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Christine Wiid
Christine Wiid

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Saatgut-Vielfalt verteidigen!

Lokale Sorten sichern die Ernährung in Mosambik

Flora Antonia Soares vom Bauernverein Muralelo erntet Maniok, eines der Hauptnahrungsmittel in der Region, Foto: INKOTA-netzwerk

In Mosambik wollen Agrarkonzerne wie Bayer-Monsanto den Saatgutmarkt erobern. Dabei zeigen Versuche auf Testfeldern, dass lokal angepasste Sorten besser mit den örtlichen Begebenheiten klarkommen. In Südafrika wurden deshalb mehrere Monsanto-Sorten nicht zugelassen. Hinzu kommt, dass das ohnehin bitterarme Mosambik derzeit von einer schweren Schuldenkrise erschüttert wird – verursacht durch illegal aufgenommene Kredite und zwielichtige Deals großer Konzerne mit der Regierung. Die Menschen in Mosambik haben das Geschacher auf ihre Kosten satt. Immer mehr Kleinbäuerinnen und -bauern nehmen ihr Schicksal in die eigenen Hände: Sie wollen die Saatgut-Vielfalt auf ihren Feldern verteidigen und sogenannte Saatgut-Inseln schaffen.

Kleinbauer Antonio Basquete aus Mosambik weiß: Gegen den Maiskäfer ist kaum ein Kraut gewachsen. Der gefährliche Schädling hat in seiner Gemeinde in der letzten Erntesaison tonnenweise Mais vernichtet. Und alles nur, weil sich sein Kleinbauernverein hatte breitschlagen lassen, das Hybridsaatgut PAN 53 anzubauen. „Die Regierung hat uns immer wieder nahegelegt, auf die vermeintlich besseren Sorten der Agrarkonzerne umzusteigen. Da haben wir irgendwann gesagt: Na gut, wir probieren es aus.“

Die Bäuerinnen und Bauern im Distrikt Sussundenga in der Provinz Manica sind vorsichtig. Wenn sie neue Sorten in einer Gemeinde einführen wollen, nutzen sie dafür zunächst ein gemeinschaftliches Testfeld. PAN 53 haben sie so auf fünf Hektar Land testweise angebaut und rund acht Tonnen Mais geerntet. Die Freude währte kurz: Schon bald entdeckten sie die kleinen Käfer, die in tropischen Regionen wie diesen in zwei Monaten Lagerzeit schon mal drei Viertel einer Ernte vernichten können.

Zum Glück hatte Basquetes Kleinbauernverein nur das Testfeld mit dem Hybridmais bestellt. Nicht auszudenken was geschehen wäre, wenn die Familien die Ernten auf ihren eigenen Feldern verloren hätten: Die Ernährung der Menschen in Sussundenga hängt von diesen Feldern ab – ein Ernteverlust dort hieße für sie existenzielle Not.

„Die Regierung hat uns immer wieder nahegelegt, auf die vermeintlich besseren Sorten der Agrarkonzerne umzusteigen. Da haben wir irgendwann gesagt: Na gut, wir probieren es aus.“

Antonio Basquete, Kleinbauer aus Mosambik

Trotz zahlreicher Erfahrungen wie in Sussundenga setzt die Regierung in Mosambik weiter auf das Saatgut der Agrarkonzerne. Sie will das Tauschen, Verteilen und Vervielfältigen von lokal angepasstem Saatgut stark einschränken.

Der Kern des Projekts: die Saatgut-Insel

Doch zum Glück gibt es starke Organisationen wie den Kleinbauernverband UNAC: Um den massiven Eingriff in das Leben der Menschen zu verhindern, hat UNAC ein Programm zum Erhalt der Saatgut-Vielfalt aufgesetzt. UNAC ist sehr gut im Land vernetzt, der Verband hat landesweit fast 100.000 Mitglieder, die in rund 2.500 Vereinigungen und Kooperativen organisiert sind.

Der Kern des Programms ist für die einzelnen Initiativen gleich und setzt auf eine sogenannte Saatgut-Insel für jeden Verein: Die Teilnehmenden lernen, wie sie ihr Saatgut selbst vervielfältigen können, teilen ihr landwirtschaftliches Wissen miteinander und tauschen auch ihr jeweiliges Saatgut untereinander aus.

Was das mit einer Insel zu tun hat? Mit dem Saatgut-Programm von UNAC schaffen sich die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern kleine Inseln für ein gutes Leben in einer von Agrarkonzernen dominierten Welt – auch und vor allem in Zeiten des Klimawandels.

In den Provinzen Manica und Zambezia wollen 25 Bauernvereine über die nächsten drei Jahre ihre eigene Saatgut-Insel schaffen: Die TeilnehmerInnen werden geschult, vernetzen sich, erhalten Saatgut für die Testfelder und bringen sich gegenseitig bei, wie ihr Saatgut vervielfältigt werden kann. Ein Kreislauf der Ernährungssicherung für insgesamt 500 kleinbäuerliche Familien entsteht.

INKOTA unterstützt die Menschen in Mosambik dabei, ihre eigenen Saatgut-Inseln zu erschaffen und damit die Saatgut-Vielfalt in ihrem Land zu verteidigen. Pro Verein brauchen wir dafür 1.560 Euro.

Vernetzung und Selbstorganisation

Der Kleinbauernverband UNAC leistet auf nationaler und internationaler Ebene politische Arbeit, damit den Bauern und Bäuerinnen ihr Zugang zu Saatgut erhalten bleibt. UNAC entstand 1987 als nationale Bewegung von und für Kleinbauern. Heute hat der Verband landesweit fast 100.000 Mitglieder, die in rund 2.500 Bauernvereinigungen und -kooperativen organisiert sind. Auch international ist UNAC gut vernetzt, beispielsweise als Mitglied von La Via Campesina. So verschafft der Kleinbauernverband den mosambikanischen Bauern und Bäuerinnen auch international Gehör und tritt für ihre Interessen ein.

Eindrücke aus dem Projekt

Projektteilnehmerinnen aus der Gemeinde Alto Molocue, Foto: INKOTA-netzwerk
Ein Teil der Maisernte wird verkauft, Foto: INKOTA-netzwerk
Luis Muchanga, Geschäftsführer der UNAC, Foto: INKOTA-netzwerk
Lokaler Mais ist lange haltbar, Foto: INKOTA-netzwerk
Mitglieder der UNAC bilden sich zum Thema Saatgut fort, Foto: INKOTA-netzwerk
Flora Antonia Soares vom Bauernverein Muralelo erntet Maniok, eines der Hauptnahrungsmittel in der Region, Foto: INKOTA-netzwerk

Projektinfo

ProjektbezeichnungSaatgutvielfalt erhalten
OrtProvinzen Manica und Zambezia, Mosambik
PartnerorganisationUNAC, União Nacional dos Camponeses
LaufzeitOktober 2018 bis September 2021
Kosten251.000 Euro
Spendenbedarf39.045 Euro

 

 

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