Indien ist das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt und zugleich eine aufstrebende Wirtschaftsmacht. Dennoch leben von den 1,3 Milliarden Einwohner*innen über 250 Millionen in absoluter Armut – das heißt, von weniger als 1,90 $ pro Tag. Maßgeblich dafür verantwortlich sind der informelle Arbeitsmarkt und die katastrophale Situation der Rechte von Erwerbstätigen. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind nur 45 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung regulär angestellt und laut Internationalem Gewerkschaftsbund (IGB) zählt Indien weltweit zu den Ländern, in denen die Rechte von Erwerbstätigen am stärksten verletzt werden. Von mittlerer und höherer Bildung und Ausbildung sind nach wie vor viele Menschen ausgeschlossen. Trotz dieser enormen Defizite steht Indien auf dem Papier arbeitsrechtlich jedoch vergleichsweise gut da und hat beispielsweise alle ILO-Kernarbeitsnormen ratifiziert. In der Praxis können die häufig schlecht ausgebildeten Angestellten und informellen Arbeiter*innen ihre Rechte jedoch nur schwer durchsetzen.

Indien ist das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt und zugleich eine aufstrebende Wirtschaftsmacht. Dennoch leben von den 1,3 Milliarden Einwohner*innen über 250 Millionen in absoluter Armut – das heißt, von weniger als 1,90 $ pro Tag. Maßgeblich dafür verantwortlich sind der informelle Arbeitsmarkt und die katastrophale Situation der Rechte von Erwerbstätigen. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind nur 45 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung regulär angestellt und laut Internationalem Gewerkschaftsbund (IGB) zählt Indien weltweit zu den Ländern, in denen die Rechte von Erwerbstätigen am stärksten verletzt werden. Von mittlerer und höherer Bildung und Ausbildung sind nach wie vor viele Menschen ausgeschlossen. Trotz dieser enormen Defizite steht Indien auf dem Papier arbeitsrechtlich jedoch vergleichsweise gut da und hat beispielsweise alle ILO-Kernarbeitsnormen ratifiziert. In der Praxis können die häufig schlecht ausgebildeten Angestellten und informellen Arbeiter*innen ihre Rechte jedoch nur schwer durchsetzen.

Schwere Arbeit - wenig Aufmerksamkeit

INKOTA unterstützt seit 2017 Projekte im Land. Mit unseren Partnerorganisationen Society for Labour and Development (SLD) und Cividep India stärken wir die Bildung und Selbstorganisation von Arbeiter*innen in der Leder- und Schuhindustrie. 2011 waren fast 17 Millionen Menschen in diesen Sektoren beschäftigt. Die meisten von ihnen gehören vulnerablen Gruppen an, sind Mitglieder der muslimischen Minderheit, ausgegrenzte Kasten, Frauen oder Wanderarbeiter*innen. Ihre Löhne sind so niedrig, dass sie kaum zum Leben ausreichen. Während in der übrigen Modebranche bereits einige Initiativen und Organisationen dieses Problem angehen, werden die Leder- und Schuharbeiter*innen nach wie vor häufig allein gelassen. Sowohl Fabrikarbeiter*innen in Gerbereien und Schuhbetrieben als auch Heimarbeiter*innen stehen im Schatten der indischen und internationalen Öffentlichkeit. Deutschland kommt hierbei eine wichtige Rolle zu, denn es ist der zweitgrößte Abnehmer von Lederwaren aus Indien.

Human Development Index Platz 129 von 189
Welthungerindex Platz 102 von 117
Globaler Rechtsindex Rechte von Arbeiter*innen nicht garantiert
Anteil Erwachsener mit höherer Bildung 10,8%
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Südlink - Unabhängiges Indien: Seit 70 Jahren im Übergang
Südlink 180 - Juni 2017
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„Einheit in Vielfalt“ ist einer der meistgebrauchten Slogans, um Indiens Politik seit dem Ende der Britischen Kolonialherrschaft vor 70 Jahren zu charakterisieren. Ein Grundsatz, der durch den immer stärker werdenden Hindunationalismus in Gefahr ist. Indiens Wirtschaft boomt. Doch der wachsende Reic...

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