Schuhe & Leder

Global und schmutzig - Schuhproduktion heute

Die Anzahl der Schuhkäufe in Europa hat sich im letzten Jahrhundert verdreifacht. 1950 kaufte eine Person noch durchschnittlich ein Paar Schuhe pro Jahr – 2013 waren es bereits drei Paar. Ursächlich für diesen Anstieg ist, dass Schuh- und Modemarken verstärkt auf saisonale Kollektionen setzen und dass Konsument*innen immer häufiger Impulskäufe tätigen -  diese machen mittlerweile fast die Hälfte aller Schuhkäufe aus! Im Europavergleich sind die Deutschen Spitzenreiter beim Schuhkauf: 2018 lagen die Pro-Kopf-Ausgaben bei durchschnittlich 349,72 €. Das entspricht rund fünf Paar Schuhen pro Person und Jahr.

Doch egal ob Sneakerfan, Highheel-Fashionista, Sicherheitsschuhspezialist*in oder Shoppingmuffel: Wir wissen kaum etwas über die Produktion unserer Schuhe.

Dabei sind allein in Indien eine Million Menschen direkt in der Schuhindustrie und über 2,5 Millionen Menschen in der gesamten Lederindustrie beschäftigt. Wir stehen – im wahrsten Sinne des Wortes – auf ihrer tagtäglichen Arbeit. Für die Ziele Nachhaltiger Entwicklung in der Agenda 2030 (den sogenannten SDGs) der Vereinten Nationen, sind Schuharbeiter*innen weltweit ein Schlüssel zu Armutsbekämpfung (Ziel 1), Geschlechtergleichheit (Ziel 5), menschenwürdiger Arbeit (Ziel 8) und nachhaltigen Konsum- und Produktionsstrukturen (Ziel 12).

Die Anzahl der Schuhkäufe in Europa hat sich im letzten Jahrhundert verdreifacht. 1950 kaufte eine Person noch durchschnittlich ein Paar Schuhe pro Jahr – 2013 waren es bereits drei Paar. Ursächlich für diesen Anstieg ist, dass Schuh- und Modemarken verstärkt auf saisonale Kollektionen setzen und dass Konsument*innen immer häufiger Impulskäufe tätigen -  diese machen mittlerweile fast die Hälfte aller Schuhkäufe aus! Im Europavergleich sind die Deutschen Spitzenreiter beim Schuhkauf: 2018 lagen die Pro-Kopf-Ausgaben bei durchschnittlich 349,72 €. Das entspricht rund fünf Paar Schuhen pro Person und Jahr.

Doch egal ob Sneakerfan, Highheel-Fashionista, Sicherheitsschuhspezialist*in oder Shoppingmuffel: Wir wissen kaum etwas über die Produktion unserer Schuhe.

Dabei sind allein in Indien eine Million Menschen direkt in der Schuhindustrie und über 2,5 Millionen Menschen in der gesamten Lederindustrie beschäftigt. Wir stehen – im wahrsten Sinne des Wortes – auf ihrer tagtäglichen Arbeit. Für die Ziele Nachhaltiger Entwicklung in der Agenda 2030 (den sogenannten SDGs) der Vereinten Nationen, sind Schuharbeiter*innen weltweit ein Schlüssel zu Armutsbekämpfung (Ziel 1), Geschlechtergleichheit (Ziel 5), menschenwürdiger Arbeit (Ziel 8) und nachhaltigen Konsum- und Produktionsstrukturen (Ziel 12).

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Englischsprachige Kurzdokumentation über die Lederindustrie in der nordindischen Stadt Kanpur, einem wichtigen Industriezentrum mit 400 Gerbereien, in denen etwa 300.000 Menschen arbeiten

Besonders bei der Produktion von Lederschuhen sind Umweltzerstörung und Gesundheitsschäden ein wichtiges Thema – beim Gerben werden Chemikalien eingesetzt, die bei unsachgemäßem Einsatz zu Giften werden. Das ist nicht nur für die Menschen in den Produktionsstätten eine Gefahr, sondern auch für die Verbraucher*innen. Immer wieder kommt es in Deutschland zu Rückrufaktionen für Lederschuhe, weil sie die Grenzwerte für Chemikalien überschreiten. Selten werden die entstandenen Gifte an den Produktionsstätten sachgemäß entsorgt und werden häufig ins Grundwasser oder Gewässer geleitet. Und auch an den Absatzorten sind Schuhe unter Nachhaltigkeitsaspekten hochproblematisch: Nur 5 % der in Europa weggeworfenen Schuhe werden recycelt, die meisten enden auf Mülldeponien.

Konsument*innen in Europa sollten sich bewusst machen, wie hart wir arbeiten und wie sehr wir leiden, wenn wir ihre Schuhe produzieren. Daher sollten sie die Schuhe so lange wie möglich tragen und damit Freude haben.
Arbeiterin in einer Schuhfabrik in Indien

Die Schuhfirmen – Hersteller- und Handelsunternehmen – müssen deshalb ihren menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommen. Freiwillig tun die Unternehmen hier bisher zu wenig – anders als bei sonstiger Kleidung gibt es für Schuhe kaum Siegel und Initiativen, die glaubwürdig Menschenrechte in der Produktion nachweisen. Wir müssen alle gemeinsam aktiv werden, damit Solidarität für Schuharbeiter*innen weltweit wirksam wird!

INKOTA engagiert sich deshalb in der Kampagne „Change Your Shoes“ für Menschenrechte in der Schuhproduktion. Mit unseren Partnerorganisationen setzen wir konkrete Verbesserungen für Leder- und Schuharbeiter*innen in Bangladesch, Indien und Pakistan um.

Factsheet
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Factsheet: Wo der Schuh drückt
Auswirkungen des globalen Schuhhandels auf Preise, Löhne und die Arbeitsbedingungen
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Factsheet: Wo der Schuh drückt
Auswirkungen des globalen Schuhhandels auf Preise, Löhne und die Arbeitsbedingungen
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