Donnerstag 30.04.20

Indien: Partner*innen verteilen Corona-Hilfspakete

CIVIDEP übergiet Lebensmittelpakete an Arbeiter*innen, Foto: CIVIDEP

Die Maßnahmen der indischen Regierungen gegen das Coronavirus haben das Land hart getroffen. Nach anfänglichen lokalen Ausgangssperren verhängte die Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi am 24. März ein landesweites Ausgehverbot. Wie unsere indischen Partnerorganisationen Society for Labour and Development (SLD) und CIVIDEP berichten, hat dies vor allem die Millionen von Wanderarbeiter*innen und Arbeiter*innen in der Leder- und Schuhindustrie hart getroffen. Beide Partnerorganisationen bemühen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten die notleidenden Menschen zu unterstützen.

1,3 Milliarden Menschen sind von der harten Ausgangssperre in Indien betroffen, die vorerst bis zum 3. Mai gilt. Alle Produktionsstätten und fast alle Geschäfte mussten schließen. Die Gesundheitskrise hat dadurch unmittelbar zu einer ökonomischen Krise geführt: 90 Prozent der Beschäftigten haben ihr Einkommen verloren, wie Sonia Wazed von unserer Partnerorganisation SLD berichtet. Die Regierung sprang zur Unterstützung der Armen mit Lebensmittelrationen ein. Doch diese Rationen wurden nun gekürzt. So muss eine Familie im Monat mit fünf Kilo Reis pro Erwachsenen auskommen. Die Rationen werden nur lokal Registrierten gewährt, daher gibt es für viele Menschen, beispielsweise Wanderarbeiter*innen, überhaupt keine Hilfe.

Jetzt das Statement von Sonia Wazed auf YouTube anschauen

Ausgangssperre: Millionen Wanderarbeiter*innen gestrandet

Besonders betroffen sind die Millionen von Beschäftigten in der Leder- und Schuhindustrie in Indien. Häufig sind sie Tagelöhner*innen und Wanderarbeiter*innen und ernähren von ihren niedrigen Einkommen ganze Familien. Unsere Partner*innen von CIVIDEP und SLD, berichten von katastrophalen Zuständen: Millionen von Wanderarbeiter*innen strandeten aufgrund der Ausgangssperre ohne Unterkunft und Lebensmittel auf Bahnhöfen und an Bushaltestellen. Die Arbeiter*innen wissen nicht, wann sie wieder in die Fabriken zurückkehren können.

Täglicher Kampf ums Überleben

Kaum besser geht es den vor Ort arbeitenden und lebenden Menschen. Viele haben Angst, wie Pradeepan Ravi, Projektkoordinator bei CIVIDEP, berichtet: „Denn aufgrund des Zusammenbruchs der globalen Lieferketten befürchten sie, überhaupt keine Arbeit mehr zu haben. Bisher hatten sie keine soziale Absicherung oder konnten nichts für den Notfall zurücklegen. Sie kämpfen Tag für Tag und brauchen Unterstützung, um das Notwendigste zu haben.“

Partnerorganisationen verteilen Nothilfe

CIVIDEP und SLD haben deshalb mit der ersten Nothilfe begonnen: Sie versorgen die bedürftigen Menschen mit Lebensmitteln und Medizin. SLD unterstützt im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh vor allem Lederarbeiter*innen und Wanderarbeiter*innen. Nach Befragungen wurde mit ihnen eine Liste von notwendigen Dingen erstellt. Seitdem hat SLD Familien von Tagelöhner*innen mit Lebensmittelpaketen versorgt, wie Sonia Wazed erzählt: „Jede Familie der Tagelöhner*innen erhielt Lebensmittel mit 5 Kilogramm Mehl, 3 Kilogramm Linsen, 2 Kilogramm Zucker, 1 Kilogramm Salz, 500 Gramm Sojabohne, 1 Liter Speiseöl, 250 Gramm Tee, 250 Gramm Milchpulver und Gewürzen, 3 Päckchen Kekse und Badeseife.“

                                                    

Lebensmittelpakete von SLD; Bild: SLD

Erste Hilfe kommt an

CIVIDEP arbeitet im Bundesstaat Tamil Nadu in Südindien und unterstützt Menschen mit Lebensmitteln und gekochten Mahlzeiten. „Die erste Hilfe kommt an. Weitere Unterstützung ist gut, um möglichst viele Arbeiter*innen und deren Familien zu erreichen und zu helfen“, berichtet Pradeepan Ravi. Mit einem großen „DANKE!“ für die durch INKOTA erhaltene Hilfe, beendet er seinen Bericht.

                                          

CIVIDEP übergibt ein Lebensmittelpaket; Foto: CIVIDEP

Damit SLD und CIVIDEP weiterhin Menschen in Indien helfen können, hoffen sie auf Unterstützung aus unserer Corona-Hilfe. Schon mit 15 Euro kann ein Hilfspaket für eine ganze Familie erstellt werden.

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