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Ansprechpartner


Daniel Baumert

baumert[at]inkota.de
Tel.: 030-420 8202-31

Gemeinsam für existenzsichernde Einkommen

INADES-Formation setzt sich für die Interessen der Kakaobauernfamilien ein

Foto: INKOTA-Netzwerk

Rund 40 Prozent des weltweit produzierten Kakaos stammt aus der Elfenbeinküste. Doch trotz des hohen Marktanteils und der großen Bedeutung für die ivorische Wirtschaft leben viele Kakaobauernfamilien in Armut.

Mehr als 800.000 Menschen arbeiten in der Elfenbeinküste als Kakaobauern und -bäuerinnen – das heißt etwa 20 Prozent der Bevölkerung bestreitet ihren Lebensunterhalt mit dem Kakaoanbau. Doch der lässt sich mit dem Pflanzen und Ernten von Kakao kaum bewerkstelligen: Eine durchschnittliche sieben-köpfige Familie verfügt nur über ein Einkommen von 196 $ im Monat. Für ein existenzsicherndes Einkommen müsste das Einkommen der Bauern und Bäuerinnen 3-mal so hoch sein.

Seit 2012 wird der Kakaosektor in der Elfenbeinküste staatlich kontrolliert. Neben der Vermarktung, legt die staatliche Behörde Conseil Café Cacao (CCC) auch die Preise fest, die die Bauern und Bäuerinnen für ihren Kakao erhalten. In vielen Dialogplattformen tauschen sich die Regierung und die Vermarktungsbehörde mit den großen Kakao- und Schokoladenunternehmen aus, um die Rahmenbedingungen für den Kakaosektor auszuhandeln. Vertreter*innen der Kakaobauern und –bäuerinnen und der lokalen Zivilgesellschaft werden selten bei den Gesprächen einbezogen. Ihre Interessen finden kaum Gehör.

Und damit nicht genug: Wer aktiv an Gesprächen teilnehmen möchten braucht Informationen. Doch Kakaobauernorganisationen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft fehlen diese oftmals. Aktuellen politischen Entwicklungen in der Kakao-Lieferkette und die Hintergründe der Preissetzung sind für sie schwer durchdringbar. Das ist ein Grund, warum sie bis jetzt keine besseren Preise und Prämien für ihren Kakao aushandeln konnten. Auch fehlen ihnen schlichtweg die Mittel, um an wichtigen Konferenzen teilnehmen zu können. Eine Vernetzung mit Organisationen aus anderen Anbauländern und aus Ländern, in denen Schokolade konsumiert wird, fehlt darüber hinaus. Doch genau das, also der Zugang zu Informationen und zu politischen Entscheidungsträger*innen sind der Schlüssel, um Veränderungen zu bewirken.

Zugang zu Informationen und Verhandlungen schaffen

Deshalb unterstützt INKOTA seit 2019 die Organisation INADES-Formation. Gemeinsam helfen wir zivilgesellschaftlichen Organisationen und Kakao-Produzent*innen in der Elfenbeinküste dabei:

  • eine zivilgesellschaftliche Arbeitsgruppe zu Kakao zu gründen, in der gemeinsame Positionen und Strategien entwickelt werden,
  • sich mit Organisationen in andere Ländern zu vernetzten,
  • ihr Wissen zu wichtigen politischen Themen im globalen Kakaosektor zu verbessern,
  • ihre Verhandlungsfähigkeiten durch Schulungen zu stärken,
  • ihre Interessen gegenüber der Regierung und den Kakao- und Schokoladenunternehmen zu vertreten,
  • sowie auf globaler Ebene für ihre Anliegen zu streiten.

Als Netzwerk von panafrikanischen Vereinigungen setzt sich die INKOTA-Partnerorganisation INADES-Formation seit 1962 für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung in Afrika ein. In der Elfenbeinküste engagiert sich INADES-Formation im Verbund mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen insbesondere für Menschen im ländlichen Raum.

Logo INADES-Formation

Aus Erfahrungen in Ghana lernen

Wie wichtig und wirksam die Vernetzung und Schulung von Kakaobäuerinnen und -bauern ist, hat INKOTA bereits in Ghana erfahren – nach der Elfenbeinküste das zweitwichtigste Anbauland für Kakao: Hier haben wir zusammen mit SEND-Ghana dazu beigetragen, eine zivilgesellschaftliche Plattform von Kakaobäuerinnen und -bauern aufzubauen, die Ghana Civil-Society Cocoa Platform (GCCP). Sie mischt sich mittlerweile regelmäßig in politische Debatten rund um den Kakaoanbau ein und bringt wichtige Probleme aus Sicht der Bauern und Bäuerinnen auf die Agenda.

Außerdem konsultiert auch INKOTA die Mitglieder der GCCP zu aktuellen Themen, damit wir hier in Deutschland die Stimme der Kakaobauern und –bäuerinnen im Rahmen unserer Kampagnen-Arbeit von Make Chocolate Fair!, zum Lieferkettengesetz oder in den Dialog mit deutschen Schokoladenunternehmen einbringen können. In Zukunft wollen wir das auch mit den Organisationen in der Elfenbeinküste machen und sie zum Beispiel bei der Erstellung des nächsten Kakao-Barometers einbeziehen. Um aus den Erfahrungen in Ghana zu lernen, fördert INKOTA den Austausch zwischen den beiden Ländern. So nehmen Vertreter*innen der ghanaischen Civil Society Cocoa Platform auch an Konsultationsworkshops in der Elfenbeinküste teil. Ein wichtiger Schritt zu einer globalvernetzten Zivilgesellschaft im Kakaosektor.

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