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Wasser ist Leben

Entschlossener Einsatz für ein zentrales Menschenrecht

Projektmitarbeiterin Yocelyn Guardado macht sich für nachhaltiges Wassermanagement in El Salvador stark – damit die Menschen weiterhin Zugang zum Quell des Lebens haben.

Für uns kaum vorstellbar, aber in El Salvador Alltag: Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Da es in zahlreichen ländlichen Regionen keine staatliche Wasserversorgung gibt, haben die Menschen mehr als 2.000 eigene, unabhängige Wassersysteme aufgebaut. Doch diese sind oft unterfinanziert und reichen häufig nicht aus, um den Wasserbedarf ihrer Gemeinden zu decken. Hinzu kommen Klimawandel, die Übernutzung der wichtigsten Wasserquellen und eine unzureichende und nicht nachhaltige Wasserpolitik. Vor allem fürchten die Menschen aber eine weitere Privatisierung des Wassers mit unabsehbaren Folgen für Zugang und Versorgung.

Deshalb haben drei INKOTA-Partnerorganisationen Anfang 2019 ein gemeinsames Wasserprogramm gestartet. Sie werden unter anderem:

  • Quellgebiete wieder aufforsten,
  • die Infrastruktur der unabhängigen Wassersysteme verbessern,
  • sich auf regionaler und nationaler Ebene für eine gemeinwohlorientierte Wasserpolitik einsetzen,
  • die Mitsprache von Frauen über wichtige Entscheidungen bei der Wassernutzung verbessern und
  • dafür sorgen, dass WasseraktivistInnen besser vor Übergriffen geschützt werden.

Die drei Organisationen ergänzen sich mit unterschiedlichen Kompetenzen: Acua ist im Bereich Wasser eine der erfahrensten Nichtregierungsorganisationen El Salvadors, Fespad ist die wichtigste Menschenrechtsorganisation des Landes und die feministische Organisation Colectiva Feminista stärkt seit Jahren erfolgreich  die Mitspracherechte von Frauen. Auf deren Stellung in Wasserkomitees und unabhängigen Wassersystemen liegt bei diesem Wasserprogramm ein besonderes Augenmerk.

Warum die Wasserknappheit in El Salvador so bedrohlich ist

El Salvador könnte genug Wasser haben. Mit 1.700 Millimeter Niederschlag regnet es deutlich mehr als in Deutschland. Und doch ist Wasser ein sehr knappes Gut. Nicht nur dass der Regen übers Jahr verteilt sehr ungleich fällt. Mit dem bereits deutlich spürbaren Klimawandel verstärken sich die Wetterextreme weiter – manchmal regnet es hunderte Millimeter an nur einem oder in wenigen Tagen, oder es bleibt selbst in der Regenzeit wochenlang trocken. Eine Katastrophe für die Landwirtschaft: Im Sommer 2018 ging in Teilen des Landes durch eine mehrwöchige Dürre die für die Menschen so wichtige Mais- und Bohnenernte komplett verloren.

Der Wassermangel hat aber auch eine andere Ursache: Seit Jahren fehlt eine nachhaltige Wasserpolitik, die auf den Schutz der Wasserquellen und Wasserreservoirs zielt und außerdem allen Menschen im Land die lebenswichtige Grundversorgung mit sauberem Trinkwasser ermöglicht. Wer arm ist und in einem Stadtviertel oder in abgelegenen ländlichen Gemeinden ohne Zugang zur staatlichen Trinkwasserversorgung lebt, muss das Trinkwasser mitunter von privaten Wassertankwagen beziehen – und bezahlt dann mehr für das Wasser als diejenigen, die mit dem billigerem Leitungswasser ihre Gärten bewässern oder ganze Swimming Pools füllen.

Wie sich die Zivilgesellschaft gegen die Wasser-Privatisierung wehrt

Schon 2010 haben die Vereinten Nationen das Menschenrecht auf Wasser anerkannt. In El Salvador wird dieses Recht jedoch noch längst nicht umgesetzt. Hunderte zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich im „Wasserforum“ zusammengeschlossen und fordern eine Neuorientierung der Wasserpolitik, die sich an den Grundbedürfnissen der Menschen und dem Schutz der Umwelt orientiert. Und weil nun auch noch Unternehmerverbände und rechte Parteien eine Privatisierung des staatlichen Wasserversorgers ANDA fordern, ist im Sommer 2018 die „Allianz gegen die Privatisierung des Wassers“ entstanden, der mehr als 100 Organisationen angehören. In beiden zivilgesellschaftlichen Zusammenschlüssen sind auch die drei  Partnerorganisationen von INKOTA aktiv.

„Wasser ist ein Menschenrecht, und dieses Recht müssen wir erkämpfen“, erklärt Samuel Ventura, der Direktor von Acua, das Anliegen der zivilgesellschaftlichen Organisationen. Jede hat dabei unterschiedliche Aufgaben. Während Acua die lokalen Wasserkomittees stärkt, kümmert sich Fespad vor allem um den Schutz der AktivistInnen, die sich für ein nachhaltiges Wassermanagement in El Salvador einsetzen. Aber sie alle haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen allen Menschen im Land den Zugang zum Quell des Lebens sichern.

„Mich beeindruckt an diesem Projekt vor allem die Entschlossenheit unserer Partnerinnen und Partner und der Menschen in den Gemeinden, sich auf allen Ebenen für den Schutz des Wassers und für eine zukunftsfähige Wasserpolitik einzusetzen: lokal, regional, national. Auf diese Weise können sie Veränderungen erreichen, die wirklich nachhaltig sind und ihnen langfristig den Zugang zu Wasser sichern, sagt INKOTA-Referent Michael Krämer.

TitelUmsetzung einer nachhaltigen Wasserpolitik und Schutz des Menschenrechts auf Wasser
Ort8 Landkreise in drei Regionen El Salvadors sowie nationale Ebene
PartnerorganisationAcua, Colectiva Feminista und Fespad
LaufzeitJanuar 2019 bis Dezember 2021
Kosten567.444 Euro
Spendenbedarf
63.725 Euro

Spendenkonto:
KD-Bank
IBAN: DE06 3506 0190 1555 0000 10
BIC: GENODED1DKD
Stichwort Wasser El Salvador

 

 

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