So kann Ihre Spende verwendet werden:

30 Euro: werden benötigt, damit ein/e Dorfbewohner/in an einem zweitägigen Training zur Planung von selbstverwalteten Projekten oder zum Finanzmanagement teilnehmen kann.

260 Euro: kostet eine eintägige Dialogveranstaltung mit ca. 60 Personen, zu der neben DorfbewohnerInnen auch RegierungsvertreterInnen eingeladen werden.

400 Euro: kosten die Erstellung und der Druck von 100 Exemplaren einer mehrseitigen Publikation, die den Ansatz selbstverwalteter Kleinprojekte für die Bevölkerung wie auch die RegierungsvertrerInnen anschaulich aufbereitet und verständlich erklärt.

Spendenkonto

KD-Bank
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Ansprechpartnerin


Sarah Grieß

griess[at]inkota.de
Tel.: 030 420 8202-40

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Durch mehr Partizipation zu einem selbstbestimmten Leben

Community-Management für mehr Mitsprachemöglichkeiten

Es gibt Orte auf der Welt, die unmissverständlich vor Augen führen: Armut bekämpfen zu wollen, ohne die lokale Bevölkerung vernünftig einzubeziehen, funktioniert einfach nicht. Die Gemeinde Tan Loi rund 90 Kilometer nördlich von Hanoi ist so ein Ort. Die bergige und dicht bewaldete Landschaft ist zu 95 Prozent von ethnischen Minderheiten bewohnt, die Armutsrate beträgt um die 50 Prozent. Durch lokale Entwicklungsmaßnahmen hat die vietnamesische Regierung in den vergangenen Jahren versucht, die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Allerdings sind die Ernte-Erträge als Haupteinnahmequelle der Bevölkerung seither sehr wenig gestiegen. Stattdessen säumen zwei repräsentative Gebäude den Wegesrand der Gemeinde. Eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation der Menschen von Tan Loi sieht anders aus.

Partizipation nun auch gesetzlich verankert

Dabei ist der politische Wille zur Veränderung durchaus da und auch die Einsicht, dass die aktive Einbindung der Bevölkerung ein wichtiger Schlüssel sein kann. Nicht ohne Grund hat die Regierung mehrere Gesetze erlassen, die der Bevölkerung größere Mitspracherechte geben. Doch was sich auf dem Papier so fortschrittlich liest, wird in der Praxis kaum umgesetzt. Oft mangelt es sowohl bei den verantwortlichen RegierungsvertreterInnen als auch bei der Bevölkerung an fachlichen und methodischen Fähigkeiten, den Begriff „Partizipation“ mit Leben zu füllen.

Selbstverwaltete Kleinprojekte als Schlüssel

Genau hier setzt das Projekt unserer Partnerorganisation DWC – The Center for Promoting Development for Women and Children an. Mit Hilfe des von ihnen entwickelten „Community-Management”- Ansatzes unterstützen sie die Menschen in drei Dörfern der Tan Loi Gemeinde dabei, lokale Herausforderungen selbst zu analysieren, eigene Lösungen hierfür zu entwickeln und diese überzeugend den staatlichen Behörden gegenüber zu vertreten. So sollen gemeinsam bis zu 20 kleinere Maßnahmen identifiziert werden, die im Projekt als selbstverwaltete Kleinprojekte von der Bevölkerung selbst geplant und umgesetzt werden können. Denkbar sind kleinere Infrastrukturvorhaben, wie der Bau eines Bewässerungssystems oder die Ausbesserung einer Straße, die für den Transport von landwirtschaftlichen Produkten relevant ist. Aber auch die Anschaffung einer Maschine zur Teeverarbeitung oder die Gründung von Erzeugergemeinschaften bieten sich als selbstverwaltete Kleinprojekte an. Die Entscheidung darüber wird in partizipativen Dorfversammlungen gefällt, während die Detailplanung, Umsetzung und ggf. Instandhaltung in gemeindebasierten Arbeitsgruppen erfolgt, die jeweils dafür gegründet werden.

Die Arbeit dieser Arbeitsgruppen unterstützt INKOTA mit einem kleinen Budget. Ein Großteil der finanziellen Mittel zur Umsetzung der selbst-verwalteten Kleinprojekte wird aber durch die lokale Bevölkerung selbst mobilisiert. Sie leistet bei allen Kleinprojekten einen Eigenbeitrag. Zudem wird sie von DWC dabei unterstützt, private Investoren aufzuspüren und die Möglichkeiten der öffentlichen Förderung auszuschöpfen, indem sie etwa in Trainings geschult werden überzeugende Förderanträge zu schreiben. „Unsere jahrelangen Erfahrungen mit diesem Ansatz haben gezeigt, dass die direkte Zielgruppe dadurch ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit entwickelt“, erklärt Bui Thi Kim, die Direktorin von DWC. „Sie werden zu PartnerInnen, PlanerInnen und ManagerInnen ihres eigenen Projekts.“

„Bei meiner letzten Projektreise war ich begeistert zu sehen, mit welchem Elan die Dorfbewohner und Dorfbewohnerinnen bei der Sache sind. Voller Stolz präsentierten sie mir ihre Projektideen und die dazugehörigen Aufgaben- und Finanzierungspläne. Da kann sich manch professionelle Entwicklungsorganisation noch etwas abschauen. Besonders freute es mich zu sehen, wie speziell die Frauen immer mehr Selbstvertrauen gewinnen. Obwohl sie traditionell eher weniger in Entscheidungsgremien vertreten sind, haben sie hier auf einmal das Wort ergriffen und ihre Meinung geäußert.“ - Sarah Grieß,  INKOTA-Projektreferentin für Südostasien

Auch örtliche RegierungsvertreterInnen profitieren

Lokale RegierungsvertreterInnen werden bei verschiedenen Projektaktivitäten gezielt in den Prozess eingebunden und erwerben so die Kompetenz, diesen partizipativen Ansatz in Zukunft auch selbst umzusetzen. Die örtliche Distriktregierung zeigt sich begeistert und hat bereits größere Summen für die Umsetzung des Projektes zur Verfügung gestellt: „Wir sind sehr dankbar für das Projekt, weil es der Bevölkerung und vor allem den Frauen mehr Mitsprachemöglichkeiten gibt und dadurch auch mehr Selbstvertrauen“, sagt die Vorsitzende der Frauenunion des Distriktes, Bui Kim Phuong. „Und auch wir selbst werden besser darin, unser Geld möglichst wirkungsvoll einzusetzen.“

Alle Bewohner der Gemeinde sind in der Landwirtschaft tätig. Foto: INKOTA-netzwerk
Der Dorfleiter von Cau Luu präsentiert. Foto: INKOTA-netzwerk
Über diesen Staudamm soll im Rahmen eines selbsverwalteten Kleinprojektes eine Brücke gebaut werden. Foto: INKOTA-netzwerk
Teepflückerin in Cau Luu. Foto: INKOTA-netzwerk
Bei einer Dorfversammlung in Dong Lam. Foto: INKOTA-netzwerk
Mapping des Dorfes Dong Lam. Foto: INKOTA-netzwerk
Hier möchten die Bewohner von Dong Lam im Rahmen eines selbstverwalteten Projektes eine Straße bauen. Foto: INKOTA-netzwerk
Bui Thi Kim, Direktorin von DWC

Die Direktorin von DWC, Bui Thi Kim, hebt die Vorteile des Community Management - Ansatzes für die direkte Zielgruppe wie folgt hervor:

  1. Ihre Fähigkeiten in der Planung und Umsetzung von Dorf-Entwicklungsmaßnahmen einschließlich der Akquise von finanziellen Mitteln wird gestärkt;
  2. Ihre Eigenverantwortung für die Dorfenwicklung wird erhöht;
  3. Ihre Beziehung und Interaktion mit den Regierungsstellen wird besser gestaltet;
  4. Die demokratischen Mitsprachemöglichkeiten auf Dorfebene werden gestärkt. Die DorfbewohnerInnen nehmen an Entscheidungsprozessen der lokalen Regierung teil, wodurch öffentliche Mittel effektiver und effizienter zum Vorteil der DorfbewohnerInnen genutzt werden;
  5. Die transparente Verwaltung und Abrechnung von Projektgeldern trägt zur effizienten Nutzung sowohl von Projektmitteln als auch von öffentlichen Geldern bei;
  6. Das Vertrauen der lokalen RegierungsvertreterInnen in die Fähigkeiten der DorfbewohnerInnen bezüglich der Selbstverwaltung von staatlichen Fördermitteln wird erhöht;
  7. Die kleinen Entwicklungsprojekte, welche die tatsächlichen Bedarfe und Prioritäten aller DorfbewohnerInnen berücksichtigen, tragen zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen in der Tan Loi Gemeinde bei.
ProjektbezeichnungFörderung der Partizipation der Bevölkerung und selbst verwalteter Projekte zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen in der Tan Loi Gemeinde, Dong Hy Distrikt
OrtProvinz Thai Nguyen, Distrikt Dong Hy, Gemeinde Tan Loi, Vientnam
PartnerorganisationDWC – The Center for Promoting Development for Women and Children
LaufzeitJuli 2018 bis Juni 2021
Kosten246.348 Euro
Spendenbedarf31.907 Euro
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