Mittwoch 25.03.20

Coronavirus in Vietnam: INKOTA-Projektregion betroffen

Thomas_Gerlach, https://pixabay.com/de/photos/vietnam-sapa-nordvietnam-4862330/

Auch die Projektarbeit von INKOTA in Vietnam ist vom neuen Coronavirus betroffen. Nachdem Ende Januar die ersten Fälle im Land bekannt wurden, ergriff die vietnamesische Regierung sofort weitreichende Maßnahmen: Schulen und Universitäten wurden geschlossen, größere Versammlungen und Veranstaltungen wurden abgesagt, Kontrollen erhöht und Grenzübergänge geschlossen. Zudem wurden immer wieder ganze Ortschaften unter Quarantäne gestellt, sobald der Verdacht aufkam, dass ein*e Bewohner*in Kontakt zu einer infizierten Person gehabt haben könnte - so auch zunächst eine Gemeinde, in der auch Projektpartner von INKOTA aktiv sind. Hierdurch ließ sich ein großflächiger Ausbruch zunächst verhindern. Ende Februar wagte man bereits aufzuatmen, als alle 16 bis dahin erkrankten Personen wieder genesen waren und es über Wochen zu keinen Neuinfektionen kam. Die rigorosen Ausgangsbeschränkungen wurden allmählich aufgehoben und das öffentliche Leben wiederaufgenommen.

Dann kam das Virus zurück

Doch Anfang März kam das Virus zurück. Eine Flugreisende wurde positiv getestet, nachdem sie bereits weitere Passagiere angesteckt hatte. Zwar wurden die Vorsichtsmaßnahmen der Regierung umgehend nochmal drastisch verschärft und zum Beispiel ein komplettes Einreiseverbot für Europäer*innen erlassen. Mittlerweile grassiert das Virus jedoch in mehreren Provinzen und die Sorge ist groß, dass das lokale Gesundheitssystem einem großflächigen Ausbruch des Virus über kurz oder lang nicht gewachsen sein wird - auch wenn bislang (Stand 24.3.2020) in Vietnam noch keine Todesopfer zu verzeichnen sind.

INKOTA-Projektarbeit zu Corona-Zeiten

Für unsere Partnerorganisationen bedeutet die Situation, dass sie seit Beginn des Ausbruchs ihre Projektaktivitäten stark einschränken und schließlich komplett einstellen mussten. Feldbesuche sind nicht mehr möglich, Trainings, Workshops und Versammlungen von Projektteilnehmenden unterbunden. Die Mitarbeitenden unserer Partnerorganisationen dürfen nur noch aus dem Home-Office heraus arbeiten - ähnlich wie auch wir hier in Deutschland. Und es weiß niemand so genau wie es weitergeht.

INKOTA unterstützt seit den 90er Jahren Projekte in Vietnam. Aktuell arbeiten wir mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, die ethnische Minderheiten im nördlichen und zentralen Hochland unterstützen. Zurzeit fördern wir drei Projekte:

  • In der Gemeinde Tan Loi, 90 Kilometer nördlich von Hanoi, unterstützen wir ein Projekt unserer Partnerorganisation DWC – The Center for Promoting Development for Women and Children. sie arbeiten daran, durch mehr Partizipation, den Menschen vor Ort ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
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  • Im nördlichen Zentralvietnam, in der Gemeinde Ngoc Lam, fördern wir ein Projekt unserer Partnerorganisation CHIASE – The Center of Help for Indigenous value promotion And Sustainable Environment. Hier leben zwangsumgesiedelte Angehörige der Thai-Minderheit in bitterer Armut. Sie wurden aus ihrem 200 Kilometer entfernten Heimatort vertrieben, weil dort ein Wasserkraftwerk gebaut wurde. CHIASE unterstütz die Menschen dabei, kleine Erzeugergemeinschaften zu gründen und lokal angepasste Anbau- und Viehzuchtmethoden zu entwickeln.
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Corona-Virus-Song geht viral

Das vietnamesische Gesundheitsministerium hat sich im Kampf gegen das Virus etwas Besonderes einfallen lassen: Mit einem animierten Popsong-Video klärt es darüber auf, wie man sich vor einer Infektion schützen kann. Das Video wurde bereits millionenfach auf YouTube geklickt. In den sozialen Medien tragen Vietnames*innen nun einen Wettbewerb aus: Sie stellen Videos von sich mit den besten Tanzperformances zum Anti-Corona-Song ins Internet.

Corona-Hilfe: Stärken Sie die Schwächsten!

Zum INKOTA Corona-Newsticker

Jetzt das Video des vietnamesischen Gesundheitsministeriums ansehen

Jetzt TikTok-Tanzperformance der Tänzer Quang Đăng ansehen

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