Tanzende Menschen mit fröhlichen Gesichtsausdrücken
Projekte & Länder

Theater trifft Landwirtschaft

Frauenrechte im Fokus

von Christine Wiid
Veröffentlicht 1. SEPTEMBER 2026

Jede dritte Frau in Mosambik ist von häuslicher Gewalt betroffen – besonders in ländlichen Regionen. Armut, fehlende Bildung und traditionelle Rollenbilder verschärfen die Situation vieler Frauen. Trotz gesetzlicher Reformen hat sich ihr Alltag bislang kaum verbessert. Viele Frauen kennen ihre Rechte nicht oder wissen nicht, wie sie diese einfordern können. Das macht sie besonders verletzlich.

Dabei sind Frauen das Rückgrat der Landwirtschaft in Mosambik, mehr als 80 Prozent arbeiten in diesem Bereich. Dennoch haben viele keinen eigenen Zugang zu Land, Bildung oder finanziellen Mitteln.

Deshalb setzen sich unsere Partnerorganisationen, der Bauernverband UNAC und die Frauenorganisation LeMuSiCa („Frau, steh auf und geh Deinen Weg“) gemeinsam für die Rechte von Frauen und Mädchen ein. LeMuSiCa unterstützt Frauen, die direkt oder indirekt von Gewalt betroffen sind – mit Aufklärung, Schulungen zu Frauenrechten und psychosozialer Beratung. Außerdem betreibt die Organisation ein Frauenhaus, in dem Betroffene Schutz finden und neue Perspektiven entwickeln können.

Besonders wichtig ist dabei die Arbeit in den Gemeinden. In der kleinen Gemeinde Honde im Westen des Landes hat LeMuSiCa gemeinsam mit Frauen aus dem Dorf ein Theaterstück entwickelt. Rund 25 Frauen sind dort in einer Gruppe organisiert. Gemeinsam bewirtschaften sie Felder, sprechen aber auch über Themen wie häusliche Gewalt und Kinderehen.

Das Theaterstück erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das von ihrem älteren Freund schwanger wird. Zunächst soll sie die Schule abbrechen und heiraten. Nach Gesprächen zwischen beiden Familien entscheiden diese schließlich, dass das Mädchen weiter zur Schule gehen darf und die Hochzeit verschoben wird. Was im Stück wie eine selbstverständliche Lösung erscheint, ist in Mosambik noch immer selten: Etwa die Hälfte aller Mädchen wird vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet, viele sogar deutlich früher.

Mit ihren Aufführungen auf Märkten und Gemeindeversammlungen stoßen die Frauen wichtige Diskussionen an: über Kinderehen, Gewalt, die Verteilung von Arbeit und Einkommen sowie über die Frage, wie Jungen und Mädchen erzogen werden sollten. Während LeMuSiCa diese Themen zunächst in geschützten Frauengruppen bespricht, bringt UNAC sie auch in landwirtschaftliche Vereine ein, um Männer gezielt einzubeziehen.

Wandel braucht Zeit. Doch in Honde sind erste Veränderungen bereits sichtbar. Frauen vernetzen sich, sprechen offen über Gewalt und setzen sich gemeinsam für ihre Rechte ein.

Spenden macht glücklich!

INKOTA-Spendenkonto
IBAN DE 06 3506 0190 1555 0000 10
BIC GENODED1DKD

Hier können Sie für ein Projekt Ihrer Wahl oder zweckungebunden spenden: