Südlink zu Gold erschienen
Die Welt im Goldrausch
Liebe*r Leser*in,
es ist gut zu formen, ewig haltbar und steht wie kaum etwas anderes für Schönheit, Reichtum und Macht: das chemische Element Aurum mit der Ordnungszahl 79, besser bekannt unter dem Namen Gold. Verarbeitet wird es seit tausenden von Jahren, bereits aus der Kupferzeit sind goldene Objekte als Grabbeigaben bekannt. Immer wieder hat das Edelmetall auch die Weltgeschichte beeinflusst. Es war vor allem die Gier nach Gold, welche die spanische Krone dazu brachte, immer mehr Regionen Lateinamerikas zu erobern, nachdem sich Christoph Kolumbus auf der Suche nach einem westlichen Seeweg nach Indien in die Karibik verirrt hatte. Hunderte Tonnen des Edelmetalls schafften die Spanier in den folgenden Jahrhunderten in ihr Land und schmückten dort damit ihre Kirchen, Paläste und Herrscher*innen.
Die Gier nach Gold ist bis heute ungebrochen. Gewonnen wird es in Untertage-Minen, die teils mehrere Kilometer tief sind, oder im Tagebau, bei dem ganze Regionen umgegraben werden und viel fruchtbares Land zerstört wird. Aber auch sonst ist die Goldgewinnung durch den Einsatz von Zyanid beziehungsweise Quecksilber höchst umweltschädlich und eine enorme Gefahr für die Wasserversorgung ganzer Länder. Pedro Cabezas schildert in seinem Beitrag, wie ebendiese Sorge in El Salvador immer mehr Menschen und Organisationen für den Schutz des Wassers und gegen den Metallbergbau mobilisierte, bis das Land diesen – als erstes weltweit – 2017 komplett untersagte. Auch wenn das Verbot inzwischen wieder aufgehoben wurde, war es doch ein riesiger Erfolg für eine soziale Bewegung.
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Ich bin dabei!Mit den seit Jahren steigenden Preisen lohnt sich der Goldabbau in immer mehr Regionen, auch dort, wo die Förderung sehr aufwendig ist und der Eingriff in die Natur groß. So steigen mit der Nachfrage auch die Umweltschäden, etwa in Ghana oder Sierra Leone, wie dies Nana Kwasi Barning Ackah und Sophie Emrich beziehungsweise Hannah Kentouche schildern.
So vollzieht sich eine ökologische Katastrophe, die für ein gutes Leben völlig unnötig ist. Denn im Gegensatz zu manchen anderen Rohstoffen, die für die Wirtschaft von Bedeutung sind und wie etwa Lithium wenigstens zu einem ökologischen Umbau unserer Gesellschaften beitragen, wird Gold nicht wirklich benötigt. Nur etwa sechs Prozent des geförderten Goldes, Tendenz sinkend, wird in technischen Anwendungen genutzt, wie Hartmut Heidenreich in seinem Artikel schreibt. Dies ließe sich schon heute komplett aus Recycling gewinnen. Der Großteil des Goldes wird hingegen als Schmuck verarbeitet, dient als Investment oder wird von Zentralbanken aufgekauft.
Die Welt befindet sich im Goldrausch, doch zu viele leiden unter dem Abbau. Im Sudan, so schildert es Bettina Rühle, trägt dieser sogar zur Finanzierung eines enorm grausamen Krieges bei. Zu schwach sind die Regelungen, um die Herkunft des Goldes zu überprüfen und „Blutgold“ vom Handel auszuschließen.
Mögen Sie über all diese Themen erhellende Informationen in diesem Südlink finden, wünscht Ihnen
Michael Krämer