Nicaragua

Ernährungssicherheit statt Zuckerexporte

Steckbrief

Projektfokus
Frauenförderung, Ernährungssicherheit
Zahl der Begünstigten
10 Gemeinden
Spendenbedarf
31.088,00 Euro

Im Landkreis El Viejo im Nordwesten von Nicaragua werden Zuckerrohr und Erdnüsse im großen Maßstab in Monokulturen produziert – für den Export. Doch von den Exportgewinnen profitieren lediglich ein paar Großgrundbesitzer. Die Mehrzahl der Menschen besitzt hingegen nur ein ganz kleines Stückchen Land, auf dem sie hauptsächlich die Grundnahrungsmittel Mais und Bohnen anbauen. So reicht die Ernte höchstens für den Eigenbedarf aus.

Die Region ist von extremer Armut geprägt. Zahlreiche Kinder leiden an chronischer Mangel- und Unterernährung. Die Wohnverhältnisse sind prekär und vielen Menschen ist der Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen verwehrt. In den meisten Landgemeinden herrscht zudem Wasserknappheit, die sich durch den Klimawandel und die Zuckerrohr- und Erdnussplantagen immer weiter verschärft.

Privilegierte Männer - von Armut betroffene Frauen

Besonders Frauen sind von der Armut betroffen. Sie sind bei den Eigentumsverhältnissen stark benachteiligt – denn jeder wichtige Besitz wie Land, Haus, Hof und Tier, ist in der Regel ein Privileg der Männer. Zudem arbeiten Frauen durchschnittlich länger als Männer, da sie zugleich den Haushalt, die Kindererziehung und zusätzliche landwirtschaftliche Tätigkeiten meistern müssen. Dennoch sind sie häufig von wichtigen Entscheidungen in den Familien und Gemeinden ausgeschlossen.

Die lokale Nichtregierungsorganisation APADEIM hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Landfrauen zu stärken und neue Perspektiven in den ländlichen Gemeinden zu schaffen. Direktorin Ana Celia Tercero erklärt:

Im Landkreis El Viejo im Nordwesten von Nicaragua werden Zuckerrohr und Erdnüsse im großen Maßstab in Monokulturen produziert – für den Export. Doch von den Exportgewinnen profitieren lediglich ein paar Großgrundbesitzer. Die Mehrzahl der Menschen besitzt hingegen nur ein ganz kleines Stückchen Land, auf dem sie hauptsächlich die Grundnahrungsmittel Mais und Bohnen anbauen. So reicht die Ernte höchstens für den Eigenbedarf aus.

Die Region ist von extremer Armut geprägt. Zahlreiche Kinder leiden an chronischer Mangel- und Unterernährung. Die Wohnverhältnisse sind prekär und vielen Menschen ist der Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen verwehrt. In den meisten Landgemeinden herrscht zudem Wasserknappheit, die sich durch den Klimawandel und die Zuckerrohr- und Erdnussplantagen immer weiter verschärft.

Privilegierte Männer - von Armut betroffene Frauen

Besonders Frauen sind von der Armut betroffen. Sie sind bei den Eigentumsverhältnissen stark benachteiligt – denn jeder wichtige Besitz wie Land, Haus, Hof und Tier, ist in der Regel ein Privileg der Männer. Zudem arbeiten Frauen durchschnittlich länger als Männer, da sie zugleich den Haushalt, die Kindererziehung und zusätzliche landwirtschaftliche Tätigkeiten meistern müssen. Dennoch sind sie häufig von wichtigen Entscheidungen in den Familien und Gemeinden ausgeschlossen.

Die lokale Nichtregierungsorganisation APADEIM hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Landfrauen zu stärken und neue Perspektiven in den ländlichen Gemeinden zu schaffen. Direktorin Ana Celia Tercero erklärt:

Nicaragua gehört zu den Ländern mit der höchsten Rate an Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika. Häusliche Gewalt ist hier weit verbreitet. Um dies nachhaltig zu verändern, sind ein harter Kampf und viel Ausdauer erforderlich. Durch unser Programm zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen fördern wir gezielt Landfrauen: Sie bauen sich eine eigene Existenzgrundlage auf und sind nicht mehr finanziell auf ihre Männer angewiesen. Wenn die Männer sie misshandeln, dann können sie sich von ihnen trennen. Wir wollen das Selbstwertgefühl der Frauen stärken und Organisationsstrukturen innerhalb der Gemeinden aufbauen, damit sich die Frauen künftig gegenseitig unterstützen.
Ana Celia Tercero
Direktorin von APADEIM

Frauen helfen Frauen

Dass dieser Ansatz gut funktioniert, stellt Brenda Miranda aus der Gemeinde Los Paniquines unter Beweis: Sie wurde von APADEIM als Promotorin für Ernährungssicherheit ausgebildet und hat eine Modellparzelle errichtet, auf der sie verschiedene Obst- und Gemüsesorten anbaut. Sie besitzt jetzt Hühner, Säue sowie einen Eber. Lebhaft erzählt von den Fortschritten, die sie im vorigen INKOTA-Projekt erreicht hat:

Die Tierhaltung war für mich der Durchbruch. Mein Eber sorgt dafür, dass sich die Schweine in meiner Gemeinde rasch vermehren. Ich verleihe den Eber in der Nachbarschaft und erhalte im Gegenzug ein Ferkel. Der Verkauf von Ferkeln ermöglicht mir gute Einnahmen. Ich kann damit einen wichtigen Beitrag zu unserem Familieneinkommen leisten. Dank der Eier und dem Obst und Gemüse, das wir neuerdings selbst anbauen, können wir uns außerdem ausgewogener ernähren – statt wie früher immer nur Maisfladen und Bohnen zu essen. Als Promotorin bin ich in meiner Gemeinde anerkannt und sehr gefragt. Ständig kommt jemand vorbei, um sich bei landwirtschaftlichen Fragen Rat bei mir zu holen. Ich helfe gerne, wo ich nur kann. Manchmal fehlt mir jedoch das nötige Fachwissen.
Brenda Miranda
Promotorin für Ernährungssicherheit in El Viejo

Weiterbildung und Starthilfe

Durch das neue Projekt erhalten insgesamt 30 Promotorinnen aus 10 Landgemeinden Fortbildungen zu Hühner- und Schweinehaltung, Gemüse- und Obstanbau, nachhaltiger Bodenbearbeitung und Vermarktung. Ihr erlangtes Wissen geben sie im Anschluss durch Workshops an weitere 160 Projektteilnehmerinnen weiter. Zusätzlich besuchen die Promotorinnen die Parzellen der anderen Projektteilnehmerinnen und leisten kontinuierlich technische Beratung. Dadurch sinkt das Risiko Produktionsausfälle zu erleiden.

Da den Frauen das nötige Investitionskapital fehlt, werden sie zum Beispiel mit Saatgut, Zäunen und Ställen unterstützt, um mit dem Gemüseanbau und der Hühner- und Schweinehaltung zu beginnen, oder diese zu verbessern. Das Besondere an dem Projekt ist, dass mit einem Ansatz zur Weitergabe erhaltener Güter gearbeitet wird. So werden die Projektteilnehmerinnen, die beispielsweise Hühner oder Schweine erhalten, nach erfolgreicher Vermehrung jeweils ein Jungtier weitergegeben – dadurch wirkt sich das Projekt positiv für weitere Frauen aus. Das Projekt zeigt: Es gibt alternative Entwicklungswege zum industriellen Anbau von Monokulturen!

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