Rohstoffabbau

Wo und wie die Rohstoffe für unsere E-Autos abgebaut werden

Von Gilles Paire Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 177916343

Als exportorientiertes Industrieland hat Deutschland einen enormen Rohstoffbedarf. Da es selbst über zu wenig Ressourcen verfügt, um den Bedarf der eigenen Industrie zu decken, ist Deutschland auf den Import von Rohstoffen aus dem globalen Süden angewiesen. Viele dieser Rohstoffe werden im Globalen Süden gefördert, insbesondere solche, die für die Produktion von Elektroautos notwendig sind. Beim Abbau von metallischen Rohstoffe kommt es häufig zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung in den Lieferkette deutscher Unternehmen, die jedoch ungeahndet bleiben.

Im Folgenden zeigen wir, wo und unter welchen Bedingungen die Metalle Lithium, Kobalt und Nickel abgebaut werden. Diese sind unverzichtbare Zutaten für die Akkus von Elektroautos.

Eine aktuell gängige E-Auto-Batterie mit einer 50 kWh Batterie und einer Reichweite von 300 km wiegt über 400 kg. Sie enthält in etwa

  • 8 Kilogramm Lithium 
  • 13 Kilogramm Kobalt
  • 13 Kilogramm Nickel 

Als exportorientiertes Industrieland hat Deutschland einen enormen Rohstoffbedarf. Da es selbst über zu wenig Ressourcen verfügt, um den Bedarf der eigenen Industrie zu decken, ist Deutschland auf den Import von Rohstoffen aus dem globalen Süden angewiesen. Viele dieser Rohstoffe werden im Globalen Süden gefördert, insbesondere solche, die für die Produktion von Elektroautos notwendig sind. Beim Abbau von metallischen Rohstoffe kommt es häufig zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung in den Lieferkette deutscher Unternehmen, die jedoch ungeahndet bleiben.

Im Folgenden zeigen wir, wo und unter welchen Bedingungen die Metalle Lithium, Kobalt und Nickel abgebaut werden. Diese sind unverzichtbare Zutaten für die Akkus von Elektroautos.

Eine aktuell gängige E-Auto-Batterie mit einer 50 kWh Batterie und einer Reichweite von 300 km wiegt über 400 kg. Sie enthält in etwa

  • 8 Kilogramm Lithium 
  • 13 Kilogramm Kobalt
  • 13 Kilogramm Nickel 

Lithium – das weiße Gold in unseren Batterien

Lithium ist das ideale Metall für den Lade- und Entladeprozess einer Batterie: als unedles Leichtmetall gibt es seine Elektronen leicht ab. Für die Batterien in Elektromobilen, aber auch für die Speicherung regenerativer Energien ist Lithium derzeit schlicht unabdingbar und damit weltweit immer stärker gefragt. Mancherorts wird es als das Erdöl des E-Zeitalters gehandelt. Doch weil die Förderung in den ohnehin trockenen Regionen Unmengen an Wasser verbraucht, kommt es immer wieder zu Protesten der lokalen Bevölkerung.

Lithium wird derzeit nicht in Deutschland gewonnen, der Bedarf kann nur über den Import gedeckt werden. Bereits im Jahr 2015 war Deutschland weltweit fünftgrößter Nettoimporteur von Lithiumkarbonat. Durch die zunehmende Fertigung von Batteriezellen in Deutschland wird der Bedarf hierzulande weiter steigen. Die Deutsche Rohstoffagentur und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe gehen davon aus, dass die globale Nachfrage nach Lithium für Zukunftstechnologien wie z. B. Elektroautos bis 2035 gegenüber 2013 um das 180-fache ansteigen könnte.

Lithium ist das ideale Metall für den Lade- und Entladeprozess einer Batterie: als unedles Leichtmetall gibt es seine Elektronen leicht ab. Für die Batterien in Elektromobilen, aber auch für die Speicherung regenerativer Energien ist Lithium derzeit schlicht unabdingbar und damit weltweit immer stärker gefragt. Mancherorts wird es als das Erdöl des E-Zeitalters gehandelt. Doch weil die Förderung in den ohnehin trockenen Regionen Unmengen an Wasser verbraucht, kommt es immer wieder zu Protesten der lokalen Bevölkerung.

Lithium wird derzeit nicht in Deutschland gewonnen, der Bedarf kann nur über den Import gedeckt werden. Bereits im Jahr 2015 war Deutschland weltweit fünftgrößter Nettoimporteur von Lithiumkarbonat. Durch die zunehmende Fertigung von Batteriezellen in Deutschland wird der Bedarf hierzulande weiter steigen. Die Deutsche Rohstoffagentur und die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe gehen davon aus, dass die globale Nachfrage nach Lithium für Zukunftstechnologien wie z. B. Elektroautos bis 2035 gegenüber 2013 um das 180-fache ansteigen könnte.

Mehr über Lithium

Vorkommen und Gewinnung

Lithium kommt in der Natur nur in Verbindungen vor, zum Beispiel als Lithiumkarbonat oder Lithiumchlorid. Lithium lagert oft in Vulkangestein oder in (ausgetrockneten) Salzseen. Die weltweit größten, mit heutigen Methoden abbaubaren Lithiumreserven lagern in den Salzseen Südamerikas: allein 9 Millionen Tonnen in Bolivien und 7,5 Millionen Tonnen in Chile.

Lithium wird vor allem durch das Verfahren der gezielten Verdunstung gewonnen: Lithiumhaltiges Salzwasser lagert über Monate in riesigen Becken, um durch gezieltes Verdampfen des Wassers eine Erhöhung der Lithium-Konzentration zu erreichen. Das verdampfte Wasser wird nicht aufgefangen oder wieder dem Grundwasser zugeführt. Damit sinkt der Grundwasserspiegel durch die Förderung der Lake.

Dreiländereck Argentinien-Bolivien-Chile

Chiles starke Position als einer der führenden Lithiumproduzenten bleibt leider nicht ohne Folgen für Umwelt und Bevölkerung. SQM, ein privater chilenisch-kanadischer Konzern, wird hier bis 2030 Lithium abbauen. Die Bergbaugewerkschaften protestieren gegen das Vorhaben, da sie befürchten, dass eine staatlich nicht mehr kontrollierte Ausbeutung des Atacama-Salzsees eine Umweltkatastrophe verursachen könnte. Die Sorge ist berechtigt: Bereits beim jetzigen Ausmaß der Förderung sinkt der Grundwasserspiegel, Flussläufe und Feuchtgebiete trocknen aus.

Die ansässige, zum Großteil indigene Bevölkerung, leidet unter Wassermangel. Die Atacama-Wüste zählt zu den trockensten Gebieten der Erde, mit einer Niederschlagsmenge von nur 1 Millimeter alle fünf bis 20 Jahre in vereinzelten Gebieten. Schon lange haben sich die indigenen Völker der Region gegen den Abbau Litihiumabbau in der Region ausgesprochen. Noch gibt es jedoch keine staatlichen Regulierungen, die das Recht auf Wasser und Boden der Anrainerbevölkerung sichern könnten. Im Gegenteil: In Chile ist das gesamte Wassermanagement privatisiert. SQM kann gleichzeitig die Wasserressourcen und den Lithiumabbau kontrollieren – eine fatale Kombination, wenn Grundrechte indigener Anrainer*innen und Umsatzwünsche eines Konzerns in den Waagschalen liegen.

In Bolivien liegt in der Salar de Uyuni das größte einzelne Lithium-Vorkommen der Welt. Das Land hofft eine entstehende lokale Lithiumindustrie könnte Rohstoffgewinne erwirtschaften, die im Land bleiben.

Das Lithium sollte insbesondere mit einem Joint Venture mit einem bolivianischen Staatskonzern und dem Ableger ACISA (ACI Systems Alemania) der deutschen Firma ACI Systems gewonnen werden. Das Projekt liegt allerdings seit Protesten der lokalen Bevölkerung seit Ende 2019 auf Eis, weswegen Bolivien sogar Klagen vor einem internationalen Schiedsgericht drohen. Derzeit laufen allerdings wieder Verhandlungen (Stand Mai 2021).

Die Protestierenden forderten eine gerechtere Verteilung der Gewinne aus dem Vorhaben. Außerdem befürchteten sie erhebliche Umweltschäden wie Auswirkungen auf das Grundwasser. In der Tat könnte die Lithiumindustrie im Salar de Uyuni nach offiziellen Angaben über 400.000 Kubikmeter Wasser (400 Millionen Liter) pro Monat benötigen. Dafür müsste sehr wahrscheinlich jahrtausendealtes Wasser unter dem Salar angezapft werden.  Schon jetzt klagen Anrainer*innen über Schäden am Ökosystem wie kontaminiertes Süßwasser oder durch Chemikalien-Staub, der die Luft verunreinigt. 

Kobalt ─ die Muskeln der Batterien

Kobalt steigert die Energiedichte von Batterien. Das unedle Schwermetall wird für den Pluspol von Lithium-Ionen Batterien genutzt. Durch den Umstieg auf E-Mobilität und weitere Zukunftstechnologien könnte die Nachfrage nach dem Rohstoff bis 2035 gegenüber 2013 um das 24-fache ansteigen. Die Einhaltung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in der Kobalt-Lieferkette und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Kleinbergbau drohen dabei auf der Strecke zu bleiben.

Kobalt steigert die Energiedichte von Batterien. Das unedle Schwermetall wird für den Pluspol von Lithium-Ionen Batterien genutzt. Durch den Umstieg auf E-Mobilität und weitere Zukunftstechnologien könnte die Nachfrage nach dem Rohstoff bis 2035 gegenüber 2013 um das 24-fache ansteigen. Die Einhaltung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in der Kobalt-Lieferkette und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Kleinbergbau drohen dabei auf der Strecke zu bleiben.

Mehr über Kobalt

Vorkommen und Gewinnung

Kobalt fällt fast ausschließlich als Nebenprodukt der großindustriellen Nickel- und Kupferproduktion an. Rund zwei Drittel werden in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen, weitere wichtige Abbauländer sind Kanada, Australien und Russland. In den kongolesischen Provinzen Haut-Katanga und Lualaba sind bis zu 150.000 Kleinschürfer*innen aktiv. Etwa 20 Prozent des kongolesischen Kobaltabbaus erfolgt im Kleinbergbau.

Der Kobaltabbau steht aus verschiedenen Gründen in der Kritik: Stammt Kobalt aus Kleinbergbau, bedeutet es zwar Einkommen für die Menschen, die sich vor der Alternativlosigkeit sehen, vom Bergbau leben zu müssen. Die rasante Wertsteigerung von Kobalt auf dem Weltmarkt kommt bei den Bergleuten jedoch nicht an.

Der industrielle Bergbau hingegen ist oftmals verbunden mit intransparenter Konzessionsvergabe und ungeklärten Landrechten der lokalen Bevölkerung. Großkonzerne aus China, USA und Europa bauen das wertvolle Metall im großen Stil ab, während die Vorwürfe wegen korrupter Vergabepraktiken und Steuererleichterungen nicht abreißen.

Kobalt-Bergbau in der DR Kongo

Kleinschürfer*innen leben oft über Wochen von ihren Familien getrennt und können sich nicht einmal eine grundsätzliche Ausrüstung wie Schaufeln leisten. Zuletzt ist der Kobalt-Bergbau im Kongo stark ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, da vielerorts Kinder an der Arbeit im Berg beteiligt sind. Auch sie sind teilweise von gefährlichen Praktiken und menschenunwürdigen Umständen im Kleinbergbau betroffen.

Zugleich lebt aber in der rohstoffreichen Region Katanga ein Großteil der Bevölkerung von weniger als einem Dollar pro Tag und ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, Elektrizität oder gesundheitlicher Versorgung. Während die lokale Bevölkerung nicht vom Reichtum ihres Bodens profitiert, trägt der Abbau und die Verarbeitung von Kobalt zu starken Umweltverschmutzungen bei: Abwasser aus den Schmelzen verschmutzt die Flüsse und den Boden mit Schwermetallen, die Luft ist feinstaubbelastet.

 

Dossier
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Kobalt. kritisch³
Dossier
Kobalt. kritisch³
Kobalt ist einer der kritischsten Rohstoffe der Gegenwart. Kritisch aus Sicht der Industrie, die abhängig ist von großen Mengen des Rohstoffes für die Technologien der Zukunft, insbesondere Batterien. Kritisch aus Sicht von Menschenrechts-  und Umweltorganisationen weltweit, die tagtägliche Mensche...

Nickel ─ Schlüsselelement für E-Autos

Nickel ist ein Schlüsselelement in der Elektroautoproduktion. Das Metall macht, je nach chemischer Zusammensetzung, bis zu 80 Prozent der Kathode (Pluspol) einer E-Autobatterie aus. Bislang wird Nickel hauptsächlich für die Stahlproduktion gebraucht. Nur 4 Prozent der Nickelproduktion fließen bislang in die Batterieherstellung für Elektroautos. Dennoch wird mit zunehmender E-Autoproduktion mit einer stark steigenden Nachfrage nach Nickel gerechnet, da das Verhältnis Nickel zu Kobalt und Mangan in der Weiterentwicklung der Batterie noch steigen wird.

Nickel ist ein Schlüsselelement in der Elektroautoproduktion. Das Metall macht, je nach chemischer Zusammensetzung, bis zu 80 Prozent der Kathode (Pluspol) einer E-Autobatterie aus. Bislang wird Nickel hauptsächlich für die Stahlproduktion gebraucht. Nur 4 Prozent der Nickelproduktion fließen bislang in die Batterieherstellung für Elektroautos. Dennoch wird mit zunehmender E-Autoproduktion mit einer stark steigenden Nachfrage nach Nickel gerechnet, da das Verhältnis Nickel zu Kobalt und Mangan in der Weiterentwicklung der Batterie noch steigen wird.

Mehr über Nickel

Vorkommen und Gewinnung

Nickel ist ein sehr häufig auftretendes Material. Die weltweit größten Produzenten sind die Philippinen, Kanada und Russland. Auch Indonesien und Australien spielen eine wichtige Rolle in der weltweiten Nickelproduktion.

Für die Entwicklung der Batterien von Elektroautos wird Nickel in Form von Sulfat benötigt, sodass mehr als die Hälfte der aktuellen globalen Nickelproduktion nicht für Batterien geeignet ist. Die großen Produzenten von Nickelsulfaten sind Russland, Brasilien und die Philippinen.

Nickelabbau in Norilsk, Russland

Beim Schmelzen von Nickel entstehen große Mengen Schwefeldioxid. Die Raffinerien des Unternehmens Norilsk Nickel stießen das giftige Abgas jahrzehntelang aus und verursachten so große Umweltprobleme in Russland, aber auch für das Nachbarland Norwegen. Kilometerweit zeigt sich ein Bild kahler, vegetationsarmer Landschaft und abgestorbener Bäume. Eine Fläche so groß wie Deutschland wird von saurem Regen überzogen. Die Schwermetallbelastung ist so groß, dass der Boden ebenfalls belastet sein kann.

Norilsk galt lange Zeit als eine der zehn meist verschmutzten Städte der Welt. Nun verspricht Norilsk Nickel tiefgreifende Investitionen, um die Luftverschmutzung zu reduzieren, nachdem ihre Raffinerie in Norilsk 2016 geschlossen wurde. Doch auch nach der Schließung musste das Unternehmen Berichte bestätigen, die die Rotfärbung des Flusses Daldykan durch Industrieabwasser von Norilsk Nickel belegen.

Die immensen Umweltschäden führen zu deutlichen Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung: In Norilsk sind unter Kindern Blutkrankheiten 44 Prozent häufiger, Krankheiten des Nervensystems 38 Prozent höher und Erkrankungen des Knochen- und Muskelsystems 28 Prozent häufiger als in der Region.

Forderungen von INKOTA

INKOTA fordert die gesetzliche Verankerung von menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten von Unternehmen entlang ihrer gesametn Lieferkette. Im Falle von Verstößen gegen Sorgfaltspflichten müssen Unternehmen dafür haften und sanktioniert werden. Die OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat einen Leitfaden zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Mineralien aus Konflikt- und Hochrisikogebieten vorgelegt. Darin verlangt sie, dass die Lieferketten, entlang derer die Mineralien bis in unsere Konsumgüter gelangen von allen beteiligten Unternehmen transparent gemacht werden. Der Weg und die Geschichte der Rohstoffe soll für Händler*innen, verarbeitende Industrie und letztlich für uns Kund*innen damit nachvollziehbar sein.

Internationale Unternehmen, die z. B. Kobalt abbauen, sollen sicherstellen, dass bei der Gewinnung und Verarbeitung internationale Standards eingehalten werden. Dadurch sollen Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit oder auch die Finanzierung von bewaffneten Konflikten verhindert werden.

Deutsche Unternehmen, wie BASF, beziehen als Zulieferer für die Automobilindustrie Nickel aus Norilsk. Wir wollen, dass Unternehmen, die direkt oder indirekt an der Förderung und Verarbeitung von Nickel und anderen Rohstoffen beteiligt sind, weltweit dazu verpflichtet werden, Umwelt- und Menschenrechtsstandards in der Rohstoffproduktion einzuhalten und bei Verstößen zur Verantwortung gezogen werden.

Darüber hinaus fordern wir eine global gerechte Mobilitätswende. Diese muss für einen umfassenden Umbau unserer Mobilitätssysteme sorgen, weg vom motorisierten Individualverkehr, ob Verbrenner- oder Elektromotor. Denn letztlich kann nur eine absolute Senkung unseres Rohstoffbedarfs zu mehr Ressourcengerechtigkeit und einem verantwortungsvolleren Umgang mit natürlichen Ressourcen führen. Mobilitäts- und Rohstoffwende müssen dafür verzahnt angegangen werden.

INKOTA fordert die gesetzliche Verankerung von menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten von Unternehmen entlang ihrer gesametn Lieferkette. Im Falle von Verstößen gegen Sorgfaltspflichten müssen Unternehmen dafür haften und sanktioniert werden. Die OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat einen Leitfaden zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Mineralien aus Konflikt- und Hochrisikogebieten vorgelegt. Darin verlangt sie, dass die Lieferketten, entlang derer die Mineralien bis in unsere Konsumgüter gelangen von allen beteiligten Unternehmen transparent gemacht werden. Der Weg und die Geschichte der Rohstoffe soll für Händler*innen, verarbeitende Industrie und letztlich für uns Kund*innen damit nachvollziehbar sein.

Internationale Unternehmen, die z. B. Kobalt abbauen, sollen sicherstellen, dass bei der Gewinnung und Verarbeitung internationale Standards eingehalten werden. Dadurch sollen Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit oder auch die Finanzierung von bewaffneten Konflikten verhindert werden.

Deutsche Unternehmen, wie BASF, beziehen als Zulieferer für die Automobilindustrie Nickel aus Norilsk. Wir wollen, dass Unternehmen, die direkt oder indirekt an der Förderung und Verarbeitung von Nickel und anderen Rohstoffen beteiligt sind, weltweit dazu verpflichtet werden, Umwelt- und Menschenrechtsstandards in der Rohstoffproduktion einzuhalten und bei Verstößen zur Verantwortung gezogen werden.

Darüber hinaus fordern wir eine global gerechte Mobilitätswende. Diese muss für einen umfassenden Umbau unserer Mobilitätssysteme sorgen, weg vom motorisierten Individualverkehr, ob Verbrenner- oder Elektromotor. Denn letztlich kann nur eine absolute Senkung unseres Rohstoffbedarfs zu mehr Ressourcengerechtigkeit und einem verantwortungsvolleren Umgang mit natürlichen Ressourcen führen. Mobilitäts- und Rohstoffwende müssen dafür verzahnt angegangen werden.

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