine Option! Wir brauchen einen radikalen und systematischen Wandel – zu dem Schluss kommt auch der Weltagrarbericht. Aber was heißt das ganz konkret für uns in Dresden?

Initiativen, die den Weg in die Zukunft vorangehen.

In zwei Blöcken stellten 10 regionale Initiativen sich und ihre Wege in die Zukunft vor. Dazwischen wurde zusammen Gemüse für das gemeinsame Abendessen geschnippelt:

BLOCK 1: MÖHREN UND ROTE BETE

MehrGenerationenGarten APRIKOSEN FÜR ALLE, UFER-Projekte Dresden e.V., DeinHof, Hof zur bunten Kuh, Paradinsel-hof.

BLOCK 2: STECKRÜBEN UND TOPINAMBUR

Back Zwei, Junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Verein Organischer Landbau Bienenwerder, Tauschnetz Elbtal, WWOOF, Leibspeise Dresden.

Aktiv werden! Welches Rezept ernährt Dresden und Umgebung in Zukunft?

Nach Zuhören und Schnippeln waren nun alle eingeladen zu diskutieren! In vier Themengruppen (Stadtgärten, solidarische/ökologische Landwirtschaft, Landnahme und Sonstiges) wurden Antworten gesucht, Ideen gesammelt und weitere Erfahrungen ausgetauscht. Das Rezept lautete am Ende:

    • Politische Unterstützung, rechtliche Sicherheit, Ausbau langfristiger Perspektiven für Stadtgärten,
    • Besseren Zugang für Erwerbslose und GeringverdienerInnen, mehr Austausch in praktischer Arbeit, mehr Angebote für neue Zielgruppen schaffen für die solidarischen/ökologischen Landwirtschaft,
    • Sofortiger Stopp von Landverkauf, Transparenz und Partizipationsmöglichkeiten für gesamte Öffentlichkeit bei der Landvergabe, Verpflichtung für pachtende Betriebe, die Bodenqualität zu erhalten, andere Subventionsverteilung
    • Mehr Vernetzung, politischen Druck erhöhen

    Und dann… ein Abendessen vom Feinsten!

    Auf dem Menü: Zukunftsweisende pikante Linsen-Suppe, solidarischer Kartoffel-Salat, enkeltauglicher frisch-fruchtiger Weißkrautsalat, gemeinschaftliches köstliches Steckrüben-Pastinaken-Topinambur-Möhren-Wurzelgemüse. Alles von uns selbst geschnippelt, von Wam Kat und seinem Fläming Kitchen-Team gekocht und von allen begeistert verspeist! Über dieses fantastische Abendessen wurde im Open-Space-Format weiterhin geredet und genetzwerkt.

    Der Politische Suppentopf kam gut an - einige Kommentare von Teilnehmenden:

    „In einem Jahr möchten wir noch einmal einen Politischen Suppentopf in Dresden machen. Mal schaun, wie sich bis dahin alles weiterentwickelt hat.“

    „Wir müssen noch mehr Menschen erreichen.“

    „Der Umgang miteinander war überaus angenehm – alle ließen sich ausreden und es gab spannende Gespräche.“

    „Vielen Dank für das köstliche Essen und die interessanten Vernetzungsmöglichkeiten!“

    „Ein World Café zu Beginn wäre großartig.“

     

    Hinweis


    Diese Veranstaltungsreihe wurde mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst durchgeführt sowie von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. Für den Inhalt dieser Veranstaltungsreihe ist der Veranstalter allein verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt des/der Zuwendungsgeber wieder.