Vietnam

Ethnische Minderheiten stärken!

Steckbrief

Projektfokus
Ernährungssicherheit
Zahl der Begünstigten
361 Kleinbauernfamilien
Spendenbedarf
26.547,00 Euro

„Es vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht zurücksehnen“, erzählt uns Luong Thanh Hai wehmütig. Der Kleinbauer wurde 2008 mit allen anderen Bewohner*innen seines Dorfes von der vietnamesischen Regierung umgesiedelt – an einen Ort, der 200 Kilometer von ihrer Heimat entfernt liegt. Auf dem Land, auf dem sich früher einmal das Dorf von Luong Thanh Hai befand, steht heute ein Wasserkraftwerk.

Über 400 dieser Ungetüme sind in den letzten Jahren in Vietnam gebaut worden, um das rasante Wirtschaftswachstum des Landes aufrechtzuerhalten. Denn neue Energiequellen zu erschließen, ist dafür elementar. Die besondere Krux dabei ist: Die Kraftwerke werden meist in Gebieten errichtet, die von ethnischen Minderheiten bewohnt werden. So auch im Fall von Luong Thanh Hai und seiner Dorfgemeinschaft, die Angehörige der Minderheit der Thai sind.

Umsiedlungen als Armutsrisiko

Sie wurden in die neu gegründete Gemeinde Ngoc Lam in einen Distrikt im nördlichen Zentralvietnam umgesiedelt. Hier spricht niemand ihre Sprache. „Wir waren geschockt, als wir das erste Mal hierherkamen. Alles sah ganz anders aus als in unserem Heimatdorf“, erinnert sich Luong Thanh Hai. Die Ländereien, die ihnen als Entschädigung zur Verfügung gestellt wurden, sind viel kleiner und von schlechterer Qualität als diejenigen, die sie früher bewirtschafteten. Zudem haben sie eine andere Beschaffenheit, sodass sich bisherige Anbaumethoden nicht so einfach fortführen lassen.

Neben dem Schmerz über den Verlust der Heimat, belastet die miserable ökonomische Situation, in die die Thai-Gemeinde durch die Umsiedlung geraten ist. Obwohl alle Bewohner*innen von Ngoc Lam von der Landwirtschaft leben, waren sie zwischenzeitlich nicht mehr in der Lage, sich ausreichend zu ernähren. Die Armutsrate beträgt rund 84 Prozent – ein dramatischer Wert im Vergleich zum Landesdurchschnitt von nur noch 10 Prozent! Die staatlichen Unterstützungsprogramme konnten bislang wenig Verbesserungen erzielen, da sie den spezifischen Bedürfnissen der Thai-Minderheit zu wenig Beachtung schenkten.

Nachhaltig wirtschaften - mit traditionellem Wissen und einheimischem Saatgut

Dagegen unternimmt die INKOTA-Partnerorganisation CHIASE in einem seit 2018 laufenden Projekt etwas. Durch lokal angepasste Anbau- und Viehzuchtmethoden und die Gründung kleiner Erzeugergemeinschaften unterstützen sie fünf Dörfer der Gemeinde Ngoc Lam. Durch Methoden nachhaltiger Bewirtschaftung der kleinen Anbauflächen konnten die Bewohner*innen ihr Einkommen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen. Besondere Berücksichtigung erfährt dabei das traditionelle Wissenssystem der Thai sowie ein agrarökologischer Ansatz.

„Es vergeht kein Tag, an dem wir uns nicht zurücksehnen“, erzählt uns Luong Thanh Hai wehmütig. Der Kleinbauer wurde 2008 mit allen anderen Bewohner*innen seines Dorfes von der vietnamesischen Regierung umgesiedelt – an einen Ort, der 200 Kilometer von ihrer Heimat entfernt liegt. Auf dem Land, auf dem sich früher einmal das Dorf von Luong Thanh Hai befand, steht heute ein Wasserkraftwerk.

Über 400 dieser Ungetüme sind in den letzten Jahren in Vietnam gebaut worden, um das rasante Wirtschaftswachstum des Landes aufrechtzuerhalten. Denn neue Energiequellen zu erschließen, ist dafür elementar. Die besondere Krux dabei ist: Die Kraftwerke werden meist in Gebieten errichtet, die von ethnischen Minderheiten bewohnt werden. So auch im Fall von Luong Thanh Hai und seiner Dorfgemeinschaft, die Angehörige der Minderheit der Thai sind.

Umsiedlungen als Armutsrisiko

Sie wurden in die neu gegründete Gemeinde Ngoc Lam in einen Distrikt im nördlichen Zentralvietnam umgesiedelt. Hier spricht niemand ihre Sprache. „Wir waren geschockt, als wir das erste Mal hierherkamen. Alles sah ganz anders aus als in unserem Heimatdorf“, erinnert sich Luong Thanh Hai. Die Ländereien, die ihnen als Entschädigung zur Verfügung gestellt wurden, sind viel kleiner und von schlechterer Qualität als diejenigen, die sie früher bewirtschafteten. Zudem haben sie eine andere Beschaffenheit, sodass sich bisherige Anbaumethoden nicht so einfach fortführen lassen.

Neben dem Schmerz über den Verlust der Heimat, belastet die miserable ökonomische Situation, in die die Thai-Gemeinde durch die Umsiedlung geraten ist. Obwohl alle Bewohner*innen von Ngoc Lam von der Landwirtschaft leben, waren sie zwischenzeitlich nicht mehr in der Lage, sich ausreichend zu ernähren. Die Armutsrate beträgt rund 84 Prozent – ein dramatischer Wert im Vergleich zum Landesdurchschnitt von nur noch 10 Prozent! Die staatlichen Unterstützungsprogramme konnten bislang wenig Verbesserungen erzielen, da sie den spezifischen Bedürfnissen der Thai-Minderheit zu wenig Beachtung schenkten.

Nachhaltig wirtschaften - mit traditionellem Wissen und einheimischem Saatgut

Dagegen unternimmt die INKOTA-Partnerorganisation CHIASE in einem seit 2018 laufenden Projekt etwas. Durch lokal angepasste Anbau- und Viehzuchtmethoden und die Gründung kleiner Erzeugergemeinschaften unterstützen sie fünf Dörfer der Gemeinde Ngoc Lam. Durch Methoden nachhaltiger Bewirtschaftung der kleinen Anbauflächen konnten die Bewohner*innen ihr Einkommen um bis zu 30 Prozent zu erhöhen. Besondere Berücksichtigung erfährt dabei das traditionelle Wissenssystem der Thai sowie ein agrarökologischer Ansatz.

Mit organischem Dünger, einheimischem Saatgut und neuen Techniken der Bewirtschaftung erschließen sich die kleinbäuerlichen Familien eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Form der Landwirtschaft. Dabei werden verschiedene Einkommens- und Selbstversorgungsmöglichkeiten kombiniert, wie Reis-, Tee- und Akazienanbau sowie Bienen-, Hühner- und Schweinezucht. Dieser Ansatz erzielt auch auf kleinsten Parzellen hohe Erträge und schützt zugleich die natürlichen Ressourcen.

Darüber hinaus stößt CHIASE einen Dialog mit lokalen Regierungsvertreter*innen an, um die Stimme der ethnischen Minderheiten zu stärken und darauf hinzuwirken, dass sich staatliche Maßnahmen zur Armutsreduzierung künftig stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientieren. Auch ein Netzwerk landwirtschaftlicher Berater*innen wird aufgebaut.

Mit organischem Dünger, einheimischem Saatgut und neuen Techniken der Bewirtschaftung erschließen sich die kleinbäuerlichen Familien eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Form der Landwirtschaft. Dabei werden verschiedene Einkommens- und Selbstversorgungsmöglichkeiten kombiniert, wie Reis-, Tee- und Akazienanbau sowie Bienen-, Hühner- und Schweinezucht. Dieser Ansatz erzielt auch auf kleinsten Parzellen hohe Erträge und schützt zugleich die natürlichen Ressourcen.

Darüber hinaus stößt CHIASE einen Dialog mit lokalen Regierungsvertreter*innen an, um die Stimme der ethnischen Minderheiten zu stärken und darauf hinzuwirken, dass sich staatliche Maßnahmen zur Armutsreduzierung künftig stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientieren. Auch ein Netzwerk landwirtschaftlicher Berater*innen wird aufgebaut.

„Besonders schätze ich an der Arbeit von CHIASE, dass sie neue Anbautechniken mit dem traditionellen Wissen der Thai gezielt verbinden. Dadurch trägt die Projektarbeit nicht nur zu einer Verbesserung der ökonomischen Lebensbedingungen bei, sondern stärkt auch die Identität und das Selbstbewusstsein der Menschen, die bislang eher marginalisiert werden.“
Sarah Grieß
INKOTA-Projektreferentin für Südostasien

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