Ansprechpersonen


Lena Luig (geb. Michelsen)

luig[at]inkota.de
Tel.:
030-420 8202-28


Lena Bassermann

bassermann[at]inkota.de

Tel.:
030-420 8202-56

Gefährliche Pestizide

Doppelstandards deutscher Konzerne

Glyphosat, Neonikotinoide, Chlorpyrifos – man kan sie kaum aussprechen und doch kennt diese gefährlichen Pestizide mittlerweile fast jede*r. Ständig neue und verheerende Schlagzeilen verhalfen ihnen zu trauriger Berühmtheit.

In den USA verklagten fast 50.000 Menschen den deutschen Chemiekonzern Bayer, ihr Vorwurf: Glyphosat sei krebserregend. Für das weltweite Massensterben der Bienen zeichnen Neonikotinoide verantwortlich. Und im globalen Norden wie im Süden sind viele Verbraucher*innen zunehmend besorgt darüber, von Pestizidrückständen im Essen und Trinkwasser krank zu werden.

Was bei all der Kritik bislang unbeachtet bleibt, sind die Doppelstandards, mit denen Konzerne wie Bayer und BASF ihre Pestizide global vermarkten. Denn die beiden deutschen Unternehmen – die zu den drei größten Pestizidherstellern weltweit gehören – betreiben ein schamloses Geschäft auf Kosten der Gesundheit von Bäuer*innen und Plantagenarbeiter*innen im globalen Süden.

Bayer und BASF exportieren zahlreiche Wirkstoffe, die in der Europäischen Union nicht (mehr) auf den Markt dürfen, in Länder des globalen Südens. Sie machen sich zunutze, dass die Regelungen zur Pestizidzulassung dort im Vergleich zur EU oftmals schwächer sind. Etwa ein Drittel der von Bayer und BASF weltweit vermarkteten Wirkstoffe werden vom Pestizid-Aktions-Netzwerk als hochgefährlich eingestuft.

Für Südafrika und Brasilien haben wir in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Misereor sowie Partnerorganisationen in beiden Ländern recherchiert. Dabei haben wir herausgefunden:

  • Bayer und BASF vermarkten in Südafrika und Brasilien über ihre eigenen Produkte insgesamt 28 Wirkstoffe, die in der EU nicht genehmigt sind. Davon sind 7 Wirkstoffe explizit verboten. Das heißt die Genehmigung wurde nach der Prüfung entweder abgelehnt oder später widerrufen. Dazu zählen unter anderem Cyanamid von BASF und Propineb von Bayer.
  • Wir haben in der Studie Fälle dokumentiert, in denen Pestizide von Bayer und BASF eingesetzt wurden und zum Teil zu schweren Vergiftungen und anderen Erkrankungen bei Landarbeiter*innen in Südafrika und indigenen Gruppen in Brasilien und geführt haben. Auf Zitrusfarmen in Südafrika zum Beispiel führen Vergiftungen beim Sprühen und im Trinkwasser dazu, dass Landarbeiter*innen im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Die Ergebnisse sind erschreckend!

Lesen Sie jetzt die ganze Studie: www.inkota.de/studie-bayer-basf

Werden Sie aktiv!

Um dem schamlosen Geschäft der Chemiegiganten Bayer und BASF etwas entgegen zu setzen, haben wir eine Petition gestartet: Wir fordern Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU),

  • den Export von Pestizidwirkstoffen, die in der EU aufgrund von Gefahren für die menschliche Gesundheit und die Umwelt nicht genehmigt sind, gesetzlich zu verbieten,
  • sich für eine entsprechende gesetzliche Regelung auf EU-Ebene einzusetzen und
  • sich auf europäischer und internationaler Ebene für ein schrittweises Verbot hochgefährlicher Pestizide zu engagieren.

Schließen Sie sich uns an, unterzeichen Sie unseren Appell!

Jetzt unterzeichnen

Gefördert durch Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, die Postcode Lotterie sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).