Selbstbestimmung auf Hof und Teller

Ernährungssouveränität weltweit stärken!

Ernährungssouveränität ist ein Konzept, das die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung zum Ziel hat. Ausgangspunkt der Überlegungen zur Ernährungssouveränität ist die Idee, dass alle Völker, Länder und Ländergruppen das Recht haben, ihre Landwirtschafts- und Ernährungspolitik selbst zu bestimmen. Das hört sich vielleicht banal an, ist es aber absolut nicht. Denn die Realität sieht anders aus: Menschen hungern und die Landwirtschafts- und Ernährungspolitik ist oft stark vom Weltmarkt nicht von den Bedürfnissen der Menschen bestimmt.

Ernährungssouveränität ist ein Konzept, das die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung zum Ziel hat. Ausgangspunkt der Überlegungen zur Ernährungssouveränität ist die Idee, dass alle Völker, Länder und Ländergruppen das Recht haben, ihre Landwirtschafts- und Ernährungspolitik selbst zu bestimmen. Das hört sich vielleicht banal an, ist es aber absolut nicht. Denn die Realität sieht anders aus: Menschen hungern und die Landwirtschafts- und Ernährungspolitik ist oft stark vom Weltmarkt nicht von den Bedürfnissen der Menschen bestimmt.

Das besondere an einer auf Ernährungssouveränität ausgerichteten Landwirtschaft ist, dass die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Betrachtung rücken. Dem Zugang der Produzent*innen zu und die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen Land, Wasser und Saatgut kommt eine zentrale Rolle im Konzept der Ernährungssouveränität zu. Prinzipien wie etwa die Ablehnung des Einsatzes von Gentechnik in der Landwirtschaft und die Achtung der Rechte von Bäuer*innen und Landarbeiter*innen flankieren das Konzept. Leitmodell ist hierbei eine kleinbäuerliche Landwirtschaft, die auf nachhaltige Weise Nahrung für die lokale Bevölkerung produziert. Selbstversorgung sowie lokaler und regionaler Handel sollen Vorrang vor Exporten und Welthandel haben.

Position
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Positionspapier: Bäuerliche Rechte stärken – weltweite Diskriminierungen stoppen!
Für die UN-Erklärung der Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten
Position
Positionspapier: Bäuerliche Rechte stärken – weltweite Diskriminierungen stoppen!
Für die UN-Erklärung der Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten
Im Positionspapier „Bäuerliche Rechte stärken – weltweite Diskriminierungen stoppen!“ fordern INKOTA und 15 weitere Organisationen die Bundesregierung und die EU auf, für die UN-Erklärung für die „Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten“ in de...

Vom Konzept zur Bewegung

Auf der Welternährungskonferenz 1996 in Rom tauchte das Konzept zum ersten Mal auf. Die internationale Kleinbauern- und Landarbeiterbewegung La Via Campesina brachte Ernährungssouveränität als Alternativkonzept zur vorherrschenden industriellen Landwirtschaft in die Debatte ein. Schnell wurde klar: Hier geht es nicht nur um eine neue Sichtweise auf unser Ernährungssystem, hier entsteht eine Bewegung!

In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich durch die La Via Campesina und durch den im Jahr 2007 initiierten Nyéléni-Prozess nicht nur um die Ernährungssouveränität sondern auch um das eng damit verbundene Konzept der Agrarökologie eine starke, global vernetzte Bewegung aus Kleinbäuer*innen, Menschenrechts- und Umweltaktivitst*innen.

Der Durchbruch: UN Kleinbauernerklärung verabschiedet 

Mit viel Druck und Einsatz gelang dieser Bewegung 2018  einen Durchbruch: Die UN-Vollversammlung verabschiedete im Jahr 2018 nach jahrelangen Verhandlungen die Erklärung für die „Rechte von Kleinbauern und anderen Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten“. Darin wurden zum ersten Mal die Rechte von Kleinbäuerinnen und -bauern, Landarbeiter*innen und Menschen, die in ländlichen Gebieten arbeiten, in einem Menschenrechtsinstrument zusammengefasst und so unter besonderen Schutz gestellt. Das ist deshalb so besonders wichtig, da sich der Kampf um schwindende Ressourcen wie Land und Wasser weiter verschärft hat. Zudem ist auch die Vielfalt von Saatgut durch die zunehmende Kommerzialisierung und den Eigentumsschutz von wenigen Hochertragssorten bedroht. Weiterhin sind Menschen, die sich für die Rechte von Kleinbäuerinnen und –bauern einsetzen, oftmals politischer Gewalt und Verfolgung ausgesetzt. 

Meilensteine auf dem Weg zur Ernährungssouveränität

2018

UN-Erklärung der Rechte von Kleinbäuer*innen

Die Verabschiedung der Erklärung der Rechte von Kleinbäuer*innen durch die UN-Vollversammlung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Ernährungssouveränität. Das jahrelange und unermüdliche Engagement von Kleinbäuer*innen und Aktivist*innen in der ganzen Welt hat sich am Ende ausgezahlt.

2007

Beginn des Nyéléni-Prozesses

2007 wurde das erste Nyéléni-Forum in Mali veranstaltet. Dabei kamen Bäuer*innen, NGOs, Umweltschützer*innen, und Menschen, die ihre Ernährung mitbestimmen wollen, zusammen - aus über 80 verschiedenen Ländern. Die auf dem Forum erarbeitete Deklaration dient seitdem als Basistext der Bewegung für Ernährungssouveränität. Namensgeberin der Nyéléni-Foren, ist eine malischen Bäuerin, die eine zentrale Figur für den Kampf für Ernährungssouveränität in ihrer Region und Gemeinschaft war. 

1996

Geburtsstunde der Ernährungssouveränität

Auf der Welternährungskonferenz 1996  tauchte der Begriff "Ernährungssouveränität" zum ersten Mal auf. Die internationalen Kleinbauern- und Landarbeiterbewegung La Via Campesina propagierte damit eine Alternative zum vorherrschenden industriellen Landwirtschaftsmodell. 

INKOTA stärkt Ernährungssouveränität

Mit unseren Partner*innen im globalen Süden arbeiten wir daran, die Idee der Ernährungssouveränität Realität werden zu lassen - auch wenn es oft nur im Kleinen gelingt. In Mosambik arbeitet INKOTA zum Beispiel mit der Bauernorganisation UNAC zusammen, die mit Kleinbauern und -bäuerinnen selbstverwaltete Saatgutbanken aufbaut. Denn der Zugang zu und die Kontrolle über Saatgut ist zentral für eine ernährungssouveräne Landwirtschaft. Unsere Dokumentation zeigt, wie die Bäuer*innen lokal erzeugtes Saatgut für z.B. Mais, Maniok und Süßkartoffeln züchten und verteilen - und damit ihre Unabhängigkeit bewahren.

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Dokumentation über die Arbeit unserer Partnerorganisation UNAC in Mosambik

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