Unsere E-Mail-Aktion an Autohersteller

Die Ergebnisse und unsere Bewertung

Das Elektroauto steht im Zentrum der globalen Verkehrswende. Auch die Bundesregierung fördert den Aufbau einer deutschen Batteriezellen-Produktion mit einer Milliarde Euro. Doch ein Blick entlang der Lieferketten zeigt: Die Produktion der Elektroautos hinterlässt in vielen Ländern des globalen Südens eine schmutzige Spur von Umweltzerstörung, Gesundheitsschäden und Ausbeutung - insbesondere bei der Gewinnung der benötigten Rohstoffe.

Menschenrechte und Umwelt in Gefahr

Kobalt und Lithium sind unverzichtbare Zutaten für die Akkus der Elektro-Autos. Doch ihr Abbau geht häufig zu Lasten der Lebensgrundlage der Menschen vor Ort. So droht sich die Wasserknappheit im sogenannten Lithium-Dreieck Lateinamerikas zu verschärfen. In dieser Region, die sich über die Salzseen in Bolivien, Chile und Argentinien erstreckt, liegen rund 85 Prozent der weltweiten Lithiumvorkommen – und die lokale Bevölkerung wird entgegen internationaler Bestimmungen nicht gefragt, ob sie mit dem Abbau einverstanden ist. Im Kongo schuften KleinschürferInnen im Kobalt-Abbau ohne Arbeitsschutz, sind Gesundheitsrisiken und dem willkürlichen Preisdiktat von Zwischenhändlern und Bergbau-Unternehmen ausgeliefert.

Vehrkehrswende ja - aber global gerecht!

Nach den Abgas-Skandalen und der immer stärker vernehmbaren Kritik am Klimakiller Verbrennungsmotor wollen wir nicht zulassen, dass Autohersteller uns den nächsten Bären aufbinden. Elektromobilität kann nur ein sinnvolles Puzzlestück einer zukünftigen Mobilität sein, wenn die gesamte Wertschöpfungskette von E-Autos betrachtet wird. Die von der Bundesregierung und von Autounternehmen oft hervorgehobenen Merkmale „grün und sauber“ müssen auf die gesamte Lieferkette zutreffen.

Online-Aktion an Autohersteller

Deshalb wollten wir wissen von Autoherstellern wissen: "Wie gerecht ist die Herstellung von Elektro-Autos?" und haben eine online E-Mail-Aktion dazu gestartet. Mit rund 11.000 versendeten Mails wandten sich INKOTA-UnterstützerInnen an die großen Automobilunternehmen. Hier veröffentlichen wir die Antworten.

Ergebnisse der Aktion

Kein Autohersteller weiß, ob all seine Rohstoffe wirklich fair sind!

Transparente Lieferketten: Interne Kenntnis und externe Kommunikation dringend steigerungswürdig

Keines der Automobilunternehmen antwortete umfassend auf die Frage nach der Herkunft ihrer Rohstoffe. In den Antwortschreiben wurde lediglich für einige Rohstoffe angegeben, in welchen Schmelzen sie verarbeitet wurden. Welche Abbauregionen und Minen zu den Zulieferern gehören, bleibt jedoch unbeantwortet. Ebenso ist unklar, in welchem Umfang Metalle von KleinschürferInnen zugekauft wurden und unter welchen Arbeitsbedingungen und für welchen Preis diese abgebaut wurden.

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Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfalt: Große Worte, hohe Ziele – Wirkung unbekannt

Die Unternehmen, die ausführliche Antwortschreiben eingereicht haben, haben bereits eine eigene Unternehmenspolitik zu Menschenrechten etabliert. Damit ist eine Basis geschaffen, um die Einhaltung von Menschenrechten entlang ihrer Lieferketten zu kontrollieren. Allerdings geht die Umsetzung nur schleppend voran: Einzelne Rohstoff-Lieferketten sind teilweise erforscht. Eine systematische Auswertung der Bemühungen fehlt bisher gänzlich.

Alle antwortenden Unternehmen beteiligen sich darüber hinaus an Industrieinitiativen. Das sind Unternehmenszusammenschlüsse, die durch gemeinsame Standards und gemeinsame Strategien ihre Lieferketten nachhaltiger gestalten sollen. Die Wirkungen dieser Initiativen zugunsten der Bevölkerung in den Abbaugebieten sind noch nicht erforscht.

Die Antworten der Unternehmen im Einzelnen

Hier lesen Sie die Antworten oder Reaktionen der einzelnen Autohersteller und INKOTAs Bewertung dazu (Bitte auf den Autohersteller klicken und weiterlesen):

Jaguar/ Land Rover und Audi haben geantwortet, dass sie keine Stellungnahme zu den Fragen abgeben werden.

Alle weiteren Unternehmen, die Fragen zum Lieferketten-Management erhalten hatten, lieferten bislang leider keine Antwort. Transparente Unternehmenskommunikation über Initiativen zur Wahrung der Menschenrechte spielt in diesen Unternehmen offenbar eine untergeordnete Rolle.

Die bis heute ausstehenden Antworten von Citroën, Peugeot, Ford, KIA Motors und Toyota nehmen wir gerne in die Auswertung mit auf. Auch alle anderen Unternehmen sind eingeladen, ihre Statements stetig zu konkretisieren.

Forderungen von INKOTA

INKOTA fordert von den Autoherstellern, Transparenz über ihre Lieferketten herzustellen und Konsequenz in der Wahrung von Menschenrechten.

Die genaue Kenntnis der eigenen Lieferkette ist die Voraussetzung für menschenrechtliche Sorgfalt. Nur wenn die Unternehmen wissen, woher ihre Produkte stammen, können sie die Menschenrechte der ArbeiterInnen vor Ort achten. Sie müssen untersuchen: Werden ArbeiterInnen fair bezahlt? Werden Kinder geschützt? Gibt es Beschwerdemechanismen, die einfach zugänglich sind?

Und sie müssen transparent darüber berichten. So können unabhängige Akteure bewerten, ob die Menschenrechte entlang der Lieferkette eingehalten werden.

Wenn Missstände auftauchen, müssen sofortige Maßnahmen ergriffen werden um die Situation der Menschen zu verbessern. Die Wirksamkeit der Maßnahmen muss überprüft und sichergestellt werden.

Teilen Sie jetzt die Ergebnisse unser Befragung und machen Sie auf die unverantwortlichen Versäumnisse der Autohersteller aufmerksam.

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