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Lena Bassermann

bassermann[at]inkota.de

Tel.:
030-420 8202-56

Die Zukunft der Landwirtschaft ist längst da!

Mit Agrarökologie die Agrarwende erreichen

Foto: Landpastorale Guatemala

Klimawandel, Artensterben, steigende Hungerzahlen – was viel Menschen nicht wissen: das alles sind auch Folgen davon, was wir essen und wie unsere Lebensmittel erzeugt werden. Die industrielle Landwirtschaft beutet Menschen und Umwelt aus und sichert dennoch nicht die Welternährung. Das ist paradox und doch Realität. So ist die industrielle Landwirtschaft zum Beispiel einer der Hauptverursacher des Klimawandels: 24 Prozent der Treibhausgas-Emissionen gehen auf das Konto der Lebensmittelproduktion. Aktuell zeigen mehrere wegweisende internationale Berichte wie etwa des Weltklimarates (IPCC) oder des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) die dramatischen Auswirkungen der industriellen Agrarwirtschaft. Selbst hochranginge Wissenschaftler*innen und Politiker*innen wie der ehemalige Generalsekretär der FAO sagen mittlerweile: „Wir brauchen einen Wandel unseres Landwirtschaftssystems hin zu gesünderen und nachhaltigeren Ernährungssystemen. Agrarökologie kann hierfür einen wichtigen Beitrag leisten.“
Und genau so ist es: Agrarökologie weist uns den Weg in eine Landwirtschaft der Zukunft. Dabei ist die Idee, alles andere als neu.

Kleinbäuer*innen aus dem globalen Süden sind uns weit vorraus

Tatsächlich praktizieren Bäuerinnen und Bauern überall auf der Welt bereits seit Jahrzehnten Agrarökologie. Sie verstehen Boden, Pflanzen und Tiere als ein gemeinsames Ökosystem, dessen einzelne Bestandteile aufeinander abgestimmt werden müssen. Die Erhaltung der Biodiversität wird systematisch in den Anbau von Nahrungsmitteln integriert. Agrarökologie basiert auf dem Prinzip des ökologischen Landbaus, das heißt, dass zum Beispiel auf synthetische Dünger und Pestizide verzichtet wird. Die Bäuerinnen und Bauern achten sehr darauf, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu verbessern, indem zum Beispiel Getreide, Gemüse, Obst und Kräuter zusammen angebaut werden – statt mit dem Anbau nur einer Ackerfrucht in Monokulturen Böden einseitig auszulaugen.

Foto: upslon (CC BY 2.0) https://www.flickr.com/photos/dq-pb/41848831084/in/photostream/

Agrarökologie ist mehr als nur eine Anbaumethode

Weite Verbreitung erfuhr Agrarökologie vor allem in den 1980er Jahren in Lateinamerika, als Agrarökologie zu einem Kampfbegriff für Bäuerinnen und Bauern wurde, die sich aus der Abhängigkeit von großen Agrarkonzernen und ihren Produkten befreien wollten, weil dieses Modell für sie nicht funktioniert hat. Bauernorganisationen begannen Agrarökologie als politischen Begriff zu nutzen und verknüpften ihn mit dem Konzept der Ernährungssouveränität. Das zeigt: Agrarökologie bedeutet nicht nur der Anbau von Nahrung, sondern stellt die Produzenten von Nahrung wieder in den Mittelpunkt. Sie sollen selbst bestimmen können, was sie anbauen und welche Preise sie für ihre Produkte verlangen.

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nutzen Agrarökologie, um aus ihrer misslichen Lage – geprägt von Armut, wenig Land, wenig Wasser, Klimaextremen – zu entkommen. Sie formulieren damit den Anspruch an Staat, Gesellschaft und Wissenschaft nach fairer Teilhabe und darauf, dass ihre landwirtschaftliche Arbeit ernst genommen und unterstützt wird. Nicht als Empfänger*innen von Hilfsleistungen aus dem globalen Norden, sondern als Inhaber*innen von Rechten, die einen gleichberechtigten Anspruch an Teilhabe und Gestaltung des Ernährungssystems haben.

Die Zukunft beginnt jetzt: Mit Ihrer Unterstützung!

Agrarökologie brauchen deutlich mehr politische und finanzielle Unterstützung, um das weltweite Ernährungssystem grundlegend zu verändern. Dazu ist INKOTA im Dialog mit der Bundesregierung, beteiligt sich an internationalen Politikprozessen des Welternährungsrates (CFS), führt Bildungsveranstaltungen durch und diskutiert mit lokalen Initiativen über Agrarökologie und was jeder selbst tun kann, um diesen Ansatz lokal zu stärken.

Was Sie jetzt tun können

1. Bestellen Sie unser Informationsmaterial

Südlink-Magazin: Agrarökologie: Wege in die Landwirtschaft der Zukunft

Positionspapier: Agrarökologie stärken

INKOTA-Infoblatt Welternährung 16: Agrarökologie

2. Bestellen Sie unsere Ausstellung

"Zukunft säen. Wer ernährt die Welt von morgen?" Unter diesem Titel zeigt eine neue INKOTA-Ausstellung die Zusammenhänge zwischen Hunger, Landwirtschaft und globaler Ungleichheit auf. Gleichzeitig eröffnet sie Perspektiven für einen Agrar- und Ernährungswende. Dabei werden nicht nur kleinbäuerliche Lösungsansätze vermittelt, sondern auch konkrete Handlungsweise für Politik und Bürger*innen. Die Ausstellung beleuchtet diese Inhalte auf sechs Roll-Ups und in zwei Hörstationen. Sie können die Ausstellung ab sofort bei Lena Bassermann bestellt: bassermann@inkota.de.

3. Seien Sie solidarisch

INKOTA unterstützt agrarökologische Projekte in El Salvador, Guatemala, Mosambik und Nicaragua. Der agrarökologische Ansatz der INKOTA-Partnerorganisationen ist ein Gegenentwurf zur agroindustriellen Landwirtschaft der großen Agrarkonzerne und stärkt explizit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Unterstützen Sie die Agrarwende von unten mit Ihrer Spende.

Agrarökologie und nachhaltige Vermarktung stärken indigene kleinbäuerliche Familien in Guatemala

INKOTAs Partnerorganisationen ADAM und die Landpastorale von San Marcos haben es sich zur Aufgabe gemacht, indigene Kleinbauernfamilien im westlichen Hochland von Guatemala dabei zu unterstützen, trotz extrem schwieriger Ausgangs-bedingungen selbstbestimmte Entwicklungswege zu gehen. Agrarökologische Anbaumethoden und eine breitere Palette an Feldfrüchten dienen dabei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Der Aufbau von nachhaltigen Vermarktungsmöglichkeiten für die eigene Ernte trägt zur Erhöhung des Haushaltseinkommens bei.

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Lokale Sorten sichern die Ernährung in Mosambik

In Mosambik wollen große Agrarkonzerne wie Bayer-Monsanto den Saatgutmarkt erobern – unterstützt von der Regierung des Landes. Doch immer mehr Kleinbäuerinnen und Kleinbauern haben das satt. Sie nehmen ihr Schicksal in die eigenen Hände und wollen mit sogenannten Saatgut-Inseln kleine Kreisläufe der Ernährungssicherung schaffen.

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Kleinbäuerliche Familien nehmen ihre Geschicke in die Hand

Der Landkreis San Ramón ist von Armut geprägt. Die meisten Familien leben von ihren eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Doch ihre Felder sind klein und liegen zumeist an steilen Hängen. Die Region ist stark entwaldet und wird immer wieder von Erdrutschen heimgesucht. Zugang zu Wasser für die Bewässerung haben nur die Wenigsten. Trotz der schlechten Ausgangsbedingungen ist unser Projektpartner ODESAR zuversichtlich, dass die kleinbäuerlichen Familien den Weg aus der Armut schaffen können.

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Mit Kakao-Anbau und einer neuen Organisation dem Klimawandel und der Armut trotzen

Kakao-Anbau El Salvador

Adán Parada von Oikos weiß, was es heißt, den Klimawandel zu spüren. „Bis vor einigen Jahren waren Dürren und Starkregen bei uns relativ selten. Jetzt gehen den Menschen immer häufiger die Ernten verloren.” Das Schlimmste daran ist: Keine Ernte bedeutet in den meisten Fällen auch, nichts mehr zum Essen für sich und die eigene Familie zu haben

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