Vietnam

Endlich selbst entscheiden

Durch mehr Partizipation zu einem selbstbestimmten Leben

Eine Dorfversammlung in der Gemeinde Tan Loi

Eine Dorfversammlung in der Gemeinde Tan Loi

Steckbrief

Projektfokus
Selbstbestimmung
Zahl der Begünstigten
284 Haushalte in 3 Dörfern
Spendenbedarf
31.907,00 Euro

Eine funkelnagelneue große Lagerhalle steht am Dorfeingang. Und dass, obwohl die Dorfgemeinschaft schon seit langem sehnlichst auf eine neue Bewässerungsanlage wartet. So etwas kommt in Vietnam nicht selten vor. Denn welche Probleme in den ländlichen Gemeinden Vietnams zuerst angegangen werden und mit welchen Maßnahmen, das wird bisher meist an einem Schreibtisch der Distriktverwaltung entschieden – weit entfernt vom eigentlichen Geschehen.  

Zwar sind die Regierungsvertreter*innen, die das lokale Entwicklungsbudget verwalten, mittlerweile per Gesetz dazu angehalten, die lokale Bevölkerung bei solchen Entscheidungen miteinzubeziehen. Doch in einem autokratisch geführten Staat wie Vietnam mangelt es beiden Seiten an praktischer Erfahrung und den notwendigen methodischen Fähigkeiten, um Partizipation tatsächlich zu leben.

Selbstverwaltete Kleinprojekte als Schlüssel

Dass sich das ändern lässt, beweist die Gemeinde Tan Loi, rund 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Hanoi. Die bergige und dicht bewaldete Gegend ist fast gänzlich von ethnischen Minderheiten bewohnt. Jede*r zweite hier lebt in Armut. Dank kooperativen Regierungsvertreter*innen können die Bewohner*innen aber mittlerweile nicht nur selbst darüber entscheiden, was sie am dringendsten benötigen, sondern sie setzen ihre Entscheidungen auch eigenverantwortlich um. Sie bauen Brunnen oder bessern Transportwege aus, oder sie gründen eine Teekooperative, um ihre Produkte besser vermarkten zu können.

Eine funkelnagelneue große Lagerhalle steht am Dorfeingang. Und dass, obwohl die Dorfgemeinschaft schon seit langem sehnlichst auf eine neue Bewässerungsanlage wartet. So etwas kommt in Vietnam nicht selten vor. Denn welche Probleme in den ländlichen Gemeinden Vietnams zuerst angegangen werden und mit welchen Maßnahmen, das wird bisher meist an einem Schreibtisch der Distriktverwaltung entschieden – weit entfernt vom eigentlichen Geschehen.  

Zwar sind die Regierungsvertreter*innen, die das lokale Entwicklungsbudget verwalten, mittlerweile per Gesetz dazu angehalten, die lokale Bevölkerung bei solchen Entscheidungen miteinzubeziehen. Doch in einem autokratisch geführten Staat wie Vietnam mangelt es beiden Seiten an praktischer Erfahrung und den notwendigen methodischen Fähigkeiten, um Partizipation tatsächlich zu leben.

Selbstverwaltete Kleinprojekte als Schlüssel

Dass sich das ändern lässt, beweist die Gemeinde Tan Loi, rund 90 Kilometer nördlich der Hauptstadt Hanoi. Die bergige und dicht bewaldete Gegend ist fast gänzlich von ethnischen Minderheiten bewohnt. Jede*r zweite hier lebt in Armut. Dank kooperativen Regierungsvertreter*innen können die Bewohner*innen aber mittlerweile nicht nur selbst darüber entscheiden, was sie am dringendsten benötigen, sondern sie setzen ihre Entscheidungen auch eigenverantwortlich um. Sie bauen Brunnen oder bessern Transportwege aus, oder sie gründen eine Teekooperative, um ihre Produkte besser vermarkten zu können.

Wir haben so viele Fähigkeiten, die wir für die Entwicklung unseres Dorfes nutzen können. Wir müssen uns nur zusammenschließen, um unsere Lebensbedingungen aus eigener Kraft verbessern zu können.
Luc Van Bao
örtlicher Gemeindevertreter

Angeregt hat diese ungewöhnliche Form der Zusammenarbeit die INKOTA-Partnerorganisation DWC. Sie hat Dorfbewohner*innen und die Lokalregierung an einen Tisch gebracht und so den Begriff Partizipation mit Leben gefüllt. DWC ermutigt die Bewohner*innen, für jede größere Herausforderung vor Ort eigene Lösungsvorschläge zu entwickeln. Anschließend berät DWC die Bewohner*innen bei allen Schritten der Umsetzung: Ziele zu formulieren, einen Aktivitätenplan zu erstellen, Rollen und Verantwortlichkeiten zu definieren und einen soliden Finanzplan aufzustellen – damit auch der lokale Schatzmeister zufrieden ist. Und die Ergebnisse sprechen für den Erfolg des Ansatzes: Die Dorfbewohner*innen haben bereits 18 Kleinprojekte erfolgreich umgesetzt – innerhalb von zwei Jahren.

Angeregt hat diese ungewöhnliche Form der Zusammenarbeit die INKOTA-Partnerorganisation DWC. Sie hat Dorfbewohner*innen und die Lokalregierung an einen Tisch gebracht und so den Begriff Partizipation mit Leben gefüllt. DWC ermutigt die Bewohner*innen, für jede größere Herausforderung vor Ort eigene Lösungsvorschläge zu entwickeln. Anschließend berät DWC die Bewohner*innen bei allen Schritten der Umsetzung: Ziele zu formulieren, einen Aktivitätenplan zu erstellen, Rollen und Verantwortlichkeiten zu definieren und einen soliden Finanzplan aufzustellen – damit auch der lokale Schatzmeister zufrieden ist. Und die Ergebnisse sprechen für den Erfolg des Ansatzes: Die Dorfbewohner*innen haben bereits 18 Kleinprojekte erfolgreich umgesetzt – innerhalb von zwei Jahren.

Unsere jahrelangen Erfahrungen mit diesem Ansatz haben gezeigt, dass die Zielgruppe dadurch ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit entwickelt. Die Menschen werden zu Partner*innen, Planer*innen und Manager*innen ihrer eigenen Projekte.
Bui Thi Kim
Direktorin von DWC

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Dieser Videoclip über das Projekt wurde kürzlich im vietnamesischen Staatsfernsehen gezeigt. Zwar wird der partizipative Ansatz dort nahezu kaum thematisiert, man erfährt aber einiges über die bereits umgesetzten Kleinprojekte. In der Menüleiste von YouTube lassen sich englische Untertitel aktivieren.

Auch örtliche Regierungsvertreter*innen profitieren

Doch das Projekt adressiert nicht nur die Bevölkerung in Tan Loi. Auch die lokalen Regierungsvertreter*innen werden gezielt in den Prozess eingebunden und erwerben so die Kompetenz, diesen partizipativen Ansatz in Zukunft auch selbst umzusetzen. Die örtliche Distriktregierung zeigt sich begeistert.

Auch örtliche Regierungsvertreter*innen profitieren

Doch das Projekt adressiert nicht nur die Bevölkerung in Tan Loi. Auch die lokalen Regierungsvertreter*innen werden gezielt in den Prozess eingebunden und erwerben so die Kompetenz, diesen partizipativen Ansatz in Zukunft auch selbst umzusetzen. Die örtliche Distriktregierung zeigt sich begeistert.

Wir sind sehr dankbar für das Projekt, weil es der Bevölkerung und vor allem den Frauen mehr Mitsprachemöglichkeiten gibt und dadurch auch mehr Selbstvertrauen. Und auch wir selbst werden besser darin, unser Geld möglichst wirkungsvoll einzusetzen.
Bui Kim Phuong
Vorsitzende der Frauenunion des Distriktes
Bei meiner letzten Projektreise war ich begeistert zu sehen, mit welchem Elan die Dorfbewohner*innen bei der Sache sind. Voller Stolz präsentierten sie mir ihre Projektideen und die dazugehörigen Aufgaben- und Finanzierungspläne. Da kann sich manch eine professionelle Entwicklungsorganisation noch etwas abschauen.
Sarah Grieß
INKOTA-Projektreferentin für Südostasien

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