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† Christa Wolf

Schriftstellerin

Christa Wolf wird 1929 in Landsberg an der Warthe geboren. Nach dem Studium der Germanistik in Jena und Leipzig arbeitet sie zehn Jahre zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Deutschen Schriftstellerverband und später als Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag in Halle. 1959 wird ihre erste Erzählung „Moskauer Novelle“ veröffentlicht. Ab 1962 widmet sie sich ganz dem Schreiben und arbeitet fortan als freiberufliche Schriftstellerin. Ein Jahr später erscheint mit dem Roman „Der geteilte Himmel“ ihr erster großer literarischer Erfolg. Weitere Erzählungen, Essays und Romane wie „Nachdenken über Christa T.“ (1968), „Kindheitsmuster“ (1976) und „Kassandra“ (1983) folgen. Mitte der 60er Jahre kritisiert sie die restriktive Kulturpolitik der DDR und muss selbst erste Erfahrungen mit der staatlichen Zensur machen. Im November 1976 gehört sie zu den Initiatoren des Protestes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. In der Wendezeit mischt sie sich mit Reden, offenen Briefen und Lesungen immer wieder in die aktuellen politischen Geschehnisse ein. Sie gehört zu den Erstunterzeichnern des „Aufrufs für unser Land“, der sich für die Weiterexistenz einer eigenständigen DDR einsetzte. Nach diffamierenden Angriffen zieht sie sich von der Tagespolitik zurück, beginnt wieder zu schreiben. Nach „Medea“ (1996) ist im Jahr 2002 ihr Roman „Leibhaftig“ erschienen. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt Christa Wolf den Heinrich-Mann-Preis (1963), den Georg-Büchner-Preis (1980) und den Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur (1984). 2002 wurde sie mit dem erstmals verliehenen neuen Deutschen Bücherpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Zu den Beweggründen, durch ihre Mitarbeit im neuen Beirat INKOTA zu unterstützen, schreibt sie: „Für mich bezeichnen Worte wie 'Gerechtigkeit' und 'Solidarität' Grundlagen unserer Zivilisation; wenn wir aufgeben würden, diese Werte ernst zu nehmen, würden wir in Barbarei versinken. Mir ist bewusst, dass wir in Europa auf einer Insel der Reichen leben und dass dieses reiche Leben in der Vergangenheit, aber auch heute noch, zu einem gut Teil auf der Ausbeutung der Ressourcen und der Menschen in anderen, ärmeren Ländern der Welt beruht. INKOTA steuert seit Jahren nun schon gegen diesen Prozess der weiteren Verarmung in der 'Dritten Welt'. Mich beeindruckt das Netzwerk, das so entstanden ist und das nicht Almosen vergibt, sondern Hilfe zur Selbsthilfe leistet und dadurch konkrete Alternativen entwickelt. Ich würde gerne daran mithelfen, mehr Menschen davon zu überzeugen, dass diese Arbeit auch in ihrem wohlverstandenen eigenen Interesse geschieht und dass sie daran teilnehmen sollten.“

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