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Bayer und Pestizide

Wie der Konzern Menschen in Brasilien vergiftet

Brasilien ist Weltmeister im Pestizidverbrauch. Auch giftige Wirkstoffe deutscher Unternehmen, wie Bayer und BASF, werden dort verkauft. Foto: CC-BY-SA-4.0 (Marcos Roberto Rojas)

Bayers Pestizide gefährden die Gesundheit von Menschen in Brasilien. Jährlich werden bis zu 7.000 Fälle von Pestizidvergiftungen registriert, davon sterben pro Jahr durchschnittlich 148 Menschen. Neben Glyphosat (in Brasilien mit rund 195.000 Tonnen im Jahr 2014 das meistverkaufte Pestizid) ist eins von vielen schädlichen Bayer-Produkten das Insektizid mit dem Produktnamen Larvin. Es wird im Baumwoll-, Mais- und Sojaanbau eingesetzt und wird sowohl aus dem Flugzeug als auch mit Hilfe von Sprühfahrzeugen ausgebracht. Larvin enthält das krebserregende Nervengift Thiodicarb, welches in der EU nicht zugelassen ist.

Ein besonderes Risiko besteht für Landwirt*innen, Plantagenarbeiter*innen und die ländliche Bevölkerung in den Anbaugebieten. Aber auch Menschen im städtischen Raum sind betroffen. Laut Untersuchungen des brasilianischen Gesundheitsministeriums wurden in vielen brasilianischen Städten Pestizidrückstände im Trinkwasser gefunden, darunter auch vier Wirkstoffe, die von Bayer hergestellt werden. Wie zum Beispiel Carbendazim, welches giftig für Wasserorganismen ist, das Kind im Mutterleib sowie das Erbgut schädigen kann.

Dabei wird deutlich, dass Bayer seine Geschäftspraktiken und deren Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt in der untersuchten Region nicht ausreichend kontrolliert. Dadurch gefährdet Bayer die Menschenrechte auf Gesundheit (Artikel 12 des UN-Sozialpakts), Wasser (Artikel 11 des UN-Sozialpakts), Leben (festgeschrieben im Artikel 6 des UN-Zivilpakts) sowie das Recht auf sichere und gesunde Arbeitsbedingungen (Artikel 7b des UN-Sozialpakts).

Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte regeln eindeutig, dass Wirtschaftsunternehmen Verfahren etablieren müssen, die eine Wiedergutmachung für Menschenrechtsverletzungen, zu denen sie beitragen, ermöglichen. Das hat Bayer nicht getan. Leider ist Brasilien keineswegs ein Einzelfall – auch in anderen Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asien verkauft Bayer giftige Pestizide, die in der EU gar nicht auf den Markt dürften.

Darum brauchen wir ein Lieferkettengesetz

Ein verbindliches Lieferkettengesetz würde Bayer dazu verpflichten, die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen des Pestizidverkaufs zu untersuchen. Dabei müsste auch die tatsächliche Anwendung der Produkte vor Ort überprüft werden und es müssten auch jene Risiken evaluiert werden, die bei unsachgemäßer Verwendung der Pestizide entstehen. Bayer würde verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um Gesundheitsschäden vorzubeugen und müsste sich vergewissern, dass angemessene Schutzkleidung verfügbar ist. Das Unternehmen müsste alle Pestizide mit angemessenen Kennzeichnungen hinsichtlich einer sachgemäßen Anwendung sowie der gesundheitlichen Risiken zu versehen. Letztlich müsste Bayer einen Verkaufsstopp und die Rücknahme jener Pestizide prüfen, die inakzeptable Risiken für die Endnutzer*innen hervorrufen, weil sie beispielsweise als hochgefährlich eingestufte Wirkstoffe ent¬halten oder weil keine sichere Anwendung gewährleistet ist. Ebenso müssten die Betroffenen, die durch Bayer-Pestizide geschädigt wurden, eine angemessene Entschädigung erhalten.

Jüngst hat Bayer angekündigt, seine Maßstäbe für Transparenz und Nachhaltigkeit zu erhöhen. Dabei geht es auch um den Verkauf von Pestiziden in Ländern des globalen Südens. Hier heißt es bei Bayer: „Wir werden Pflanzenschutzprodukte nur in Entwicklungsmärkten auf den Markt bringen, wenn sie sowohl die lokalen Sicherheitsstandards des jeweiligen Landes erfüllen als auch die Anforderungen einer Mehrheit der führenden Zulassungsbehörden.“ Unklar bleibt dabei jedoch, was genau eine „Mehrheit der führenden Zulassungsbehörden“ bedeutet. Außerdem ist nicht ausreichend, dass diese Selbstverpflichtung nach Gutdünken des Unternehmens auf freiwilliger Basis erfolgt. Daher braucht es unbedingt einen verbindlichen gesetzlichen Rahmen, der für den gesamten Pestizidsektor gilt.

Pestizide im Trinkwasser, ausbeuterische Kinderarbeit, Tote bei Fabrikbränden: Deutsche Unternehmen sind in ihren Auslandsgeschäften immer wieder an Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung beteiligt – ohne dass sie dafür rechtliche Konsequenzen fürchten müssen. Damit muss Schluss sein!

Unterzeichnen Sie jetzt die Petition: „Frau Merkel, wir brauchen endlich ein Lieferkettengesetz“

Zur Petition „Frau Merkel, wir brauchen endlich ein Lieferkettengesetz“

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