Ferrero, Mars & Co.

Schokoladenindustrie in der Verantwortung

Wenige Konzerne dominieren die Verarbeitung von Kakao und die Produktion von Schokolade. Allein die Unternehmen Mars, Mondelēz, Nestlé, Ferrero und Hershey’s kontrollieren zusammen rund 60 Prozent des globalen Schokoladenmarktes. Dieser Marktmacht stehen rund 5,5 Millionen Kakaobäuerinnen und -bauern gegenüber, die die wichtigste Zutat für die Schokolade anbauen. Für die meisten von ihnen ist der Kakaoanbau die mit Abstand wichtigste Einkommensquelle. Vom Preis, den die Konsument*innen in Deutschland für eine Tafel Schokolade ausgeben, kommen nur etwa 6 Prozent bei den Kakaobäuerinnen und -bauern an.

Wenig Fortschritt trotz vieler Versprechen

Schon seit Jahren versprechen Schokoladenunternehmen mehr Nachhaltigkeit im Kakaoanbau. Doch trotz zahlreicher Kakaosiegel und freiwilliger Initiativen von Unternehmen hat sich die Situation der Kakaobäuerinnen und -bauern bisher kaum verbessert:  Die Mehrheit der Kakaobauernfamilien lebt nach wie vor deutlich unter der Armutsgrenze. Eine typische Kakaobauernfamilie in Ghana mit sechs Mitgliedern und bis zu vier Hektar Land verdient im Durchschnitt umgerechnet 191 US-Dollar im Monat. Existenzsichernd wäre hingegen ein Einkommen von rund 395 US-Dollar – also etwa doppelt so viel.

Noch dramatischer sieht die Situation in der Côte d’Ivoire aus: Hier müsste sich das Einkommen der Kakaobauernfamilien im Durchschnitt sogar fast verdreifachen, um existenzsichernd zu sein.  Rund 1,5 Millionen Kinder arbeiten zudem unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen in Ghana und der Côte d’Ivoire – obwohl Schokoladenhersteller wie Mars und Nestlé schon 2001 versprochen hatten, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit im Kakaoanbau zu beenden.  

Wenige Konzerne dominieren die Verarbeitung von Kakao und die Produktion von Schokolade. Allein die Unternehmen Mars, Mondelēz, Nestlé, Ferrero und Hershey’s kontrollieren zusammen rund 60 Prozent des globalen Schokoladenmarktes. Dieser Marktmacht stehen rund 5,5 Millionen Kakaobäuerinnen und -bauern gegenüber, die die wichtigste Zutat für die Schokolade anbauen. Für die meisten von ihnen ist der Kakaoanbau die mit Abstand wichtigste Einkommensquelle. Vom Preis, den die Konsument*innen in Deutschland für eine Tafel Schokolade ausgeben, kommen nur etwa 6 Prozent bei den Kakaobäuerinnen und -bauern an.

Wenig Fortschritt trotz vieler Versprechen

Schon seit Jahren versprechen Schokoladenunternehmen mehr Nachhaltigkeit im Kakaoanbau. Doch trotz zahlreicher Kakaosiegel und freiwilliger Initiativen von Unternehmen hat sich die Situation der Kakaobäuerinnen und -bauern bisher kaum verbessert:  Die Mehrheit der Kakaobauernfamilien lebt nach wie vor deutlich unter der Armutsgrenze. Eine typische Kakaobauernfamilie in Ghana mit sechs Mitgliedern und bis zu vier Hektar Land verdient im Durchschnitt umgerechnet 191 US-Dollar im Monat. Existenzsichernd wäre hingegen ein Einkommen von rund 395 US-Dollar – also etwa doppelt so viel.

Noch dramatischer sieht die Situation in der Côte d’Ivoire aus: Hier müsste sich das Einkommen der Kakaobauernfamilien im Durchschnitt sogar fast verdreifachen, um existenzsichernd zu sein.  Rund 1,5 Millionen Kinder arbeiten zudem unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen in Ghana und der Côte d’Ivoire – obwohl Schokoladenhersteller wie Mars und Nestlé schon 2001 versprochen hatten, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit im Kakaoanbau zu beenden.  

1.400 Dollar
Aktueller Kakaopreis in der Côte d’Ivoire pro Tonne
2.200 Dollar
Existenzsichernder Preis laut Fairtrade pro Tonne
3.166 Dollar
Existenzsichernder Preis laut NGOs pro Tonne

Unternehmen versagen beim Schutz der Menschenrechte

Laut den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sind Unternehmen dafür verantwortlich, negative Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Menschenrechte zu beenden und zu beheben. Eine im Auftrag von INKOTA verfasste Studie belegt jedoch: Die Kakao- und Schokoladenindustrie setzt die UN-Vorgaben zur Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht in ihren Lieferketten bisher nur unzureichend um. Nachhaltigkeitsprojekte von Unternehmen, zum Beispiel zur Bekämpfung ausbeuterischer Kinderarbeit, erreichen bisher nur einen kleinen Teil der Kakaobauernfamilien - auch, weil Unternehmen häufig die nötigen Investitionen für den Schutz der Menschenrechte scheuen. 

Auch der Schoko-Check von INKOTA und anderen Nichtregierungsorganisationen kommt im April 2021 zu dem traurigen Ergebnis: Keines der großen Schokoladenunternehmen kann bisher Schokolade ohne Armut und Kinderarbeit garantieren.

Studie
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Schoko-Check 2021
Studie
Schoko-Check 2021
Osterzeit ist Schoki-Zeit. Aber wie fair und nachhaltig ist eigentlich die Schokolade, die wir im Supermarkt kaufen? INKOTA und andere Nichtregierungsorganisationen haben die größten Schokoladenhersteller und Kakaoverarbeiter unter die Lupe genommen: Was tun die Unternehmen, um faire Kakaopreise zu ...
Fairness ist, wenn die Bäuerinnen und Bauern für ihre harte Arbeit ein existenzsicherndes Einkommen erhalten. Erst dann können wir sagen, dass Schokoladen wirklich fair ist.
Sandra Kwabea Sarkwah
Mitarbeiterin SEND-Ghana

Gemeinsam mit unseren Partner*innen in Ghana und der Côte d'Ivoire setzen wir uns dafür ein, dass Schokoladenunternehmen existenzsichernde Preise an Kakaobäuerinnen und -bauern zahlen. Ein erster Schritt können höhere Prämien sein, wie sie durch manche Vorreiterunternehmen wie zum Beispiel die GEPA, Fairafric oder Tony’s Chocolonely schon jetzt gezahlt werden. Außerdem fordern wir, dass die Unternehmen einen klaren Zeitplan aufstellen, bis wann sie die Lücke zwischen tatsächlichen und existenzsichernden Einkommen schließen werden.

Doch INKOTA nimmt nicht nur die Schokoladenhersteller in die Pflicht: Von der Bundesregierung und der EU-Kommission erwarten wir, dass sie Unternehmen mit einem Lieferkettengesetz zur weltweiten Achtung der Menschenrechte verpflichten. Denn die Erfahrung im Kakaoanbau zeigt: Freiwillig kommen Unternehmen ihrer menschenrechtlichen Verantwortung nicht ausreichend nach. Unternehmen, die für Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten eine Mitverantwortung tragen, müssen aus unserer Sicht auch dafür haften. Und Geschädigte aus Ländern des globalen Südens müssen darüber hinaus vor deutschen Gerichten Entschädigungen einklagen können. 

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