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Gemeinsam für eine gerechte Welt!

Das INKOTA-Leitbild

INKOTA ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher, engagierter Menschen und Gruppen, die gemeinsam für eine gerechte Welt eintreten. Viele dieser Engagierten kommen aus der ökumenischen Bewegung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, der internationalen Solidaritätsbewegung oder der globalisierungskritischen Bewegung. Uns eint die Hoffnung, dass eine Entwicklung hin zu einer gerechten Welt möglich ist, und die Überzeugung, dass es sich lohnt, gemeinsam dafür einzutreten.

Entwicklung verstehen wir dabei als einen Prozess der Befreiung, in dem Menschen überall auf der Welt selbstbestimmt Hunger, Armut und ungerechte Machtstrukturen überwinden, um ihre Menschenwürde zu bewahren, ihre Menschenrechte zu verteidigen und die Kontrolle über lebensnotwendige Ressourcen zu erlangen.

Dieses Leitbild von INKOTA drückt aus, was uns verbindet. Es soll ein Kompass sein, der dazu dient, bei all den täglichen Herausforderungen, die uns begegnen, nicht aus den Augen zu verlieren, was uns zusammenhält.

Unsere Vision von einer gerechten Welt

Die gerechte Welt, in der wir leben wollen, sieht anders aus, als die Welt, die wir heute kennen. Wir wollen eine Welt ohne Hunger und Armut; eine friedliche Welt, in der alle Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Würde führen können. In dieser Welt erfolgt das Wirtschaften im Dienst des Lebens; die Bedürfnisse der Menschen sowie Wertschätzung und Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen – auch unter Achtung zukünftiger Generationen – stehen dabei im Mittelpunkt.

Wir wollen eine Welt, in der das Zusammenleben als solidarisches Miteinander von Kooperation und Dialog geprägt ist anstatt von Konkurrenz. Durch partizipative und transparente Strukturen und Verfahren ist größtmögliche Mitwirkung und demokratische Kontrolle garantiert. Zugleich ist dieses Zusammenleben von Toleranz und Vielfalt geprägt, was sich im Respekt vor den Anderen beispielsweise in Hinblick auf Kulturen, Religionen oder Weltanschauungen niederschlägt und was alle Formen der Diskriminierung ausschließt. In dieser Welt sind der Respekt vor dem Leben und die Achtung der Menschenwürde die obersten Gebote, in der Konflikte deshalb gewaltfrei gelöst werden.

Unsere wichtigsten Ziele

  • Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsgrundlagen für alle Menschen auf der Welt gesichert, Ernährungssouveränität hergestellt sowie die natürlichen Lebensgrundlagen gerecht verteilt und bewahrt werden.
  • Wir machen uns dafür stark, dass die politischen und bürgerlichen sowie die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte verwirklicht werden.
  • Wir wirken daran mit, dass ungerechte oder gar ausbeuterische Machtstrukturen der Vergangenheit angehören.
  • Wir stehen für ein gerechtes Handels- und Wirtschaftssystem, mit Hilfe dessen ein sozial, ökologisch und kulturell verantwortliches Wirtschaften etabliert wird, das Wachstum nicht als oberstes ökonomisches Gebot begreift.
  • Wir tragen dazu bei, dass Konflikte gewaltfrei gelöst werden.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass eine starke globale Zivilgesellschaft allen Menschen die Möglichkeit gibt, Entwicklung aktiv mitzugestalten.
  • Wir machen uns dafür stark, dass Menschen überall auf der Welt selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihre Lebenssituation verbessern können.
  • Wir ermutigen uns und andere, einen Lebensstil zu entwickeln, der mit den Zielen von INKOTA in Einklang steht.
  • Wir leisten einen Beitrag dazu, in unserer eigenen Gesellschaft globale Zusammenhänge und Abhängigkeiten bewusst zu machen, um einen Bewusstseinswandel zu fördern und politische Veränderung durchzusetzen.

Grundsätze unserer Arbeit

Wir setzen uns für Gerechtigkeit in Süd und Nord ein.

Wer vom Süden redet, darf im Norden nicht schweigen: Wir unterstützen die Projektarbeit unserer Partnerorganisationen in ausgewählten Ländern aus dem globalen Süden und setzen mit Informationsangeboten, Protestaktionen und anderem politischem Druck unsere Öffentlichkeits-, Bildungs- und Kampagnenarbeit im globalen Norden um. Beide Arbeitsbereiche sind miteinander verzahnt, wir halten sie für gleich wichtig.

Wir motivieren und mobilisieren Menschen zum Einsatz für eine gerechtere Welt.

Die notwendige Transformation unserer Gesellschaft wird nur gelingen, wenn sie von vielen Menschen getragen wird. Als Netzwerk von Basisgruppen und Einzelengagierten ermutigen wir Menschen, sich mit entwicklungspolitischen Themen zu beschäftigen. Das verwirklichen wir mit unterschiedlichen Angeboten der Beteiligung, Beratung und Information.

Wir setzen auf Kooperation und Bündnisarbeit.

Nur gemeinsam sind wir stark: Wir arbeiten eng mit Partnerorganisationen im globalen Süden und im globalen Norden zusammen und setzen national und international auf Vernetzung und Kooperation. Dabei sind wir offen für unterschiedliche Bündnisse aus AkteurInnen der Zivilgesellschaft. So bringen wir zum Beispiel Teile der ökumenischen Bewegung, der globalisierungskritischen Bewegung und der internationalen Solidaritätsbewegung zusammen.

Wir sind politisch unabhängig.

INKOTA richtet seine Arbeit an den gemeinsam festgelegten Zielen und den Bedarfen seiner internationalen PartnerInnen aus, nicht an politischen Vorgaben der verschiedenen Zuschussgeber. Wir sind parteipolitisch unabhängig. Wir ergreifen aber Partei für die Armen und Entrechteten.

Wir pflegen einen dialogorientierten Umgang mit unseren Partnerorganisationen.

Wir unterstützen unsere Partnerorganisationen in ihrer autonomen Arbeit entsprechend ihrem Bedarf und ihren Planungen. Dabei sind wir uns bewusst, dass es in der Entwicklungszusammenarbeit grundsätzlich ein Macht- und Abhängigkeitsverhältnis zwischen Geber- und Empfängerorganisationen gibt. Umso mehr sind wir um ein gleichberechtigtes Verhältnis zu unseren Partnerorganisationen bemüht, in dem wir gegenseitig voneinander lernen. Wir lösen Konflikte in partnerschaftlicher Aufarbeitung. In unserer Zusammenarbeit haben SüdpartnerInnen die Möglichkeit, ihre Sichtweisen und Positionen in den öffentlichen Diskurs im globalen Norden einzubringen. Impulse unserer internationalen PartnerInnen sind für unsere Arbeit im globalen Norden von großer Bedeutung und eine wichtige Legitimation.

Wir stehen für eine konsensorientierte Arbeitskultur mit viel Teamgeist.

Wir legen Wert darauf, zentrale Entscheidungen nach dem Konsensprinzip zu fällen. Entscheidungen werden nur dann getroffen, wenn alle Beteiligten sie mittragen. Bedenken oder abweichende Meinungen werden in der Diskussion entweder ausgeräumt oder für die betreffende Entscheidung von den jeweiligen Personen selbst zurückgestellt. Unsere Arbeitskultur ist außerdem von wechselseitigem Respekt, der Wertschätzung unterschiedlicher Fähigkeiten und Sichtweisen sowie dem Prinzip geprägt, einander zuhören und dadurch verstehen zu können. Wir wollen den Teamgeist fördern und dadurch unsere Schlagkraft hochhalten und Synergien nutzen.

Wir lassen uns an der positiven Wirkung unserer Arbeit messen.

Mit seiner Arbeit will INKOTA zu tatsächlichen und positiven Veränderungen beitragen. Wir richten unsere Arbeit deshalb systematisch darauf aus, positive Wirkungen zu erzielen und negative Wirkungen zu vermeiden. Wir beobachten und reflektieren die direkten und indirekten Wirkungen unserer Maßnahmen, um sie bewerten und daraus für unsere zukünftige Arbeit lernen zu können. Bei Projekten, die wir mit Partnerorganisationen durchführen, ist die gemeinsame Zielerarbeitung für uns selbstverständlich.

Wir sind eine lernende Organisation.

Wir selbst sind Lernende bei allem, was wir tun. Veränderungen verstehen wir als Herausforderung und Chance zur gemeinsamen Weiterentwicklung. Fehler sind wichtige Schritte auf diesem Weg. Wir unterziehen unsere Sichtweisen und unser Wirken regelmäßig der kritischen Selbstreflektion, um unsere Arbeit zu verbessern und die Organisation als Ganzes weiterzuentwickeln. Wir freuen uns über UnterstützerInnen, Mitarbeitende und PartnerInnen, die uns in diesem dauerhaften Prozess durch Einmischung und Mitgestaltung unterstützen.

Wir pflegen eine nachhaltige, ressourcenschonende Arbeitsweise.

INKOTA setzt sich für eine global zukunftsfähige Entwicklung ein. Diese Orientierung bestimmt auch die Arbeitsweise und die Ausrichtung der Projektförderung von INKOTA. Wir wirtschaften umweltgerecht und sozialverträglich. Bei der Beschaffung bevorzugen wir umweltfreundliche, sozialverträglich hergestellte und fair gehandelte Produkte, Verfahren und Dienstleistungen und achten auf klimaschonendes Reisen. Wir engagieren uns, um das Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu fördern. Mit unseren Partnerorganisationen suchen wir gemeinsam nach umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Lösungen.

Wir legen Wert auf Transparenz.

Wir informieren offen und transparent über die Herkunft und Verwendung unserer Mittel, über Ziele, Arbeitsweise und Entscheidungsstrukturen. Diese Transparenz ist für uns eine wichtige Basis für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit UnterstützerInnen, Partnerorganisationen und öffentlichen und privaten Geldgebern. Sie ist Voraussetzung für uns, um glaubhaft Offenheit und Transparenz von Politik und Wirtschaft einzufordern.

Wir arbeiten mit Spendenmitteln sowie staatlichen, kirchlichen und privaten Zuschüssen.

Der kombinierte Einsatz von Spenden und Zuschüssen verschiedener Geber eröffnet INKOTA erweiterte Gestaltungsspielräume zur Erreichung seiner Ziele und verringert die Abhängigkeit von einzelnen Finanzierungsquellen. Private Spenden haben dabei eine besondere Bedeutung, da sie ein größeres Maß an Unabhängigkeit und Flexibilität unserer Arbeit garantieren.

Das Leitbild von INKOTA

Das Leitbild wurde von der INKOTA-Mitgliederversammlung bei ihrer Jahresversammlung am 14. September 2013 in Leipzig verabschiedet. Es wurde von zahlreichen UnterstützerInnen aus allen relevanten Gremien und Organen von INKOTA erarbeitet. Begonnen wurde der Prozess im INKOTA-Jubiläumsjahr 2011 (40 Jahre).