Südlink-Magazin

Auf den Spuren des Urgroßvaters

Princess Marilyn Duala Manga Bell über die Nachwirkungen der deutschen Kolonialbesatzung in Kamerun und ihren Einsatz für die Rehabilitierung ihres Vorfahren durch die Bundesregierung

von Gerold Schmidt
Veröffentlicht 13. SEPTEMBER 2022

Die Traumata der deutschen Kolonialzeit wirken bis in die kamerunische Gegenwartsgesellschaft fort, sagt Princess Marilyn Duala Manga Bell. Auch die Deutschen könnten sich bis heute nicht von ihnen befreien. Im historischen Vermächtnis ihres Urgroßvaters Rudolf Duala Manga Bell sieht sie die Chance, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und auf der Grundlage der Erinnerung eine Zukunftsperspektive zu entwickeln, erklärt sie im Südlink-Interview. Wiedergutmachung hat für sie nur sehr bedingt mit Geldzahlungen zu tun.

Princess Marilyn, seit wann haben Sie sich eingehender mit der Geschichte Ihres Urgroßvaters beschäftigt?

Seit meiner Jugend brachte unsere Familie an jedem Todestag Blumen zu seinem Grab. Er war also für mich immer präsent. Zum hundertsten Todestag von Rudolf Duala Manga Bell vor acht Jahren fragte mich mein Bruder, ob ich die Feierlichkeiten organisieren könne. Damals begann ich, mich intensiv mit der Geschichte meines Urgroßvaters und der Erinnerung an ihn auseinanderzusetzen.

In jüngster Zeit erlangte der Justizmord an Rudolf Duala Manga Bell durch Presseveröffentlichungen, Ausstellungsprojekte und Veranstaltungen eine gewisse Bekanntheit in Deutschland. Sie haben mit anderen eine Petition an die deutsche Regierung gerichtet, ihren Urgroßvater und seinen Mitstreiter Adolf Ngoso Din zu rehabilitieren. Hatten Sie bereits direkte Kontakte mit deutschen Regierungsstellen?

Im Mai war ich zwei Wochen in Deutschland und hatte die Gelegenheit, viele unterschiedliche Persönlichkeiten zu treffen. Mit der Staatsministerin Katja Keul im Auswärtigen Amt führte ich eine äußerst interessante Diskussion. Sie war über die Petition und meinen Urgroßvater gut informiert. Keul und ihr Team scheinen bereit, nach an einer Lösung zu suchen, wie der deutsche Staat Rudolf Duala Manga Bell rehabilitieren kann.
Wie das genau aussehen könnte, ist aber noch unklar. Wir als Initiator*innen der Petition sehen uns in der Pflicht, der deutschen Regierung konkrete Vorschläge zu machen. In Kamerun bin ich deswegen mit dem deutschen Botschafter in Kontakt. Nach heutigem Stand wird die Bundesregierung erst im kommenden Jahr eine eindeutige Antwort geben.

Wir sind gespannt. Das Hamburger Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) zeigt noch bis Jahresende die Ausstellung “Hey Hamburg, kennst du Rudolf Manga Bell”. Ein Thema ist die Handelsverflechtung der Stadt mit Kamerun. In Hamburg gibt es heute noch Nachfahren deutscher Handelsunternehmen, die in der Kolonialzeit gewinnträchtige Geschäfte in Kamerun machten und in die Besatzung involviert waren. Haben Sie mit ihnen Kontakt gehabt und sie über ihre Haltung zu dieser Vergangenheit befragt?

Ja, konkret mit den Nachfahren des Handelshauses Woermann, zuletzt mit Rasmus Woermann. Wir haben viel debattiert. Dabei steht der gemeinsame Wunsch nach Zusammenarbeit im Vordergrund. Ich möchte meine Position klarstellen: Ich attackiere nicht und sage, du bist der Nachfahre eines Unternehmens, das schlimme Dinge in Kamerun getan hat. Aber ich weise auf die heutige Verantwortung hin. Bei Rasmus Woermann stelle ich erhebliche Offenheit dafür fest.
Die Vergangenheit ist wichtig, doch daraus muss eine Perspektive für die Zukunft entstehen. Wir werden in Kontakt bleiben. Die Ausstellung kommt übrigens Ende 2023 nach Kamerun. Das ist ein Resultat des zivilgesellschaftlichen Engagements in Kamerun und Deutschland.

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Südlink - Koloniale Erinnerung: Aufbruch gegen das Verdrängen?
Ausgabe 201 - September 2022
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Südlink - Koloniale Erinnerung: Aufbruch gegen das Verdrängen?
Ausgabe 201 - September 2022
Vergessen und Verharmlosen prägte lange Zeit die Erinnerung an den deutschen Kolonialismus. Erst seit einigen Jahren ändert sich dies. Doch wie kommen wir von der Erinnerung zur Veränderung? Deutschlands Kolonialepoche war eher kurz und endete bereits 1919. Nicht so wichtig also? Keineswegs. Die Au...

Stichwort Perspektive. In der Vergangenheit haben Sie öfter von Versöhnung gesprochen. Diese sei wichtiger als Reparationszahlungen. Warum?

Zunächst einmal: Ich setze mich an erster Stelle für die Rehabilitierung meines Urgroßvaters ein. Die Kolonialbehörden haben ein Verbrechen begangen, als sie ihn hinrichteten, obwohl er unschuldig war. Rudolf Duala Manga Bell setzte sich gegen Erniedrigung und für den Respekt vor dem Gesetz ein. Ihn zu rehabilitieren, heißt für mich, die Würde einer wichtigen Persönlichkeit für die kamerunische Gesellschaft wiederherzustellen. Und damit allen Kameruner*innen. Darum geht es mir. In diesem Sinn ist Versöhnung nicht der richtige Begriff.
Auf kamerunischer Seite gibt es verschiedene Meinungen dazu, worin genau Reparationen bestehen sollten. Grundsätzlich geht es darum, etwas zurückzugeben, wiedergutzumachen. Auf dem einen oder anderen Weg für das erlittene Trauma zu „zahlen“. Ein Teil meiner Familie ist für Geldzahlungen. Die deutsche Regierung hat damit offenbar ein Problem. Meine eigene Position ist eine andere: Bei der Wiedergutmachung sollte nicht das Geld im Vordergrund stehen. Wir leiden heute noch unter den Traumata der Kolonialzeit. Wir sind krank, die Tat an Rudolf Manga Bell wirkt als Trauma fort. Nach der Ermordung meines Urgroßvaters wollten die deutschen Behörden unseren Familienverband vernichten. In den Tagen nach der Hinrichtung Rudolf Duala Manga Bells wurden weitere 200 Personen öffentlich gehängt.
Wenn wir von Reparationen sprechen, dann geht es aus meiner Sicht eher um psychologische Wiedergutmachung. Es gibt viele, oft nicht ausgesprochene Fragen, auch in meiner eigenen Familie. Da ist ein Unbehagen, ein nicht verarbeiteter Schmerz. Was tief in unserer Seele lebt, finden wir meiner Meinung übrigens auch tief in der deutschen Seele. Die Deutschen, die jungen Generationen, wissen nicht viel darüber, was im 19. und 20. Jahrhundert in Kamerun passiert ist. Doch die Ereignisse sind irgendwo präsent, sie können nicht weggewischt werden. Für eine Zukunftsperspektive müssen wir von einem gleichen Informationsstand ausgehen, uns gemeinsam der Verantwortung stellen.

In der heutigen Großstadt Douala haben Sie vor gut 30 Jahren das Kunst- und Kulturzentrum doual‘art aufgebaut und seitdem viele Initiativen angestoßen. Welchen Ansatz verfolgen Sie dort beim Thema koloniale Erinnerungen?

Die französische Kolonialzeit von 1919 bis zur Unabhängigkeit Kameruns 1960 hat die deutsche Kolonialperiode ein bisschen vergessen lassen. Ich will jedoch, auch wegen der großen Bedeutung dieser Zeit, gegen diesen Erinnerungsverlust arbeiten. Ich glaube, wenige Menschen möchten aus der Geschichte ausgelöscht werden. Ich engagiere mich dafür, dass sie ihre Augen für die damalige Zeit öffnen.
Erst die deutsche Besatzung machte uns zu Kameruner*innen. Die Kolonialbehörden richteten Grenzen ein, ohne Rücksicht auf die Bevölkerung und die Familienverbände in dem damaligen Territorium. Sie zogen einfach Linien auf der Landkarte. Die Besatzer zwangen uns, unter den von ihnen aufgezwungenen Regeln zusammenzuleben und zu arbeiten. Unsere Gegenwart ist von den Folgen der Berliner Kongokonferenz und der deutschen Kolonialherrschaft maßgeblich bestimmt. Ich möchte, dass die Menschen sich diesen Zusammenhang klar machen, sich über die Anfänge Kameruns als Staat informieren. Über die damit verbundene Gewalt, die Brüche in unseren Kulturen, die auf einmal in zuvor nicht existierenden Kirchen eingepferchte Spiritualität. Was wir heute tun und sind, begann damals.
In unserem doual‘art-Zentrum organisieren wir derzeit eine Wanderausstellung über die erste Kolonialperiode für die Schulen im ganzen Land. Wir leisten Erinnerungsarbeit mit geführten Touren durch die Küstenstadt Douala, heute ein Großraum mit vier Millionen Einwohner*innen. In Douala stehen noch Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit. Sie belegen ganz deutlich, dass wir nicht über erfundene Geschichte sprechen. Die Dinge geschahen hier vor Ort. Es gibt konkrete Spuren, keine Erzählungen nach dem Motto „Es war einmal...“.
Die gegenwärtige soziale Lage in Kamerun ist kompliziert. Es gibt Konflikte zwischen verschiedenen Ethnien, Auseinandersetzungen um Land, Streitigkeiten zwischen anglophonen und frankophonen Gruppen. Die Gesellschaft ist stark fragmentiert. Ich betone dagegen, dass wir alle Kameruner*innen sind, ein Volk in all seiner Vielfalt. Damals einte uns die gemeinsame Not unter der Besatzung.

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Sie sind inzwischen mehrfach in Deutschland gewesen. Was ist ihr Eindruck von zivilgesellschaftlichen Organisationen und staatlichen Institutionen im Umgang mit dem Kolonialismus?

Der Deutschlandbesuch im Mai war für mich beeindruckend. Es tut sich einiges im Umgang mit dem Kolonialismus. Es gibt eine wirklich aktive Zivilgesellschaft, darunter viele Menschen mit afrikanischen Wurzeln. Ihre Stimme wird hörbar. In Berlin, aber auch in anderen Städten – ich war in Ulm und in Aalen – wird im Rahmen von Straßenumbenennungen auf die koloniale Geschichte hingewiesen. Das hat eine potenziell große Reichweite. Jeder, der will, kann die Informationen lesen. Die Zivilgesellschaft hat Türen bei der Regierung und den Behörden geöffnet. Aber die Initiativen müssen dafür kämpfen, dass dies fortgeführt wird. Mit einigen Aktiven der Decolonize-Gruppen bin ich in Kontakt.
Mich hat die Ausstellung “zurückgeschaut | looking back” im Museum Treptow sehr beeindruckt. Sie behandelt die erste deutsche Kolonialausstellung von 1896, als die Kolonialisierten wie in einem Zoo ausgestellt wurden. Heute werden die Archive zugänglich gemacht, die Informationen über die Kolonialzeit kommen im Wortsinn „ans Licht“. Deutschland muss sich nun erst recht der Verantwortung stellen, wie das Land die Menschen behandelt hat, die aus afrikanischen Ländern kamen.

Noch einmal zurück zu Rudolf Duala Manga Bell. Er verteidigte deutsches Recht, das von den Deutschen selbst gebrochen wurde. Was ist aus Ihrer heutigen Sicht das wichtigste Vermächtnis, das Ihr Urgroßvater hinterlassen hat?

Mein Urgroßvater begann seinen Kampf mit juristischen Mitteln, mit Verhandlungen. Er wandte sich an das deutsche Parlament. Er hatte Respekt vor dem Recht als Mittel der Gerechtigkeit. In diesem Sinne wollen wir auch heute in Kamerun dem Recht Geltung verschaffen, derzeit geht dieser Aspekt im Land verloren.
Als Rudolf Duala Manga Bell bemerkte, wie Regierung und Kolonialbehörden ihm den juristischen Weg verschlossen, nahm er Kontakt zu anderen Gemeinschaften in Kamerun, innerhalb des Territoriums auf. Damit begann er die Nationenbildung. Nation verstanden als ein Platz, an dem die Menschen zusammenkommen, unter gleichen Regeln leben. Er brachte die Menschen aus der Küstenregion mit den Menschen im Landesinnern zusammen. Das ist ein Teil seines Vermächtnisses.
Wenn wir den Besucher*innen die historischen Orte in Kamerun zeigen, öffnen wir zugleich den Blick für Widerstand. Auch das ist ein Vermächtnis meines Urgroßvaters. Selbst wenn er im Widerstand sein Leben verlor, so ist er ein Beispiel für Widerstand. Er verteidigte etwas und nahm dafür die letzte Konsequenz in Kauf. Dabei unterstützten ihn auch einige Deutsche. Er zeigte, dass gemeinsamer Schwarzer und weißer Widerstand für eine gemeinsame Sache möglich war. Eine weitere Lehre, die er für mich hinterlässt. Mir ist zudem erst durch die Hamburger Ausstellung richtig klar geworden, wie sehr mein Urgroßvater seine Zeit in Deutschland, Teile des deutschen Lebensstils und der Kultur genossen hat. Er liebte beispielsweise klassische Musik. Er nahm die deutsche Kultur in sich auf. Er hatte nicht die Position „ich bin ausschließlich Afrikaner“. Für sich war er damit im Reinen. Aber ich denke, die Menschen müssen den eigenen Ort immer verhandelen und erkämpfen. Die Bevölkerung mit afrikanischen Wurzeln in Deutschland kämpft heute um ihre Rechte, sie hat nichts Endgültiges erreicht.

Die vorgesehenen Aktivitäten zum hundertachten Todestag Ihres Urgroßvaters am 8. August 2022 nahmen eine kurzfristige Wendung. Warum?

Mitte Juli hat die kamerunische Regierung beschlossen, ein ganzes Viertel der Stadt Douala abzureißen. In dieser Siedlung leben vor allem Einheimische. Die Regierung möchte den Grund, auf dem die Menschen leben, einer privaten Investitionsgesellschaft zur Verfügung stellen. Das ist ein Drama. Ursprünglich wollten wir die Rehabilitierung meines Urgroßvaters in den Mittelpunkt der Aktivitäten rund um den 8. August stellen. Doch dann haben wir uns auf den Einsatz Rudolf Duala Manga Bells gegen die Vertreibung der Duala von ihrem Land konzentriert. Mit Protestaktionen, nächtlichen Kulturveranstaltungen und Vorträge von Historiker*innen, die über seinen Kampf um den Landbesitz in der Kolonialzeit erzählen. In diesem Moment erscheint uns das die beste Art, sein Vermächtnis zu ehren.

Princess Marilyn Duala Manga Bell lebt und arbeitet in der kamerunischen Küstenstadt Douala. Ihr Zentrum doual’art ist nicht nur ein Ort für Erinnerungsarbeit, sondern ein wichtiges Forum für die zeitgenössische Kunst in Kamerun.

Interview und Übersetzung aus dem Englischen: Gerold Schmidt.

Princess Marilyn Duala Manga Bell lebt und arbeitet in der kamerunischen Küstenstadt Douala. Ihr Zentrum doual’art ist nicht nur ein Ort für Erinnerungsarbeit, sondern ein wichtiges Forum für die zeitgenössische Kunst in Kamerun.

Interview und Übersetzung aus dem Englischen: Gerold Schmidt.

Rudolf Duala Manga Bell muss rehabilitiert werden

Am 8. August 1914 hängten die deutschen Kolonialbehörden in Kamerun King Rudolf Duala Manga Bell und seinen Stellvertreter Ngoso Din. Die Anklage lautete auf Hochverrat. Nur so konnten sie Manga Bells Widerstand gegen Landvertreibungen brechen. Das Urteil gegen den König der Douala stand schon vorher fest, bezeichnenderweise existiert weder ein Gerichtsprotokoll noch ein schriftliches Urteil der letzten Verhandlung. Heimlich zogen die Behörden das Scheinverfahren vor, verhinderten so, dass die Anwälte Manga Bells rechtzeitig von Deutschland nach Kamerun reisen konnten, um ihren Mandanten zu verteidigen.

Der angebliche Hochverrat von Rudolf Duala Manga Bell bestand darin, sich mit friedlichen Mitteln für die Landbesitzrechte der einheimischen Bevölkerung einzusetzen. Nachdem er 1911 von der vorbereiteten Vertreibung erfuhr, wandte er sich mit Eingaben an die Behörden und den Reichstag, nutzte sogar die deutsche Presse für seine Sache. Immer wieder pochte Rudolf Duala Manga Bell auf den „Schutzvertrag“ von 1884, in dem die Kolonialisten zugesagt hatten, die Landrechte der Bevölkerung zu respektieren. „Verträge sind einzuhalten“, mahnte er an.

Manga Bell, der als junger Mann fünf Jahre im baden-württembergischen Aalen lebte, in Ulm das Gymnasium besuchte, gut Deutsch sprach und Kenntnisse des deutschen Rechtssystems erwarb, hielt damit den Besatzern den Spiegel vor. Allein dies war unerhört. Als er die Bevölkerung Kameruns über die Familienverbände der Douala hinaus kontaktierte und einte, wurde er zu einer realen Gefahr für die Kolonialregierung. Sein Schicksal war besiegelt.

Der Justizmord war bereits 1914 in Deutschland ein kleiner Skandal. Dennoch sind Rudolf Duala Manga Bell und Ngoso Din nie rehabilitiert worden. Genau dies fordern nun seine Nachfahren und viele Unterstützer*innen in einer Petition an die Bundesregierung. Diese prüft noch und gibt bisher keine feste Zusage. Stellt sie die Unschuld von Manga Bell und Din sowie den Tatbestand des Justizmordes fest, schafft sie einen Präzedenzfall, der für viele weitere deutsche Kolonialverbrechen Bedeutung hätte. Scheut sie davor zurück, legitimiert sie das koloniale Justizverbrechen zumindest indirekt.

Unterdessen widerfährt Rudolf Duala Manga Bell auf andere Weise gewisse Gerechtigkeit. Der Gemeinderat von Aalen beschloss im Juli, einen Platz nach ihm zu benennen und den zeitweisen Mitbürger so posthum zu ehren. Auch der Ulmer Gemeinderat traf vor wenigen Wochen eine solche Entscheidung. In diesem Fall mit besonderem Symbolwert: Der Manga Bell Platz befindet sich direkt vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft.

Christian Bommarius hat die deutsche Kolonialgeschichte in Kamerun und den Justizmord detailliertnachgezeichnet: Der gute Deutsche. Die Ermordung Manga Bells in Kamerun 1914, Berenberg Verlag.

 

Gerold Schmidt

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