Indien

Leder und Schuhe nachhaltig produzieren!

Deutsche Unternehmen in der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht

Steckbrief

Projektfokus
Stärkung der Zivilgesellschaft
Zahl der Begünstigten
1.700 Arbeiter*innen
Spendenbedarf
80.950,00 Euro

In indischen Gerbereien und Schuhfabriken leisten Menschen härteste körperliche Arbeit unter katastrophalen Bedingungen. Die verwendeten Chemikalien sind Gift für Augen, Haut und Atemwege, aber wirkungsvolle Schutzkleidung wird den Beschäftigten nur selten zur Verfügung gestellt. Und trotz all der Strapazen bleiben die Arbeiter*innen arm. Einzelne können daran wenig ändern. Nur wenn sie sich mit Kolleg*innen zusammenschließen, können sie gegen tagtägliche Gesundheitsgefahren, Erniedrigungen und Arbeitsrechtsverletzungen vorgehen. Doch häufig kennen sie ihre Rechte nicht, haben keine Arbeitsverträge, große Angst vor Entlassungen und haben kaum Gelegenheit sich mit den anderen Arbeiter*innen zusammenzuschließen. Wenn sie Forderungen erheben, erleben sie Repressionen und können nur selten den Rechtsweg beschreiten. Kleinste Beschwerden können zu Entlassungen führen.

In indischen Gerbereien und Schuhfabriken leisten Menschen härteste körperliche Arbeit unter katastrophalen Bedingungen. Die verwendeten Chemikalien sind Gift für Augen, Haut und Atemwege, aber wirkungsvolle Schutzkleidung wird den Beschäftigten nur selten zur Verfügung gestellt. Und trotz all der Strapazen bleiben die Arbeiter*innen arm. Einzelne können daran wenig ändern. Nur wenn sie sich mit Kolleg*innen zusammenschließen, können sie gegen tagtägliche Gesundheitsgefahren, Erniedrigungen und Arbeitsrechtsverletzungen vorgehen. Doch häufig kennen sie ihre Rechte nicht, haben keine Arbeitsverträge, große Angst vor Entlassungen und haben kaum Gelegenheit sich mit den anderen Arbeiter*innen zusammenzuschließen. Wenn sie Forderungen erheben, erleben sie Repressionen und können nur selten den Rechtsweg beschreiten. Kleinste Beschwerden können zu Entlassungen führen.

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Englischsprachige Kurzdokumentation über die Lederindustrie in der nordindischen Stadt Kanpur, einem wichtigen Industriezentrum mit 400 Gerbereien, in denen etwa 300.000 Menschen arbeiten

Unsere indischen Partnerorganisationen Society for Labour and Development (SLD) und Cividep India setzen genau hier an. In ausgewählten Produktionsstätten in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Tamil Nadu möchten sie die Arbeitsbedingungen verbessern. In speziellen Beratungszentren, sogenannten „Legal Clinics“ oder „Workers Ressources Centres“, bringen sie die Arbeiter*innen zusammen. Durch Arbeitsrechtstrainings, Schulungen und Beratungen werden diese über ihre Rechte aufgeklärt und dabei unterstützt, ihre Forderungen durchzusetzen. Außerdem bekommen sie Zugang zu sozialen Absicherungssystemen.

Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich an einem Training für Arbeiter*innen teilnehme. Ich wusste nicht, dass wir als Arbeiter*innen so viele Rechte haben. Durch das Training verstehe ich, dass meine Rechte an meinem Arbeitsplatz verletzt werden. Das Training hat mir Vertrauen gegeben mich dagegen zu wehren und darüber zu sprechen.
Arbeiterin in einer Schuhfabrik in Tamil Nadu

Unsere Partnerorganisationen SLD und Cividep veranstalten Vernetzungstreffen und Dialogforen mit Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftler*innen. So stärken sie die Zivilgesellschaft in Indien und unterstützen Arbeiter*innen dabei ihre Rechte geltend zu machen und Veränderungen im indischen Leder- und Schuhsektor voranzutreiben.

Doch dieser Kampf muss international geführt werden. Indische Firmen produzieren auch für deutsche Schuhmarken. Deshalb engagiert sich INKOTA dafür, dass deutsche Schuhunternehmen ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen – und die deutsche Bundesregierung deren Einhaltung durchsetzt.

Den Markenunternehmen und Schuhhändlern muss klar sein, welche Auswirkungen ihre Geschäfte auf Frauen und Männer haben, die in armen Verhältnissen leben und sich schlecht wehren können. Die großen Firmen machen sehr viel Profit. Sie müssen ihre Lieferketten nachverfolgen und sicherstellen, dass unter guten Bedingungen für sie gearbeitet wird.
Gopinath Parakuni, Leiter von CIVIDEP

Dafür setzen wir auf:
•    öffentliche Aktionen in Deutschland
•    die Veröffentlichung von Rechercheergebnissen über die Produktionsstätten und
•    den kritischen Dialog mit Politik und Wirtschaft.
So erhöhen wir den Druck auf deutsche Unternehmen, endlich ihrer Verantwortung für die Einhaltung von Arbeitsrechten und Umweltstandards in den indischen Produktionsstätten nachzukommen.

Jede*r von uns kann hier aktiv werden – und den Arbeiter*innen, die unsere Schuhe herstellen solidarisch die Hand reichen, so zum Beispiel im Rahmen der Kampagne Change Your Shoes oder der Initiative Lieferkettengesetz.

Studie
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Studie „Wenn aus zu wenig fast nichts wird“
Erhebung über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf indische Arbeiter*innen der Schuh- und Lederherstellung
Studie
Studie „Wenn aus zu wenig fast nichts wird“
Erhebung über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf indische Arbeiter*innen der Schuh- und Lederherstellung
Extreme Einkommensverluste, fristlose Kündigungen, Verschuldung, kaum soziale Sicherungssysteme – das sind die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Arbeiter*innen in der indischen Schuh- und Lederindustrie. Das zeigt die Studie „Wenn aus zu wenig fast nichts wird“. INKOTAs indische Partnerorganisa...

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